am 16. Oktober 2014
ungefähr 2 Minuten
Themen: MitarbeiterInnen

Offener Antwortbrief: Lieber Tori, wir haben nachgedacht.

Foto: Damit auch du ein Gesicht zu unserem Brief hast

Lieber Tori,

wir haben nachgedacht. Dein offener Brief hat gezeigt, dass dir unsere Fotoauswahl das schlechte Gefühl gegeben hat, für bestimmte Inhalte unser liebstes Aushängeschild zu sein. Wir haben das Bild mehr als einmal im gleichen Kontext (Internationalität) verwendet und damit für eine Zuschreibung gesorgt, die dir nicht recht ist. Das war keine böse Absicht und tut uns leid. Nicht außer Acht zu lassen, dass du gemeinsam mit deinen Kolleginnen auf dem Foto einfach auch sehr gut getroffen bist. Unser Versprechen, zukünftig sensibler bei der Fotoauswahl zu sein, nehmen wir ernst.

Mit Fotos halten wir es ein bisschen so wie Ikea: „Es ist ok, wenn du deine Meinung änderst!“ Deine mündliche Zustimmung von vor zwei Jahren gilt heute nicht mehr. Das finden wir zwar schade, weil wir ja offensichtlich große Fans deines Bildes sind, respektieren das aber und haben es aus unserem Fotokatalog gelöscht.

Auch eine Uni kann immer noch etwas dazu lernen, also: Wir werden die mündlichen Zustimmungen, die unsere FotografInnen immer von den Personen einholen („Ich bin von der Universität Wien. Darf ich euch fotografieren? Die Bilder werden für verschiedene Zwecke verwendet wie Website, Broschüre, …“), rasch in eine schriftliche Einverständniserklärung umwandeln. Für euch, liebe Fotomodels, und für uns. Wir können uns gut vorstellen, dass dir die Tragweite deines „Ist ok“ von vor zwei Jahren nicht in vollem Umfang bewusst war. Englische Startseite, große Fotoposition beim Website-Relaunch, Screenshot davon auf Facebook. Bisschen viel für ein „Ist ok“, finden wir auch. Machen wir in Zukunft anders.
Dann wollten wir noch die Sache mit den Symbolfotos besprechen. Es ist nämlich so, dass wir, soweit es geht, bewusst auf Stockfotos verzichten. Uns gefallen unsere echten Studierenden, ForscherInnen, ProfessorInnen und MitarbeiterInnen viel besser. Trotzdem schaffen wir es nicht immer, dass die Lebensläufe der Personen am Foto, das zur symbolischen Bebilderung einer Geschichte dient, mit den Infos im Text übereinstimmen. Wünschenswert ist das. In der Realität müssten wir für ein Hörsaalfoto mehrere hundert Leute zu Studium, Herkunft und Werdegang befragen.

Unsere Einladung zu einem Gespräch gilt übrigens noch. Du, als Betroffener einer falschen Auswahl, gemeinsam mit den FotografInnen und uns RedakteurInnen können bestimmt einige sinnvolle Inputs zusammentragen. Falls du dazu Lust hast, weißt du ja, wo du uns findest :)

Dein Team der Öffentlichkeitsarbeit der Uni Wien

Update: Tori hat unsere Entschuldigung und das Angebot angenommen. Wir stellen gerade ein Format zum Thema Reproduktion visueller Stereotype zusammen. Details und Einladungen folgen.



