am 1. Dezember 2014
ungefähr 3 Minuten
Themen: 9gag , Bachelorarbeit , Memes , Studierende

How I became a meme

Einige von euch haben es vielleicht schon gesehen. Anscheinend verbreitet es sich über Facebook, Twitter, Whatsapp und anderen sozialen Medien. Mein Selfie mit der Bakk-Arbeit ist viral geworden. Wie ist das denn passiert und was habe ich daraus gelernt?

Am 13. November gegen 18 Uhr war ich endlich nach schlaflosen Nächten und stundenlanger Prokastrination (im Namen der Wissenschaft natürlich) mit meiner zweiten Bakk-Arbeit fertig. Und was macht jedeR StudentIn nach so einem Meilenstein? Ein Selfie mit dem „Meisterwerk“. Und postet es auf Facebook. Ein paar Stunden später gibt es unter den Glückwunsch-Kommentaren, neben den wohlverdienten Likes, einen Link zum frisch hochgeladenen Foto auf 9gag. Jemand hat sich gedacht, dass diese Arbeit zum Thema Internet Memes zurück zu den Wurzeln, auf 9gag gehört – damals fand ich es eine lustige Idee.

bakk selfie

http://9gag.com/gag/aqZ6ZAZ

Innerhalb von wenigen Stunden gab es einige Kommentare und Punkte dazu, jedoch sonst nichts Besonderes, was das Thema für mich erledigt und vergessen gemacht hat. Wenige Tage später wurde ich darauf hingewiesen, dass das Foto herumgeteilt wird. Zuerst 3.300 Punkte, ein paar Stunden später schon 8.000 und rund 300-400 Kommentare. Sehr aufgeregt habe ich alle Kommentare gelesen und dabei unterschiedliche Phasen erlebt: vom herzhaftem Lachen bis hin zum bloßem Entsetzen.

Von Vorhersagen meiner Arbeitslosigkeit über einen „Hochzeitsantrag“ bis hin zu einem massiven Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der Arbeit gibt es drum herum eine bunte Mischung an Kommentaren. Ich hätte nie gedacht, dass dieser Titel (Y U NO talk about memes) so stark polarisieren kann: auf der einen Seite gab’s einen Lovestorm, viele UserInnen wurden auf die Arbeit aufmerksam und wollten diese lesen (es wird demnächst eine Zusammenfassung dazu geben). Auf der anderen Seite, das ärgste Bashing: wie komme ich denn auf die Idee, mich mit Memes zu beschäftigen, solange Krebs noch nicht geheilt oder Hunger noch nicht gestillt wurde?

Insgesamt gibt es bis dato rund 900 Kommentare zum Foto; wenn man davon ausgeht, dass man nur 30 Sekunden für das Überlegen und Ablassen eines Kommentars braucht, kommt man mit einer einfachen Hochrechnung auf 450 Minuten, also auf 7,5 Stunden – mindestens die Hälfte davon für Facepalms bezüglich meiner Themenauswahl – und das nur anhand des Titels der Bachelorarbeit. Ich will gar nicht darüber nachdenken, was man alles in dieser Zeit erledigen hätte können. Anscheinend bereitet es den Leuten einen unglaublichen Spaß, ihre Vorurteile (gegenüber Österreich, Gender, Wissenschaft, etc.) auf eine unbekannte Person zu projizieren.

Vielleicht sollte sich jedeR in unserer Empörungsgesellschaft die Zeit für eine kurze Besinnung nehmen, bevor man Foren und Kommentarabteilungen zumüllt. Und vielleicht sollte man sich hin und wieder selber ins Ohr flüstern, dass man nicht immer über alles Bescheid weiß und man sich deswegen eher dann äußern sollte, wenn man eine fundierte Meinung hat. Mit dem Finger zeigen, Fehler aufdecken oder einfach Kritik ausüben mag sich zwar clever anfühlen, ist es aber in den meisten Fällen nicht!

