Humans Of Hauptuni am 31. Januar 2014
ungefähr 5 Minuten
Themen: Humans of Hauptuni , Humans of New York , Studierende , Studium , Umfrage

Humans Of Hauptuni

Frei abgekupfert vom großartigen Blog „Humans of New York“ habe ich am Freitag auf dem Gelände des Hauptgebäudes Studierenden aufgelauert und versucht rauszufinden, was sie grade bei ihrem Studium bewegt, wie sie es immer wieder schaffen sich zu motivieren, auch wenn schwierige Phasen auf sie zukommen und was sie trotzdem dazu bringt, auch nach 14 Semestern nicht aufzugeben.

90 000. In keinem Moment kommt mir diese Zahl reeller vor als wenn ich die heimelige Blase meines Instituts verlasse und mich, vorbei an Gratiszeitungen und neuen Joghurtdrinks, die mir ins Gesicht gehalten werden, durch das Hauptgebäudegewusel schlage, Kurs: Audimax!
Man würde meinen, im fünften Semester treffe ich dort auf allerhand Vertraute und MitstreiterInnen. Aber Fehlanzeige.  An guten Tagen erkenne ich hier und da ein bekanntes Gesicht, mit der da drüben hatte ich doch schon mal ein Seminar. Dann beschleicht mich oft die Frage: Wer sind diese ganzen Menschen? Was treibt sie an? Fragen sie sich auch manchmal ob es eigentlich irgendwem auffallen würde, wenn sie einfach nicht mehr kommen?
Verschlafen sie so wie ich die erste Vorlesung und gehen dann zu den zwei danach auch nicht hin? Sagen sie „Ja, ja läuft schon“ zu ihren Eltern obwohl sie grade mal wieder am liebsten aufgeben würden? Verlieben sie sich in ihren 70-jährigen Professor? Oder infiltrieren sie Bibliotheken der anderen Institute auf der nie endenden Suche nach dem perfekten, klimatisierten Lernrefugium?

Letzten Freitag bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe Fremde belästigt. Ich wollte Antworten. Meine Opfer waren Rauchende, die eh grade nichts Besseres zu tun hatten, Verweilende, Schnatternde und Gackernde die „natürlich gerne mal wieder 2-3 kurze Fragen beantworten würden“.
Meine Erkenntnis: So verschieden unsere Vorstellungen von unserer Zukunft auch sind, eins haben wir fast alle gemeinsam. Wir vertrauen der Universität damit, uns Sinn, Perspektiven, Reflexion und Wissen zu geben. Im Gegenzug dafür wagen wir uns dann auch manchmal über unsere Schmerzgrenzen hinaus. Und eigentlich könnten wir uns ja auch nichts anderes vorstellen.

 

Marcel, IBWL und Sinologie, 5. Semester

Das bisherige Highlight meines Studiums war letzten Donnerstag, als ich die Zusage für mein Auslandssemester in Taiwan bekommen habe. Solche Momente braucht man, damit man dann nicht aufgibt, wenn eine große Prüfung ansteht, wo ich vorher schon weiß, die nächsten 3 Wochen werd ich jetzt wieder jeden Tag zu Hause oder in der Bib hocken.
Ansonsten bin ich durch mein Studium rationaler geworden. Als BWL-Student denke ich zum Beispiel, wenn ich beim Spar bin, mehr über Preise nach, wie kommen die zustande, sind sie gerechtfertigt. Sowas kommt ungewollt mit dem Studium.

Humans of Hauptuni_Marcel

Rebecca, Theater-, Film und Medienwissenschaften, 14. Semester

Ich habe immer mal wieder gearbeitet neben dem Studium, hatte so meine Lebenskrisen, daraus ergibt sich dann so ein 14tes Semester. Ich habe mir aber trotzdem immer gedacht, wenn ich’s schon mal angefangen habe, dann will ich es auch beenden. Wobei ich mir natürlich grade bei meinem Studiengang schon manchmal zwischendurch gedacht habe „Hätt ich bloß die FH gemacht.“ Natürlich hat man nicht so das offensichtliche Jobprofil wie viele andere, aber man hat schon viele Möglichkeiten und letztendlich auch mehr Freiheiten.

Humans of Hauptuni_Rebecca

Jakob, Politikwissenschaften, 10. Semester

Als Student habe ich gelernt, dass ich auch mit wenig glücklich sein kann. Ich arbeite jetzt nicht auf irgendeinen konkreten Abschluss hin nur um mich dann ins Berufsleben zu stürzen. Ich lebe lieber sparsam und habe dann dafür den Luxus des ungeregelten Studentenlebens und der stetigen Weiterbildung.

Humans of Hauptuni_Jakob

 

Auf der Hauptuni tummeln sich auch viele Studierende anderer Universitäten, um zu lernen, zu arbeiten, in die Bibliothek zu gehen usw. Marlene hat vier Medizinstudierende getroffen und auch sie gefragt, wie es ihnen bei ihrem Studium geht.

Till, Psychologie, 5. Semester

Momente beim Studium, in denen ich alles hinschmeißen wollte, hatte ich bisher eigentlich noch nicht, aber ich bin ja auch extra aus Deutschland dafür hierher gekommen. Am Anfang habe ich natürlich meine alten Freunde vermisst, aber mittlerweile fehlt mir in Österreich eigentlich nichts mehr.

Humans of Hauptuni_Till

Lea, Zahnmedizin, 3.Semester

Ich bin froh, dass ich bei meinem Studium ein gewisses Ziel vor Augen habe. Ich werde definitiv, vorausgesetzt natürlich ich bestehe alle Prüfungen, Zahnmedizinerin. Bei vielen anderen Studienfächern wo das nicht von Anfang an so klar ist wüsste ich nicht, ob ich das dann durchhalten würde. Da würde mir schon oft der Bezug fehlen.

Humans of Hauptuni_Lea

Lena, Medizin, 3. Semester

Wenn man Medizin anfängt zu studieren denkt man schon, dass man ein genaues Bild vom Studium und vom Beruf hat. Beim eigentlichen Studium verliert man dann aber schnell den Überblick übers große Ganze. Da brütet man dann über dem Altfragenkatalog und denkt sich, okay, das muss ich jetzt einmal können und dann brauche ich es wahrscheinlich nie wieder.

Human of Hauptuni_1

Melli, Medizin 3. Semester

Am Beruf der Ärztin reizt mich der Menschenkontakt und die Abwechslung, dass man jeden Tag neue Herausforderungen hat. Ich könnte mir nicht vorstellen, nur in irgendeinem Büro rumzusitzen.

Humans of Hauptuni_Melli



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