Diese IT-Services solltet ihr kennen – das bietet der ZID für Studierende

Der ZID (Zentraler Informatikdienst) ist der IT-Dienstleister der Universität Wien und unterstützt Studierende und MitarbeiterInnen mit zahlreichen IT-Services. Sara und Doris arbeiten dort und werden euch in diesem Blogbeitrag die wichtigsten IT-Services für euer Studium vorstellen. Die beiden haben vor ihrem Einstieg am ZID auch an der Uni Wien studiert und kennen noch das eine … Continued


Mein Stipendium für die Sommerhochschule in Strobl

Mit der Weihnachts-Spendenaktion 2016 wurde drei Studierenden der Universität Wien, die in ihren Jugendjahren nach Österreich geflüchtet sind, die Teilnahme an der univie: summer school for International and European Studies in Strobl am Wolfgangsee ermöglicht. Zakar Stepanyan, einer der drei StipendiatInnen bloggt über seine Highlights, seine Begegnungen und Erfahrungen. Ich möchte in diesem Blogbeitrag über meine unvergessliche Zeit in … Continued

46 Kommentare

  1. Schön am Thema vorbei geredet – wie wäre es mit einem Kommentar zu der Tatsache, dass ihr (immer wieder und nicht zufällig) eine Person of Color als Aushängeschild für Internationalität verwendet habt? Wo sich eben der Verdacht aufdrängt dass es nicht darum geht, dass er auf dem Bild „einfach auch sehr gut getroffen“ ist – sondern um die Hautfarbe?

    1. Als Fotograf, der noch dazu an einer Uni (Bremen) arbeitet, frage ich mich, wie man „Internationalität“ wohl besser verbildlichen kann, als durch unterschiedliche Hautfarben?
      Dass es lediglich eine diffuse Beschreibung der Fotografin gegeben hat, für welchen Zweck die Aufnahme sein soll, ist zwar typisch, aber nichtsdestotrotz eben nicht OK. Und mündliche Zusagen kann man eben nicht einfach mal so erweitern auf diverse nicht abgesprochene Nutzungen des Fotos.
      Die Uni mag keine Stockfotos verwenden, auch nachvollziehbar – aber dann rate ich in Zukunft doch zu bezahlten Models (können ja durchaus dann auch die eigenen Studenten / Studentinnen sein!) und schriftlicher Absicherung. Was meint ihr, wie viele StudentInnen jeglicher Haut- und Haarfarbe sich um diese Hiwi Jobs reißen werden? ;)

  2. Liebe Leute,

    die Antwort ist an der Frage vorbei, oder? Die Frage war ja, wie es zum Rassismus kommt dass Menschen mit dunklerem Teint offenbar ein Aushängeschild für Internationalismus sind, oder? Ich finde darüber solltet ihr nachdenken nicht darüber, ob jemand „ist ok“ gesagt hat.

    1. Mit Rassismus hat das überhaupt nichts zu tun. Tatsache ist, dass der überwiegende Teil der Österreicher eben nicht schwarz ist, dafür aber ein großer Teil der im Ausland lebenden Menschen. Ist es da wirklich so verfehlt, bei einer farbigen Person anzunehmen, dass sie aus dem Ausland stammt?

      Dass es bei dem strittigen Foto nicht zutrifft, ist egal, es ist nur ein Bild um eine Idee zu vermitteln. Wenn Fotos von Leuten verwendet werden, die eigentlich gar keine Studenten sind, ergeilt sich daran ja auch keiner.

      Also wenn Toris größtes Problem ist, öfters mal für einen Ausländer missverstanden zu werden, dann würde ich sagen, wir sind den Rassismus in Österreich los. Die Realität sieht leider anders aus, aber die Situation hier als Rassismus darzustellen ist bestenfalls absurd.

  3. Ich verstehe ja die Aufregung um das Missverständnis, dass uns hier zwei österreichische Studentinnen als schwedische Erasmus-Studentinnen verkauft wurden, aber was hat unser Tori damit zu tun? ;)

  4. Ich verstehe nicht, wie man, wenn es um festgeschriebene Rollenbilder, Klischeedenken bis hin zu Rassismus geht, so nonchalant und selbstzufrieden antworten kann. Euer breit grinsendes Foto zeigt, wie gleichgültig ihr der Thematik anscheinend gegenübersteht. Ich finde diese Antwort unsensibel und überheblich, der Tonfall geht an der Ernsthaftigkeit der Thematik vorbei. Und am Ende noch die Aufforderung, er kann ja vorbeikommen. Es ist an euch, auf ih zuzugehen! Wäre ich an seiner Stelle, würde ich diese Antwort als Verhöhnung auffassen.

