Mein Stipendium für die Sommerhochschule in Strobl von Zakar Stepanyan
am 5. Oktober 2017
ungefähr 4 Minuten
Themen: sommerhochschule , spendenaktion , summer school , Wir helfen

Mein Stipendium für die Sommerhochschule in Strobl

Mit der Weihnachts-Spendenaktion 2016 wurde drei Studierenden der Universität Wien, die in ihren Jugendjahren nach Österreich geflüchtet sind, die Teilnahme an der univie: summer school for International and European Studies in Strobl am Wolfgangsee ermöglicht. Zakar Stepanyan, einer der drei StipendiatInnen bloggt über seine Highlights, seine Begegnungen und Erfahrungen.

Ich möchte in diesem Blogbeitrag über meine unvergessliche Zeit in Strobl schreiben. Als Stipendiat der Sommerhochschule der Universität Wien ist es mir ein besonderes Anliegen, meine Erfahrung mit euch zu teilen.

Die unive: summer school wird jedes Jahr von der Sommerschule der Universität Wien organisiert. Dieses Jahr begann sie am 15. Juli und dauerte insgesamt 4 Wochen. Nach Ankunft in Strobl wurden wir von der Bushaltestelle abgeholt und zur Hochschule gebracht. Unmittelbar am Wolfgangsee gelegen, bietet das Sommerprogramm eine unbeschreibliche Atmosphäre voller Ruhe und Gelassenheit.

Die Studierenden wurden in unterschiedlichen Wohngebäuden untergebracht. Mein Zimmer befand sich im Wiesenhaus, das aufgrund seiner idyllischen Lage zwischen Wald und Bergen seinem Namen mehr als gerecht wurde. Das Zimmer war hell, freundlich und perfekt eingerichtet. Ich hatte das Gefühl, in einem 5-Sterne-Hotel mitten in der Natur zu sein.

Das akademische Programm zeichnete sich durch einen idealen Aufbau, juristische Kreativität und Professionalität der Vortragenden aus. Ich entschied mich für die Arbitration Academy, weil ich meine Kenntnisse in diesem speziellen Rechtsbereich schon immer vertiefen wollte. Neben hochgeschätzten Professoren der Universität Wien ermöglichten uns Anwälte aus international anerkannten Kanzleien einen hervorragenden Einblick in die interessante und spannende Welt der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit. Verfolgt man als Jusstudent das Ziel, einmal international tätig zu werden und gar große Konzerne zu vertreten, dann stellt die Academy ohne Zweifel die richtige Adresse dar. Hier erlangte ich einen detaillierten Einblick und erlernte das Instrument zur Streitbelegung zwischen international tätigen Unternehmen. Anhand von vielen, praxisrelevanten Beispielen wurde außerdem die Errichtung der privaten Schiedsgerichte dargestellt. Es fasziniert mich, wie diese allein durch Vereinbarung der beteiligten Parteien entstehen und rechtlich bindende Urteile aussprechen können.

Den Höhepunkt des akademischen Programms bildete der Sommerdiskurs aus Wirtschaft, Recht und Kultur. Politiker, Wissenschaftler und Experten aus der Wirtschaft beschäftigten sich mit dem Thema „Die vierte Gewalt? – Medien, Wirtschaft und Politik“. Ein zentrales Thema war die Reform der Presseförderung. In einem Zeitalter wo fake news und Hasspostings herkömmliche Informationsquellen übertönen und Medien sich zu einem omnipräsenten, unverzichtbaren Pfeiler unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens entwickeln, war es für mich nicht weiter verwunderlich, dass auf diesen Themenbereich verstärkt Bezug genommen wurde.

Das Tagesprogramm war zwar intensiv, die zahlreichen Freizeitaktivitäten eröffneten aber einen perfekten Ausgleich. Neben Tanzkursen und Exkursionen spielten vor allem die sportlichen Aktivitäten eine wichtige Rolle. Das Highlight für mich war das Bootshaus, ausgestattet mit unterschiedlichsten Surfmaterialien. Das Sommerprogramm ermöglichte es uns, an einem Windsurf-Grundkurs teilzunehmen – und dieses Angebot nutzten wir alle. Denn so eine Chance erhält man vermutlich nicht mehr so schnell. Aus uns wurden zwar keine Profis, die meisten von uns können aber nun mit Stolz behaupten, Windsurfen zu können.

