Novemberwoche – Uni und was mir dazu einfällt: Teil 2 am 14. November 2013
ungefähr 6 Minuten
Themen: Film- und Medienwissenschaft , Politikwissenschaft , Studierende , Unitagebuch

Novemberwoche – Uni und was mir dazu einfällt: Teil 2

Magdalena Pichler studiert Politikwissenschaft und Theater,- Film-, und Medienwissenschaft. Sie hat für uns eine ganz normale Woche an der Universität Wien Tag für Tag in Blogform gebracht. Teil 1 findet ihr hier

Hier ist Teil 2: (Mittwoch, Donnerstag, Freitag)

Mittwoch

Es war immer Gramsci oder Wir sind Methode

Schon fast Mittag, sitze mit einem Kaffee auf der Uni, neben mir ein paar Studentinnen, die offenbar gerade zu den Themenfeldern Reproduktion, Umwelt, Pflege und Gewerkschaften arbeiten. Mein erstes Seminar heute ist gerade vorbei. Ein Kernthema des Kurses ist die Frage, wie in osteuropäischen Ländern mit den Erinnerungen an Kommunismus umgegangen wird. Die Gruppe ist sehr international und es ergeben sich spannende Diskussionen. Auffällig ist, dass StudentInnen aus Osteuropa dem Kommunismus/Sozialismus und zugrunde liegenden Theorien sehr kritisch bis negativ gegenüberstehen. Auf der PoWi Wien hingegen liegen (neo-)marxistische, (neo-)gramscianische Theorien hingegen im Trend. Auf der anderen Seite stehen die Empiriker, die alles sehr methodisch betrachten. Natürlich gibt es zwischen diesen Strömungen verschiedene unterschiedliche Meinungen und Richtungen – diese Vielfalt macht das PoWi-Studium an der Universität Wien auch spannend. Ich denke, als StudentIn ist es wichtig, dabei eine eigene, unabhängige Position zu finden. „Bildung ist sich der Grenzen der Erkenntnis bewusst und deshalb nicht dogmatisch (…)“ steht an diverse Philosophen angelehnt im Leitbild meiner früheren Schule. http://www.akadgym.salzburg.at/bangebot/leitbild.php, 06.11.13. Dadurch bin ich sicher vorbelastet ;) – Vielleicht ist ja dann mein Dogma das Undogmatische ;). Und jetzt mal schauen was es in der AAI-Mensa gibt: http://www.aai-wien.at/aai-mensa.

Klettern

ist anstrengend. Muskelkater vorprogrammiert. Ich bin aber zufrieden, dass ich dieses Semester einen der beliebten Kletterkurse ergattert habe. Ein Wermutstropfen ist der stolze Preis: 125€ für 70 Minuten ab dem 24. Geburtstag. Das Argument: Die Familienbeihilfe endet nun mit 24, daher wird das USI dann teurer. Teils sogar doppelt so teuer als vorher. Weniger Geld, dafür teurerer Sport. Voll logisch, oder? Zum Vergleich: Am USI Salzburg kosten ein eineinhalb stündiger Kletterkurs 18€ für Studierende bis 30, danach 42€! Ich zahle also am USI Wien für 20 Min weniger 107€ mehr. Immer wieder unverständlich auch die Preispolitik beim Semesterticket: Als Nicht-WienerIn zahlt man mit 150€ pro Semester das doppelte wie als WienerIn. Möchte man das ganze Jahr über fahren, zahlt man 360€ (2 Semestertickets plus 2 Sommertickets) – das heißt, die Studentenermäßigung beträgt 5€ im Vergleich zum Jahresticket. Argument der Wiener Linien: Das Jahresticket und das Semesterticket für WienerInnen sei von der Stadt hochsubventioniert, das andere nicht…