  5. Ähem, klassische Themenverfehlung.
    Es ging nicht darum, dass er nicht wollte, nicht gezeigt zu werden und das Foto zu löschen, sondern dass er immer in einem falschen Kontext gezeigt wurde.

    Ihr habt dieses Foto *immer* im Kontext „international“ verwendet, es also so dargestellt, als wäre er „Ausländer“, weil er ja eine andere Hautfarbe hat.

    Warum habt ihr dieses Foto nicht in anderem Kontext verwendet? Und beispielsweise das Foto oberhalb dieses Blogs im „Internationalen Kontext“?

  6. Es gab eine Zeit, in der auf Fotos der Universität Wien und anderer Hochschulen der Welt ausschließlich weiße Männer abgebildet waren. Der Grund: Es waren ausschließlich weiße Männer zum Studium zugelassen. Diese Zeit ist noch nicht all zu lange her und ganz ehrlich – ich (Frau, weiß) sehne mich nicht danach zurück. Ich bin stolz darauf, dass es zu meiner Alma Mater einen freien Zugang gibt für Menschen jeder Hautfarbe und jeden Geschlechts. Zu recht ist auch die Universität Wien stolz darauf – und viele andere Unis der Welt ebenfalls! Seht euch gern einmal Bilder auf den Homepages anderer Unis an – ein wichtiges Thema ist Vielfalt und Offenheit, repräsentiert durch ein buntes Gemisch von Studierenden unterschiedlicher Geschlechter und Hautfarben. Bei amerikanischen Unis kann man davon ausgehen, dass es sich zum großen Teil um US-Staatsbürger handelt. So what? Was hier abgebildet ist, ist das Gegenteil von Rassismus – das sollte jedem klar sein, der sich von derartigen Fotos auf den Schlips getreten fühlt.

  7. Gratulation an das PR-Team der Uni Wien! So macht man das – gut reagiert!

    Warum manche PosterInnen unten eine „Themenverfehlung“ sehen wollen, ist mir nicht klar

  8. diese Antwort hat einen weiteren offenen Brief verdient. ist das euer Ernst? „Wir können uns gut vorstellen, dass dir die Tragweite deines “Ist ok” von vor zwei Jahren nicht in vollem Umfang bewusst war.“
    sein „ist ok“ galt sicherlich nicht als Erlaubnis dafür, ihn wegen seiner Hautfarbe ständig als „internationalen“ darzustellen. sich einfach zu entschuldigen wäre angemessener als diese peinliche Reaktion darauf.

  9. Gut reagiert! Schöner Text! So macht man das.

    Warum da manche Leute unten in den Postings eine „Themenverfehlung“ sehen, verstehe ich nicht.

  10. Damit disqualifiziert ihr euch ein zweites Mal selbst und aus einer peinlichen ZurSchauStellung rassistischer Vorstellungshorizonte, die ja nicht so selten sind und mit denen man sich auch mal hätte konfrontieren lassen können, wird eine ganz bewusst bezogene Posititon. Besch*ener könnte so eine zuckersüße Antwort kaum sein und ich fühle mich stellvertretend für den Angesprochenen ver*rscht ob der Verdrehung seiner Beschwerde und der Infantilisierung seiner Position, so als wäre es seinem fehlenden Weitblick geschuldet, in welchem Kontext ihr sein Foto benutzt.

    Anstatt einer abermaligen Einladung zum Gespräch, die das Thema des beleidigten Teenies folgerichtig fortsetzt, wäre es doch toll, würdet ihr den bereits gemachten Input ernster nehmen. Findet ihr nicht?

