am 26. Mai 2015
ungefähr 4 Minuten
Themen: Filmfestival , Forschende , Human Rights , Menschenrechte

Filmfestival: Von bewegend bewegten Menschenrechtsbildern

Von 8.-11. Juni 2015 (Einlass jeweils ab 19:00) findet im Hof 8 des Campus der Universität Wien (Spitalgasse 2, 1090 Wien) das Filmfestival ACADEMIC FREEDOM IN MOTION statt. Anna Müller-Funk und Manfred Nowak über den filmischen Zugang zu Menchenrechten und deren Schutz:

Kunst ist politisch, Teil einer – bewussten oder unbewussten – politischen Auseinandersetzung, in der Kunstschaffende in irgendeiner Form Stellung beziehen. Besonders unmittelbar ist das im Film spürbar. Die direkte Nähe zu den ProtagonistInnen erlaubt es den ZuschauerInnen, in unbekannte Welten einzutauchen, oder diese zumindest mit fremden Augen aus einer neuen Perspektive zu sehen. Ohne theoretische Abstraktion vermag es das Medium Film, komplexe Zusammenhänge aufzuzeigen und greifbar(er) zu machen. Es kann „den“ Fremden ein Gesicht, eine Persönlichkeit geben, in Folge Empathie erzeugen und im besten Fall sogar Engagement auslösen. So können Filme, die die Notwendigkeit und Bedeutung von Menschenrechten und deren Schutz beleuchten, neben ihrem künstlerischen Wert, Augen öffnen und sind damit eine wichtige Ergänzung, oft sogar fixer Bestandteil der Arbeit von Zivilgesellschaft, Menschenrechtsforschung und –lehre, internationaler Organisationen und anderen AkteurInnen im (internationalen) Menschenrechtssystem.

Seite 6_ Einführung SEPIDEH photo credit BabakTafreshi
SEPIDEH: © Babak Tafreshi

Das Genre des ‚Menschenrechtsfilms‘ hat sich in den vergangenen Jahren beständig weiterentwickelt, verfestigt und ist merklich gewachsen. Das vor 15 Jahren gegründete One World Festival , das größte seiner Art, hat inzwischen über 30 Ableger auf der ganzen Welt, die mit dem Human Rights Film Network auch eine Plattform für Austausch und Zusammenarbeit geschaffen haben. Das Selbstverständnis der Festivals geht dabei weit über ein rein künstlerisches hinaus. Reichhaltige Rahmenprogramme beschäftigen sich mit der Rolle von Filmschaffenden als politische AkteurInnen und der Rolle von Film als Teil zivilgesellschaftlicher Beteiligung. Dieses Engagement wurde 2007 auch von der UNESCO honoriert, als diese das One World Festival mit einer lobenden Erwähnung auszeichnete und damit die Bedeutung des Festivals für die Menschenrechtsbildung würdigte. Auch in Wien gibt seit nunmehr acht Jahren ein solches Festival, this human world , das seit seiner Gründung beständig gewachsen und inzwischen fixer Bestandteil der österreichischen Filmfestivallandschaft geworden ist.

Zweifellos hat auch die Verwendung des Mediums Film in der Menschenrechtsbildung zugenommen. Auch das neugegründete Forschungszentrum Menschenrechte der Universität Wien und das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte nutzen das Medium Film seit vielen Jahren in Trainings, Workshops und seit 2008 auch als fixen Bestandteil universitärer Bildung. Im Seminar Cinema and Human Rights verwenden Studierende die Dokumentarfilme als menschenrechtliche Fallstudien, analysieren welche Menschenrechtsverletzungen vorliegen und welche internationalen und nationalen Schutzmechanismen vorhanden sind. So lernen Studierende nicht nur erworbenes Wissen relativ praktisch anzuwenden, sondern auch die Praxis der Menschenrechte kennen.

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LESSONS IN DISSENT: © Torne Films Ltd

Anlässlich des 650. Jubiläums der Universität Wien wurde das Forschungszentrum Menschenrechte vom Rektorat damit beauftragt ein Filmfestival zu kuratieren. Dieses beschäftigt sich unter dem Motto ACADEMIC FREEDOM IN MOTION mit der besonderen Verbindung von Menschenrechten und Wissenschaft in den verschiedenen historischen Epochen der ganzen Welt, jedoch stets auch mit einem Blick auf die Universität Wien. Der Zugang zu Hochschulbildung von Frauen ist dabei ebenso so Thema wie der (freie) Zugang zu Erkenntnissen der Wissenschaft und der Rolle von Universitäten als Räume studentischen Protests sowie Wissenschaft im Nationalsozialismus.

Das Festival findet unter der Schirmherrschaft von Cornelius Obonya bei freiem Eintritt von 8.-11. Juni 2015 (Einlass jeweils ab 19:00) im Hof 8 des Campus der Universität Wien (Spitalgasse 2, 1090 Wien) statt. Vor jedem Film findet ein einführendes Filmgespräch mit dem/der jeweiligen RegisseurIn und einer/m WissenschaftlerIn statt.

Das Programm des Festivals findet ihr hier , und anmelden könnt ihr euch unverbindlich über Facebook.

Wir hoffen euch bei den Veranstaltungen von ACADEMIC FREEDOM IN MOTION begrüßen zu können und wünschen euch inspirierende und spannende Kinoabende!

Anna Mueller Funk und Manfred Nowak_photocreds Melanie Pfeffer
Foto: © Melanie Pfeffer

Anna Müller-Funk und Manfred Nowak

Forschungszentrum Menschenrechte



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