Augustinus ist schuld

Was ich am TFM übrigens nicht besonders mag, sind Gruppenreferate. Beinahe alle prüfungsimmanenten Kernfächer, die ich bis jetzt besucht habe, bestanden hauptsächlich aus Gruppenreferaten. Was ich am Studium mag, ist, dass größere Zusammenhänge für mich oft klarer werden. In meinem TFM-Kurs heute hatte ich noch ein kleines „Aha-Erlebnis“. Beim Blick ins Programmheft der „Marquis von O.“ stand eine Übersicht über das „Lucretia-Thema“, also das Thema des Stückes (siehe Dienstag), während aber nun in der Antike Lucretia, die sich nach ihrer Vergewaltigung, aus Verzweiflung umbrachte, die traurige Heldin der Geschichte ist, wurde im Mittelalter durch die christliche Kirche ihr Selbstmord verdammt. Augustinus sah in Lucretia keine Heldin, sondern eine Sünderin, erstens weil sie sich umbrachte, zweitens – wenn sie sich aus Scham umbrachte, dann hieße dies ja, sie habe es irgendwie doch gewollt – und sei deshalb erst recht eine Sünderin (vgl. Programmheft Marquise von O., Burgtheater, 2013). Danke Augustinus, musste das sein?

Donnerstag

Wir wachsen. Aber wohin?

Heute ist es warm. Richtig warm. 20°C im November sind viel zu warm. Sicher der Klimawandel. An der Uni Wien gibt es übrigens einige interessante Kurse zum Thema Umwelt(-politik). Herausragend ist die Sustainibility Challange, die jedes Sommersemester stattfindet und für (MA-) Student_innen der Uni Wien, der TU, der WU und der BOKU offen ist. Man geht interdisziplinär an Themen aus dem Bereich der Nachhaltigkeit/ Klimapolitik heran. (Übrigens: Fächergrenzen sind so was von gestern ;) ). Man hat Blöcke an jeder Uni und arbeitet in Gruppen im sogenannten Service Learning mit Projektpartnern an einem praktischen Projekt. Ich hatte das Glück eine super Gruppe und mit den ÖBB einen tollen Projektpartner zu haben. Siehe: http://www.rce-vienna.at/activities/sustainability-challenge/. Dieses Semester zu empfehlen ist die universitäre Ringvorlesung „Die ökologische Krise aus interdisziplinärer Perspektive“ am Donnerstag. Im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung/ Klimaforschung werden die Paradigmen Gründe Technologien und Nachhaltiges Wachstum stark kritisiert. Grüne Technologien alleine scheinen nicht auszureichen. Und muss die Wirtschaft immer wachsen? Und vor allem: Wie nachhaltig kann Wachstum wirklich sein?
Stelle fest, dass am Dienstag ein Prüfungstermin ist. Bin ich ja früh draufgekommen. Am Abend gibt es ein familiäres Ganslessen. Meine Verwandten finden das warme Wetter auch grässlich. Muss wohl vererbt sein.

Freitag

Redaktion und Kuchen

Dieser Tag ist Unimäßig nicht so interessant. Ich verbringe ihn mit einer Redaktionssitzung und Erledigungen. Am Abend geht’s dann mit ein paar Freundinnen ins Café Francais (Währinger Straße): http://www.cafefrancais.at/. Warmer Schokoladenkuchen!!!!

Transeuropäisches Wochenende
Ein freies Wochenende gibt es dieses Mal nur eingeschränkt. Am Samstag ging es beruflich nach Bratislava. Im Zug fange ich schon mal an, für die Prüfung zu lernen. Heute Sonntag habe ich ebenfalls mit Lernen verbracht. Zur Auflockerung gabs einen Spaziergang und ausgiebige Telefonate mit Freunden, die irgendwo in Europa verstreut sind. Vielleicht sind wir die erste wirklich europäische Generation? Eine Freundin meinte vorhin, wenn sie denn schon in Berlin ist, schaut sie auch gleich nach Bremen. Sind ja nur drei Stunden. Die Dimensionen beginnen sich wohl zu verändern. Bloß die Umstände sind oft noch nicht so einfach: Wo bleiben günstige Europa-Telefontarife, eine europäischere Bahn oder europäische Sozial- und Pensionsleistungen? Manchmal denke ich mir auch, es wäre schön, immer an einem Ort zu sein. Alle Leute, die man mag, in der Nähe. Hätte auch was. Aber erstmals wird daraus wohl nichts. Aber wenn ich mal keine Lust mehr auf die Globalisierung habe, setze ich mich in ein Haus am See, kauf mir eine Katze und mache eine Bäckerei auf ;). Ihr könnt dann gerne alle vorbeikommen und Kuchen bestellen.
P.S.: Es regnet wieder. Richtig viel :)




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