  11. Gibt es hier eigentliche Datenschutzrechtliche Themen? Oder sind Fotos, die auf Unigelände gemacht werden von Studierenden automatisch im Eigentum der Uni, egal was/wer fotografiert wird?

  12. Totale Themenverfehlung. Der Student hat sich kein bisschen beschwert, dass er einmal ein mündliches OK gegeben hat und sein Foto x-mal prominent verwendet wurde. Auch um die Authentizität des Symbolbilds geht’s nicht.

    Er wurde – als Flachgäuer, wenn ich seinen Brief richtig in Erinnerung habe – ausschließlich für „internationale“ und „Mobilitätsthemen“ verwendet. Er wurde als Mensch mit dunkler Hautfarbe, obwohl kein bisschen mehr international mobil als Hinz und Kunz, sondern anscheinend in Ö aufgewachsen und lebend, als Symbol für eine Gruppe, der er gar nicht angehört, verwendet. Nur weil er stereotyp „anders“, „international“ aussieht. Von einer Universität im 21. Jh. ist das erstens nicht gut. Er hat sehr ruhig drauf aufmerksame gemacht. Zweitens ist kein Problembewusstsein aber noch schlechter.

    Von jemand, der’s zum Hals raushängt, an ö Flughäfen nach der Österreicherin vor mir immer auf englisch angesprochen zu werden. Oder gefragt zu werden, woher ich denn komme, und darauf nur Linz sagen kann. Dass meine Großeltern von anderswo waren finde ich super und interessant, aber permanent als „anders“ angesprochen zu werden, hängt mir zum Hals raus. Ganz ohne von der Uni Wien zum Aushängeschild für Internationalität gemacht worden zu sein.

  13. Das nächste Mal bitte ohne sarkastisches Höhö.
    Das Team macht ja gute Arbeit, das zweifelt keiner an – aber hier hätte man doch genauer nachfragen können und nicht eine Person aus purem Glauben heraus als „international“ zu kategorisieren. Und ein „Ist gut“ ist leider keine ausreichende Grundlage, mit dem Bild Montage zu betreiben. Das würde wahrscheinlich nicht mal rechtlich standhalten.

  14. Pardon. Wo steht die genaue Information, dass er einem Foto zum Thema Internationalität zugestimmt hat? Wenn er nicht genau dazu befragt wurde, hat diese Entgegnung nämlich überhaupt keinen Wert. Über seine Abbildung hat er sich ja nicht beschwert.

  15. Als ich die Überschrift gelesen habe, hab ich mich im ersten Moment gefreut, hat die Uni Wien also doch was gelernt, sie bewegt sich also doch ;). Denkste, die „Antwort“ redet gekonnt um alle relevanten Punkte herum und ignoriert das eigentlich Problem.
    Ihr unterstellt einer Person aufgrund der Hautfarbe „Internationalität“. Das ist rassistisch. Übertrieben ausgedrückt: Nicht alle Österreicher_innen sind blond und blauäugig! Die mündliche Einverständnis Erklärung ist nicht das Problem, selbst wenn ihr den Besten Vertrag der Welt abgeschlossen hättet. Eure Verwendung des Fotos macht alles erst zum Problem!
    Und das solltet ihr lernen!

  16. Was für eine schwache Antwort! Sehr billiger Versuch jetzt auch noch due Schuld auf den Studenten zu schieben! Komplett am Thema vorbeigeschrieben. Er hat sich doch nicht über das Fotografieren beschwert sondern über den Zweck. Sehr schwach. Der der es geschrieben hat sollte schleunigst über einen Stellenwechsel nachdenken….

  17. Diese Antwort erinnert mich an so manche Antworten von Politikern, wenn sie geschickt einer konkreten Frage ausweichen möchten und das auch noch so überzeugt rüber bringen, dass man es oft gar nicht merkt, dass die Antwort mit der gestellten Frage überhaupt nichts zu tun hat.

