EU, Praktika, Pommes, Bier und Schokolade

Das interdisziplinäre Masterprogramm „Europäische Studien“ der Universität Wien kombiniert seit Beginn seines Bestehens wissenschaftliche Ausbildung mit umfangreichem Praxisbezug. Im Fokus stehen Kenntnisse der europäischen Transformations- und Integrationsprozesse, das Kennenlernen von Strukturen und Funktionsmechanismen innerhalb Europas sowie Fertigkeiten zur Arbeit in multikulturellen Teams und Institutionen. Im Studienangebot finden sich auch Exkursionen und Studienreisen. Beispielsweise besuchten die TeilnehmerInnen des diesjährigen Durchgangs von 22. bis 27. Februar 2016 die europäische Hauptstadt Brüssel. Empfangen wurden die TeilnehmerInnen in unterschiedlichen Institutionen der Europäischen Union und dem NATO Hauptquartier. Petia und Dzevad schildern uns ihre ganz persönlichen Eindrücke der Reise.

 

Besucherbadge der Europäischen Kommission

Besucherbadge – Europäische Kommission

Am Montag stand ein Besuch bei der Ständigen Vertretung der Republik Österreich in Brüssel auf dem Programm. Dort konnten wir uns detailliert über die österreichische Politik in der EU informieren.

  • Was für eine Rolle hat die Ständige Vertretung in Brüssel?
  • Was bedeutet die Mitgliedschaft für die österreichische Wirtschaft und die österreichische Politik?

Darüber hinaus erhielten wir auch Hinweise zu möglichen Praktikumsstellen in Brüssel.

 

Gruppenfoto aller TeilnehmerInnen bei der Ständigen Vertretung Österreichs

TeilnehmerInnen bei der Ständigen Vertretung Österreichs

Am Dienstag war der Zeitplan sehr dicht. Wir besuchten einen Vortrag von Herrn Moritz Röttinger, den wir aus einer Lehrveranstaltung kannten, bei der Generaldirektion „Growth“ der Europäischen Kommission. Obgleich es regnete, war die Stimmung ausgezeichnet. Anschließend wurde beim Besuch der EDRI – einer internationalen Vereinigung von Bürgerrechtsorganisationen, die sich dem Schutz der Privatsphäre und der Freiheit der BürgerInnen in der Informationsgesellschaft verschrieben hat – über Lobbyismus, Finanzierung und Datensicherheit diskutiert. Viele Fragen wurden gestellt und die Themen waren von besonderem Interesse. Das Programm sah anschließend einen Besuch und einen Vortrag bei der COMECE – der europäischen Bischofskonferenz – vor. Ein Alumnus der Universität Wien hielt einen Vortrag und erläuterte die wichtigsten Ziele und Aufgaben dieser Organisation. Nach dem langen Tag trafen sich alle TeilnehmerInnen des Universitätslehrgangs zum Abendessen zu typischen belgischen Moules et frites.

 

Vortrag von Prof. Mathieu Van Criekingen, Universität Brüssel

Vortrag von Prof. Mathieu Van Criekingen, Universität Brüssel

 

Am Mittwoch stand der Besuch des Europäischen Parlaments sowie der Universität Brüssel auf dem Programm. Nach einem Frühstück mit prächtiger Baustellensicht ging es direkt zum Europäischen Parlament ins Paul-Henri Spaak Gebäude. Zuerst besichtigten wir den Plenarsaal, gefolgt von einer inhaltlichen Einführung durch die Visitors Services. Anschließend hatten wir die Möglichkeit Jan Albrecht, Mitglied des europäischen Parlaments, kennenzulernen und mit ihm als Experten über die zukünftigen Strategien der europäischen Netzpolitik zu diskutieren. Zum Mittagessen standen die meisten TeilnehmerInnen beim berühmtesten Pommes-Stand Brüssels „Maison Antoine“, an dem auch schon die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel gesichtet wurde. Die Geduld in der Warteschlange hat sich sehr gelohnt, die Pommes waren ausgezeichnet. Nachmittags ging es dann zur Universität Brüssel, wo wir mit der Geschichte der Universität und der Stadt Brüssel vertraut gemacht wurden.

