Die grüne Oase: Campus von Katja Langmaier
am 9. Mai 2018
ungefähr 4 Minuten
Themen: Anglistik , Erfahrungen , Mein Campus , MitarbeiterInnen

Die grüne Oase: Campus

Das ist die persönliche Campusgeschichte von Katja Langmaier, sie arbeitet beim Alumniverband der Uni Wien im Hof 1. In ihrem Blogbeitrag erzählt sie, wie sie an diesen Arbeitsort gekommen ist und welche Wünsche sie an die Zukunft des Campus hat.

Den Uni Wien Campus habe ich kurz nach seiner Eröffnung kennengelernt, als ich, ganz übervorsichtig, zu Beginn des Sommersemesters mit zwei Kommiliton*innen eine Nacht lang vor dem Institut für Anglistik campiert habe, um einen Platz in „Sprachübungen I“ zu ergattern. Es war mein zweites Studiensemester und ich habe mich davor innerhalb eines recht weiten örtlichen Bogens vorwiegend in der Alten Hofburg, im Hauptgebäude, im alten Publizistik-Institut in der Schopenhauerstraße und im NIG bewegt. Hier am Campus, in der frühen Morgensonne, war es um mich herum grün. Plötzlich hat Uni auch bedeutet in Lehrveranstaltungen unter Bäumen im Gras zu sitzen.

Es hat ein wenig gedauert, bis der Campus dann auch zu meinem Arbeitsplatz geworden ist. Obwohl ich seit fast 16 Jahren hier im Alumniverband arbeite: vom Studi-Job im Büro hinter der Votivkirche, über die erste Anstellung im Büro beim Schottentor, bis zur Projektleitung hier im Büro am Campus.

Auch in diesem Frühling, dem siebten seit unserem Umzug an den Campus, bin ich wie jedes Jahr mit meinen Kolleg*innen vor dem Büro in der Sonne gestanden. Wir haben einander zugenickt, dass es nie alltäglich werden wird, dass vor unserer Tür das Grün beginnt.

Lieblingsplatz am Campus

Katja in der grünen Oase

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mein Lieblingsplatz am Campus jener direkt vor unserer Kaffeemaschine im Büro ist. Außerhalb des Büros jedoch halte ich mich am Liebsten in den hinteren Höfen (3 und 6) beim Narrenturm auf. Dort ist es sehr ruhig, weil sich nicht viele Leute hin verlaufen. Von unserem Büro im Hof 1 aus ist es ein netter kleiner Spaziergang, um zwischendrin einmal ein wenig den Kopf durchzulüften.

Wünsche für die Zukunft des Campus

Katja am Campus

Es wäre schön, ein besseres Gastro-Angebot am Campus zu haben. Wenn ich nach der Arbeit noch Leute treffe, käme mir nie in den Sinn am Campus zu bleiben, weil mich das Angebot einfach nicht anspricht. Alle drei Restaurants bieten im Prinzip dasselbe an, da gibt es noch ordentlich Luft nach oben.

Insgesamt fehlen mir auch Möglichkeiten, sich im Winter oder bei Schlechtwetter ohne Konsumzwang am Campus aufhalten zu können. Es sollte zum Beispiel auch Räume geben, in denen Studierende gemeinsam arbeiten können, was ja in den Bibliotheken nicht möglich ist. Im Sommer ist der Campus für Studierende tatsächlich ein Aufenthaltsort zwischen ihren Lehrveranstaltungen, aber wenn das Wetter es nicht zulässt, unter freiem Himmel zu sein, sind die Möglichkeiten beschränkt.

Der dritte Punkt, der mir wichtig ist, betrifft einen Ausbau der Veranstaltungsräume am Campus. Gerade um den Campus zu einer signifikanten Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu gestalten, bräuchte es Räume, in denen zum Beispiel dauerhaft Ausstellungen oder regelmäßige Kulturveranstaltungen stattfinden können, sodass Leute wissen, dass hier immer etwas angeboten wird. Das würde den Campus zu einem Freizeitort auch abseits seiner Grünflächen machen. Die Sanierung des Festsaals im Stöckl wäre hier vielleicht ein guter Schritt, ebenso die Herstellung von Barrierefreiheit in der Alten Kapelle.

Welche Veranstaltungen des Campus Jubiläums möchte ich jedenfalls besuchen?

Mir haben es vor allem die „literarischen Spaziergänge durch die Wissenschaftsgeschichte“ angetan, ebenso die Veranstaltungszyklen „Nachgefragt“ und „Arts and Science“. Im Veranstaltungszyklus „Nachgefragt“ freue ich mich besonders auf den 2. Oktober zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“ mit Elisabeth Holzleithner, die ich sehr schätze. Sie ist eine Person, die komplexe juristische Materie – ohne politische Implikationen verknappt darzustellen – wahnsinnig anschaulich erklären kann. Auch wenn es natürlich, wie eine meiner Freund*innen kürzlich angemerkt hat, „ca. 100 Jahre Frauenwahlrecht“ heißen müsste, da ja während des Ständestaats und des Nazi-Regimes das Wahlrecht ausgesetzt war.

In eigener Sache: Wäre ich nicht organisatorisch daran beteiligt, würde ich auch wahnsinnig gern an der „Alumni Map Rätsel Rallye“ teilnehmen, die der Alumniverband als einen Beitrag zum Jubiläum veranstaltet.

Wir schicken rätselfreudige Absolvent*innen einen Monat lang wöchentlich auf eine virtuelle Weltreise. Alle, die den Hinweisen von einem Ort der Welt zum nächsten folgen und die fünf Rätsel lösen, nehmen an der Verlosung einer Reise im Wert von EUR 1.000 teil. Da ich selber sehr gerne Rätsel löse, finde ich es fast ein wenig schade, dass mir die Rätsel Rallye entgeht. Aber dafür darf ich die harten Nüssen, die es zu knacken gilt, händereibend mitkonzipieren.

„Mein Campus“

Dieser Blogbeitrag entstand anlässlich des Campus 20-Jahr-Jubiläums. Das genaue Programm zu den  Jubiliäumsfeierlichkeiten gibt es unter campus.unvie.ac.at.

 

 

 

 


Katja Langmaier

Katja Langmaier arbeitet beim Alumniverband und ist dort vor allem für die Konzeption und Umsetzung neuer Projekte zuständig, wie der Alumni Map und dem alma Mentoring zum Berufseinstieg. Sie ist Alumna der Theater- Film- und Medienwissenschaft und arbeitet nebenberuflich unter dem Namen Towander Flagg als Stand-up-Comedian und freie Autorin.
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