Am Anfang waren mir Bibliotheken unheimlich

Lesesaal

Foto: Universitätsbibliothek Großer Lesesaal (Universität Wien)

Ich kann mich noch gut erinnern: Als ich mit dem Kunstgeschichte-Studium angefangen habe, war mir die Fachbibliothek des Institutes irgendwie unheimlich. Ich habe mich da einfach nicht wohlgefühlt. Die anderen Studierenden, die hier emsig herumliefen, schienen sich alle auszukennen, nur ich als Erstsemestrige hatte von nichts eine Ahnung! Ich wusste weder, wie man mit Katalogen nach Büchern und Zeitschriften sucht, noch in welchem Regal was steht. Als Schreibcoach, externe Lehrbeauftragte der Uni Wien und Wissenschaftlerin schüttle ich rückblickend über mich den Kopf, gleichzeitig merke ich, dass es vielen Studierenden heute nicht anders geht wie mir damals.

Meine erste Reaktion: Untertauchen!

Meine Unsicherheit hatte zu Beginn meines Studiums jedenfalls erst einmal zur Folge, dass ich auf die Österreichische Nationalbibliothek auswich. Es war mir lieber, in einer großen Bibliothek zu recherchieren, in der mich keine Lehrveranstaltungsleiterin bzw. kein Lehrveranstaltungsleiter ahnungslos herumirren sehen würde. In der ÖNB konnte ich in der Anonymität der Masse untertauchen.

Dass die Ängste völlig unbegründet und das Vorgehen nicht sinnvoll war (die Fachbibliothek für Kunstgeschichte hat ja einzigartige Bestände), hat sich dann erst im zweiten Studienjahr herausgestellt. Da habe ich mir nämlich ein Herz gefasst und an einer Bibliotheksführung am Institut teilgenommen.

Nur Mut – nutzt das Schulungsangebot der Bibliotheken!

Auch heute haben Studierende in den ersten Semestern oft eine große Scheu vor Bibliotheken. Wenn es euch auch so geht, dann möchte ich euch ermutigen: Geht in die für euer Fach wichtige(n) Bibliothek(en) und macht dort eine Führung bzw. Einschulung. Die BibliothekarInnen sind nicht nur dazu da, euch ihr „Haus“ und seine Schätze zu zeigen, sie machen das auch ausgesprochen gerne. Und ihr werdet sehen: Sobald ihr wisst, wie man was findet, wo der Kopierer steht etc., werdet ihr euch in der jeweiligen Bibliothek zu Hause fühlen und dort gerne arbeiten.

Wer eine Reise macht, sollte den Weg kennen …

Wenn ihr mit den Bibliotheken und Rechercheinstrumenten (OPACs und Datenbanken) nicht vertraut seid, ist das übrigens so, wie wenn ihr mit dem Auto eine Urlaubsreise an die Adria plant, aber nicht wisst, welche Strecke in den Süden führt. Ihr werdet dann nämlich euer Ziel nie erreichen. Eine Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit etc. muss auf sorgfältigen Literaturrecherchen basieren, um wissenschaftlichen Standards zu entsprechen und damit positiv bewertet zu werden.

Also, traut euch ruhig und nehmt an einer Führung bzw. Schulung teil. Ihr werdet sehen, das zahlt sich aus!


Weiterführende Tipps:

 Wie findet man Literatur für eine Uni-Arbeit?

http://www.schreibwerkstatt.co.at/2014/03/26/wie-findet-man-literatur-f%C3%BCr-eine-uni-arbeit/

Mit Google Literatur für die Bachelor- oder Masterarbeit suchen?

http://www.schreibwerkstatt.co.at/2013/10/22/mit-google-literatur-f%C3%BCr-die-bachelor-oder-masterarbeit-suchen/

Hilfe, ich finde keine Literatur zu meinem Thema!

http://www.schreibwerkstatt.co.at/2014/04/09/hilfe-ich-finde-keine-literatur-zu-meinem-thema/

Schulungsangebot der UB Wien

http://bibliothek.univie.ac.at/schulungen.html

Neben der Hauptbibliothek bieten auch die einzelnen Institutsbibliotheken Schulungen an. Informieren Sie sich dazu am besten auf der Website Ihres Institutes.

Schulungsangebot der Österreichischen Nationalbibliothek

http://www.onb.ac.at/kataloge/schulungen_workshops.php

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