 

Am Donnerstag besuchten wir den Rat der Europäischen Union. Nach strengen Sicherheitskontrollen wurden wir von zwei Damen des Besucherdienstes empfangen, die uns anschließend zu einem Besprechungssaal führten, in dem sonst die Regierungschefs Platz nehmen. Wir lernten nun Praktisches: Bsw. wie man sich als Regierungschef zu Wort melden kann, nämlich indem man das vor einem stehende Tischschild mit der Länderbezeichnung einfach vertikal aufstellt. Dies gilt als Zeichen für: „Ich möchte eine Stellungnahme machen“. „Warum so und nicht einfach die Hand heben?“, war natürlich unsere berechtigte Frage. Die Antwort lautete, damit der Sprecher nicht unterbrochen wird. Nach einem interessanten politischen Diskurs ging es am Nachmittag weiter zur NATO. Schon am Eingang erhöhten sich die Sicherheitsmaßnahmen deutlich. Uns wurden die Handys abgenommen und wir wurden darauf hingewiesen das Fotografieren zu unterlassen.

Wir verbrachten den Nachmittag mit drei österreichischen VertreterInnen der NATO und erfuhren viel über Militärstrategien, Bewältigung von Krisen, Interventionen und vieles mehr. Uns wurde klar, dass wir auf einem Militärgelände waren, wo wir keine Sekunde aus den Augen gelassen wurden. Nach diesem interessanten Besuch hieß es dann Feierabend in Brüssel, für manche wurde es ein kurzer und für andere ein etwas längerer :)

Gruppenfoto vor dem NATO Hauptquartier

Gruppenfoto vor dem NATO Hauptquartier

Der letzte Tag in Brüssel präsentierte sich von seiner besten Seite. Sonnenschein pur und blauer Himmel über der sonst eher verregneten Stadt. Tag fünf war ganztätig für den Besuch bei der Europäischen Kommission vorgesehen. Wir besuchten das Gebäude „Charlemagne“, wo sich das Besucherzentrum der Kommission befindet. Abgestimmt auf unsere Interessen berichteten fünf Vortragende aus verschiedenen Generaldirektionen über die Arbeit der Kommission. Darunter war auch ein Vortragender aus Österreich (Clemens Kreith), der uns Einblicke in die Betrugsbekämpfung gewährte. Am Nachmittag hieß es für einige von uns bereits Abschiednehmen. Die verbliebene Gruppe nahm sich vor die Bierqualität in Brüssels berühmt-berüchtigten Lokalen eingehend zu testen. Und siehe da, alle saßen am nächsten Morgen rechtzeitig im Flieger. Obwohl, eine Panne gab es dann doch. Nach der Sicherheitskontrolle blieb ein Laptop in Brüssel liegen, aber über „Lost and Found“ fand dieser glücklicherweise bald wieder seinen rechtmäßigen Besitzer :)

 

Besucherzentrum der Kommission "Charlemagne"

Besucherzentrum der Kommission „Charlemagne“

Also Brüssel zusammengefasst: Institutionen, Bier, Muscheln, Schokolade, Pommes, viele Infos, viel gelacht, viel gegangen und viel Spaß miteinander gehabt!

Fotos: Nevena Milentijevic

Informationsveranstaltung – Masterprogramm „Europäische Studien“

Im Oktober 2016 startet das renommierte postgraduale Weiterbildungsprogramm „Europäische Studien“ bereits zum 16. Mal. Ein Infoabend zum Kennenlernen findet für Interessierte am Montag, 25. April 2016, um 18 Uhr am Campus der Universität Wien statt.

 

 

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