Nicht zu vergessen, die vielen Veranstaltungen (Opening Ceremony, Candle-Light-Dinner, Closing Ceremony), die uns einander näher brachten und die Zeit in Strobl zu einer unvergesslichen Erfahrung machten. Besonders beeindruckte mich die Talent-Show, bei der die TeilnehmerInnen der univie: summer school die Möglichkeit hatten, ihre Talente zu präsentieren. Es stellte sich heraus, dass wir viele sehr begabte Studierende unter uns hatten, die einen traumhaften Abend voller Musik und Freude ermöglichten. Auch ich nahm an der Show teil und präsentierte ein Klavierstück, das ich selbst komponiert hatte.

An dieser Stelle möchte ich mich bedanken für die einmalige Chance, vor einem großen Publikum spielen zu dürfen.

Aber am meisten begeisterte mich die Internationalität, Vielfältigkeit und Offenheit des Sommerprogamms. Studierende verschiedenster Kulturen aus aller Welt trafen hier, in diesem kleinen, historisch geprägten und traditionellen Ort des legendären Salzkammergutes aufeinander. Das Programm bot allen die Möglichkeit, ihre eigene Kultur zu präsentieren. So kam es zur China-Night mit chinesischem Essen, vielen interessanten Spielen und Präsentationen.

Dank der univie: summer school haben wir Freunde aus Australien, China, den USA, Ukraine, Kanada und vielen anderen Staaten gewonnen. Ich bin mir sicher, dass diese Freundschaften sehr lange halten werden, denn wir werden immer durch den kleinen, magischen Ort Strobl miteinander verbunden sein.

 

Zakar, Gabriela und Meena besuchen die univie:sommerhochschule
Die drei StipendiatInnen 2017
Heuer haben Zakar Stepanyan, Gabriela Malki und Meena Miakhel ein Stipendium für die Teilnahme an der univie: summer school in Strobl am Wolfgangsee erhalten.

Die Universität Wien wiederholt dieses Jahr die Aktion, so dass auch 2018 Studierende mit Fluchthintergrund an der univie summer school teilnehmen können. Also freut euch jetzt schon auf die Spenden-Schokolade, die ihr in der Vorweihnachtszeit beim Shop on the Road vor dem Hauptgebäude kaufen könnt! 🍫 😊


Zakar Stepanyan

Seit 2012 studiert er Rechtswissenschaften an der Universität Wien und hofft, sein Studium in diesem Jahr beenden zu können.



Diese IT-Services solltet ihr kennen – das bietet der ZID für Studierende

Der ZID (Zentraler Informatikdienst) ist der IT-Dienstleister der Universität Wien und unterstützt Studierende und MitarbeiterInnen mit zahlreichen IT-Services. Sara und Doris arbeiten dort und werden euch in diesem Blogbeitrag die wichtigsten IT-Services für euer Studium vorstellen. Die beiden haben vor ihrem Einstieg am ZID auch an der Uni Wien studiert und kennen noch das eine … Continued


Fashionwalk meets @univienna

Kilian Prader ist seit WS11/12 Student der Japanologie und Anglistik an der Uni Wien und als @esploratore13 Mitglied des #viennafashionwalk Teams. Auf seinem Instagramfeed finden sich Architektur, Kunst, Mode, aber keine Katzenfotos (sry, no #caturday ;) Am 24. Februar 2017 kommt der Fashionwalk an die Uni Wien, im Blog erklärt euch Kilian, wie ihr dabei … Continued

  1. Eine erstaunliche Tatsache, die ich am Anfang der Reise gleich kennengelernt habe, sind die Zikaden. Sie sitzen auf den B umen und erzeugen eine derartige Lautst rke, dass sie selbst den Stra enl rm berdecken, einem Kopfschmerzen bereiten und man ber den Krach beinahe schreien muss, um sich einigerma en unterhalten zu k nnen.

  2. Eine totale Digitalisierung des Klassenzimmers braucht man bei solchen Lehrkraften ebenso wenig zu befurchten wie die Abschaffung des Schreibens mit der Hand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top