von Christian Lasser
am 13. März 2015

Ein Ausflug nach Brüssel

Im Zuge der Studienreise des postgradualen Universitätslehrgangs Europäische Studien der Universität Wien flogen die Studierenden von 23.-27.2.2015 nach Brüssel, um Europa emotional näher zu kommen und durch das Besuchen mehrerer Institutionen EU-Luft zu schnuppern.

Am ersten Tag hatten wir kein Programm und von daher die Möglichkeit Brüssel kennen zu lernen. Typisch für einen Aufenthalt in Brüssel sind Sightseeing, Waffeln, Pommes, Bier, aber auch lange Stadtspaziergänge.

Am Dienstag waren wir bei der Ständigen Vertretung Österreichs bei der Europäischen Union eingeladen. Dort erwarteten uns drei spannende Vorträge über die Arbeitsweisen der österreichischen Vertretung in Brüssel (Mag.a Mirjam Dondi), die Österreich-EU Beziehung, Interessensvertretung in Brüssel und die Rolle der WKÖ (Mag. Herwig Wutscher, BA), AK (Dr. Amir Ghoreishi) und ÖGB (Mag.a Neva Löw) in Österreich und der EU.

Nach dem BesucherInnenfoto ging es weiter zur Vrije Universität Brüssel, Department of Urban Studies. Prof. Mathieu van Criekingen nahm sich Zeit, uns die soziologische und geographische Struktur Brüssels anhand seiner Forschungen darzustellen. Ernüchternd stellten wir fest, dass in Brüssel wohl zwei Welten aufeinander treffen: das „EU-Brüssel“ und das „Nicht-EU-Brüssel“.

Am Mittwoch besuchten wir das Europäische Parlament. Wir hatten die Möglichkeit den österreichischen Abgeordneten Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer zu treffen und eine spannende Diskussion zu den Themen Asylgesetz, Datenschutz, Visa und Grundrechte zu führen. Dadurch bekamen wir einen realistischen und praxisbezogenen Einblick in das Europäische Parlament.

Im Anschluss erhielten wir eine Führung durch das Parlamentsgebäude, was uns vor allem das chaotische und stressige Leben der MEP näher brachte. Zum Abschluss besuchten wir das Parlamentarium, um Antworten auf die letzten offenen Fragen zum EP zu erhalten.

Donnerstagfrüh ging es mit dem Zug nach Luxemburg. Da eine Teilnehmerin des Lehrgangs Luxemburgerin ist, bekamen wir von ihr eine Stadtführung (Danke Jessica!) und gingen anschließend Mittag essen.

Dann fuhren wir etwas außerhalb der Stadt zum Europäischen Gerichtshof. EuGH Richterin Frau Dr. Maria Berger, ehemalige Justizministerin Österreichs und EU-Abgeordnete, nahm sich Zeit für unsere Gruppe und skizzierte die Funktion und Arbeitsweise des EuGH, wobei sie uns auch Einblick in ihren beruflichen Alltag gewährte. Den zweiten Vortrag hielt Dr. Viktor Kreuschitz, österreichischer Richter am Gericht der Europäischen Union. Auch hier bekamen wir spannende Informationen über EU-Justiz und die Verfahrensweisen des Gerichts. Höhepunkt des Tages war eine intensive und informative Besichtigung des EuGH, bei der wir in so manche verschlossenen Räume blicken durften.

Am letzten Tag der Exkursion ging es schlussendlich in die EU-Institution per se, die Europäische Kommission.

Nach einer informativen Einführung zur Kommission stellten sich drei Mitarbeiter von drei verschiedenen Generaldirektionen zur Verfügung, um uns einen Einblick in ihre Arbeit zu gewährleisten, wie aber auch Fragen zu stellen, welche schlussendlich in spannenden Diskussionen endeten.

 

Nach dieser intensiven Woche haben wir viele Eindrücke mitgenommen und einen kleinen Ausschnitt aus der politischen und administrativen Struktur der EU gesehen. Brüssel mit seinen Institutionen ist eine Stadt voller Gegensätze, die trotzdem miteinander agieren und funktionieren. Das Motto der EU „Unity in Diversity“ scheint daher ganz besonders in Brüssel, dem Herzen Europas, einen hohen Grad an Praxis und Realität darzustellen.

 

 



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