Fazit: Jedes Thema, egal wie schwachsinnig es sich anhört, ist Wert, erforscht zu werden! Liebe PublizistikstudentInnen, es ist an der Zeit, klassische Themen (wie Qualitäts- VS Boulevardjournalismus-Debatte oder die Rolle des ORFs usw.) bei Seite zu legen und sich mit spannenden und kontroversiellen Themen auseinander zu setzen. Das Internet wartet auf euch! Oder auch nicht :)



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18 Kommentare

  1. Und genau mit der Einstellung wirst du leicht einen Job finden, weil du außerhalb der Box denkst und das was du machst scheinbar mit größter Begeisterung tust! #PartOfTheLovestrom

  2. Auf der einen Seite interessant. Auf der andere Seite ein neuer Tiefpunkt der Qualität und Beweis, dass das österreichische Bildungssystem gescheitert ist.

    Und die Ironie des ganzen: jeder der das hier liest und sich darüber aufregt. Weil mal ehrlich, wen interessiert schon was ein unbekannter unter falschen Namen im Internet postet.

  3. Und diejeningen, die sich darüber beschweren, dass du über Memes statt über Krebs forschst, sind bestimmt gerade dabei, ein Impfstoff gegen Krebs oder AIDS zu entwickeln :D

  4. Ich find Memes sehr wohl interessant weil es ein virales Instrument ist. Memes gezielt für Werbung etc. einzusetzen bedard sehr viel know-how im Bereich Internettrend, Social Media Marketing und Co. also somit ein wichtiges Thema. Memes sind schwer wegzudenken egal ob hater oder lover es ist ein Kommunikationsinstrument… Das einzige was ich wirklich unnötig find sind Menschen die ihre Zeit an negative Themen verschwenden und dementsprechend kundtun wie schlecht sie etwas doch finden.. Aber jeder wie er meint :)

  5. Schöne Idee, aber schade dass es gerade auf 9Gag gelandet ist. Die Seite ist nichts als pure Klauerei und Stehlen von Bildern aus hunderten verschiedenen Seiten aus dem Netz, und das nicht etwa zufällig, sondern ganz organisiert von einigen wenigen Mitarbeitern der Seite. Wenn man nur darauf hinweist, dass ein Inhalt geklaut ist, wird man blockiert, gesperrt, usw. Widerlich.

  6. Huhu,
    mich würde es sehr interessieren, was Sie in Ihrer Arbeit herausgefunden haben.
    Ich selber bin studierter Germanist/Theologe und Liebhaber von „Memes“. Letztere versuche ich regelmäßig in meinen Unterricht einzubauen um den Schülern eine ander kommunikative Basis zu ermöglichen.
    Wenn Sie mir eine Kopie (gerne auch postalisch) zukommen lassen könnten, würde ich mir gerne Ihre Arbeit zu gemüte führen!

  7. Ich würde die Arbeit auch gerne lesen! Gibt es generell eine Sammlung an Bachelorarbeiten der Uni Wien, die einsehbar sind? Ich kenn das nur von Masterarbeiten bisher.

  8. Welcome to the interwebs ^_^ … sich über Meldungen (facepalms) in der „unteren Hälfte“ des Internets aufzuregen, ganz besonders auf FB oder 9gag&Co, ist in etwa so sinnvoll wie zu versuchen den Weltfrieden auszuhandeln.
    Unabhängig davon ich find das Thema super und hoffe in Zukunft mehr solcher Arbeiten zu sehen.

  9. Zu den Wurzeln zurück , zurück zu 9gag???
    Schon mal was von reddit oder 4chan gehört ?
    Jetzt stellt sich tatsächlich die Frage wie wissenschaftlich die Arbeit ist .

  10. Hallihallo!

    Wies der Zufall so will, wollte ich meine Bachelorarbeit auch übermemes verfassen und wollte dich fragen, ob es eine Möglichkeit gibt, deine arbeit zu lesen? Wie du selbst am eigenen Leib erfahren haben wirst, ist es nicht gerade leicht, Literatur zu dem thema aufzutreiben…

  11. Hey,
    wie es der Zufall will, möchte ich über Ragecomics im speziellen schreiben. Hast du eine Bibliographie zu deiner Arbeit, die.du gerne veröffentlichen möchtest? Liebe Grüße und *thumbs up* für dein Thema :)

  12. Um es mal mit dem Titel der Arbeit zu halten: Y U NO PUBLISH LITERATURE LIST?

    Ich würde wirklich gerne wissen in welchen Werken sich genügend Material für dieses Thema finden lässt.

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