Das Boot am 19. April 2016
ungefähr 2 Minuten
Themen: textwettbewerb , uni international

Das Boot

In Spanien zu leben ist ein Traum, der mich bereits einige Jahre begleitet hat. Dementsprechend waren meine Erwartungen zum spanischen Leben und dessen Leute sehr hoch. Was ich jedoch seit zweieinhalb Monaten erleben darf, sprengt alle Vorstellungen.

Zu Beginn wird man aus seiner Komfortzone herausgerissen und metaphorisch betrachtet, alleine in ein Boot gesetzt. Eine neue Herausforderung jagt die Nächste und man versucht mit allen Mitteln an Bord zu bleiben. Da man auch keine Möglichkeit hat den neuen Aufgaben auszuweichen, so lautet die einzige Devise: „Augen zu und durch!“ Nach jeder, vielleicht zuvor unmöglich erscheinenden Anforderung, die man bewältigt hat, breitet sich im ganzen Körper ein Gefühl von Stolz und Selbstsicherheit aus – möge sie auch noch so klein sein, wie zum Beispiel das erste Telefongespräch in spanischer Sprache.

Nach etwa zwei bis drei Wochen kehrt langsam der Alltag ein und man hat zum ersten Mal das Gefühl das Boot in seine Kontrolle gebracht zu haben. Und nun sitzt man auch nicht mehr alleine darin; nein, es befinden sich mit dir viele neue Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen, dessen Kultur und Lebensweisheiten du erlernen darfst. Ich lebe in einer Wohnung mit sieben Weiteren aus insgesamt sechs verschiedenen Ländern und damit einhergehenden Gewohnheiten. Ich habe mit diesen nicht nur das Glück Teil einer neuen, sehr eingeschworenen Familie zu sein, sondern auch im Privaten mein Englisch zu verbessern, während ich auf der Uni bloß Spanisch spreche. Insofern begleiten mich während meines Aufenthalts in Spanien zwei Fremdsprachen und ich merke von Tag zu Tag wie sehr ich mich verbessere und wie sehr sich auch meine Person verändert. Es handelt sich um eine unglaublich prägende Zeit und die Erfahrungen, die man hierbei erleben darf, sind Gold wert. Wie bereits anfangs gesagt: Ich hatte große Erwartungen, aber ich hätte niemals mit so vielen positiven Emotionen und Erlebnissen gerechnet.

Johanna Krenn
Johanna Krenn

 

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