Herbst 1673: Albrechts standesgemäßes und kurzweiliges Studium in Wien

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Eigentlich hatte Albrecht im Herbst 1673 aus seiner Heimatstadt Waidhofen im nördlichen Niederösterreich zum Studium nach Olmütz Olmütz Die 1576 von den Jesuiten in Betrieb genommene Universität Olmütz/Olomouc war ein regionales Zentrum der Gegenreformation. gehen wollen oder gar nach Italien, nach Rom – wie sein Vetter. So eine Reise konnte ganz neue Horizonte eröffnen, je weiter, desto besser. Was sein Vetter nicht alles zu erzählen gehabt hatte, als er zurückgekehrt war! Wunderwerke der Natur in den Kunst- und Wunderkammern waren da zu bestaunen – darinnen allerlei bisher nie dagewesenes abgebildetes kurioses Getier wie ein so genanntes Rhinoceros oder Nashorn –, Waffenkammern und Festungsanlagen boten wohl Stoff genug zum kurzweiligen Parlieren ob all dieser Lustbarkeiten. Welterfahrung war für einen jungen Adeligen sicherlich der beste Weg zu neuen Erkenntnissen oder zumindest zu einem einigermaßen standesgemäßen Leben. Doch leider war Albrechts Vater anderer Meinung. „Wenn du etwas lernen möchtest“, hatte er gesagt, „kannst du auch nach Wien gehen. Wozu Rom, wenn die Jesuiten auch in Wien lehren? Was könnte es für einen guten Katholiken Passenderes geben, als an der Wiener Universität zu studieren?“ Albrecht war wenig begeistert davon. Für einen jungen Mann, den es in die Ferne zog, lag die Kaiserstadt viel zu nahe. Und für ein Theologiestudium, wie sein Vater es sich wünschte, interessierte er sich noch viel weniger. Doch diese Entscheidung hatte immerhin noch etwas Zeit.

Abb_1_Folbert van Alten Allen,  Vogelschau_Pfeil

Abb. 1:
Ausschnitt aus Folbert van Alten Allen, Vogelschau der Stadt Wien und Umgebung von Nordwesten, vor 1683 (1686). Der Pfeil markiert die Jesuitenkirche
(Digitalisat des Wiener Stadt- und Landesarchivs, Kartographische Sammlung 1856 – http://www.wien.gv.at/kultur/kulturgut/plaene/karten/allen.html)

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