  18. Thema verfehlt, 6, setzen! Es geht nicht um die Erlaubnis…Das linkslinke Gesindel shitstormed euch weil ihr rassistische Stereotypen reproduziert.

  19. Ich würde mir von einer professionellen Pressestelle eine angemessene Antwort erwarten, die eine Verletzung des Persönlichkeitsrechtes am eigenen Bild nicht als eine Lapalie herabspielt. Wenn es von dem Briefeschreiber eine mündliche Einwilligung gab als Beiwerk auf einem Gebäudefoto zu erscheinen wurde dies an den dargestellten Motiven klar verletzt – denn sowohl er als auch die anderen Studentinnen waren kein Beiwerk mehr am Bild, sondern tragende Motive – das Gebäude im Hintergrund wurde zur Nebensächlichkeit. Und üblicherweise benötigt man für derart Aufnahmen von Personen bei öffentlicher Verwendung einen entsprechenden schriftlichen Vertrag in Form einer Einwilligung und es gibt gegebenfalls entsprechende Vergütungen. Wenn eine Institution und dessen Presseabteilung glaubt sich über das Recht am eigenen Bild derart hinwegsetzen zu können zeugt das von einem Mangel an Professionalität. Das hat weder mit Internationalität, noch mit der Hautfarbe der abgebildeten Personen noch mit Rasissmus zutun – das ist einfach das Recht am eigenen Bild. Als gewerbliche Fotografin sollte man das wissen – das gehört zur Zulassung und ist auch Auflage der Innung. Mit kollegialen Grüßen

  20. Klasse gekontert! Ich als PR-Verantwortliche mit sehr viel Praxis verstehe die Situation, die Problematik und die Vorgangsweise total gut! Gerade die Fotoauswahl für bestimmte Projekte ist sehr schwierig, soll das Motiv doch das Thema optisch unterstreichen.

    Was bedeutet Internationalität? Müssen die abgelichteten Personen tatsächlich aus dem Ausland sein, damit es „korrekt“ ist??? Woran erkenne ich etwa einen tschechischen Studenten oder eine französische Studentin auf einem Foto?
    Und es ist es tatsächlich so schlimm, für ein internationales Foto hergehalten zu haben? Ich kann es auch als Ehre betrachten, wenn ich will! Und schließlich scheinen die Wurzeln doch irgendwie international zu sein, oder nicht? ;)

  21. Soooorry UNIVIE PR-Team,
    das ging gleich nochmal in die Hose. Auch der Beifall von Postern, die am Vorurteils-Stereotypen-Rassismus-Auge blind sind, sollte Euch kein Gefühl des „gerade noch mal hingekriegt“ vermitteln.
    PR-Nebelgranaten sind leider abgelaufen und trüben weder den Blick des kritischen Beobachters, noch lindern sie das Gefühl des aufgrund von Äußerlichem in ein Eck gestellt Werdens des betroffenen Menschen.
    Am Rande eine Frage: Medienrecht wird bei Euch noch unterrichtet, oder? Denn ohne schriftlicher Vereinbarung ist dieser Umgang mit Fotos nur eines: unprofessionell und dadurch riskant.

    Sagt doch lieber gleich wie es wirklich ist und Ihr gewinnt auf allen Ebenen – vor allem aber etwas für Euch selbst:
    „Hey! Scheisse. Das wollten wir nicht, jetzt merken wir aber, welche Stereotypen wir in unseren Köpfen herumtragen. Ist uns bisher gar nicht aufgefallen. Danke für Deinen Hinweis, wir nehmen das ernst und als Anstoß. Wir überlegen uns mal selbstbetrachtend wie es mit unseren Schablonen im Kopf so aussieht und werden ein Workshop zu dem Thema machen um unser Team hier aus dem unterschwelligen österreichischen Alltagsrassismus herauszulösen. Wir haben es nicht böse gemeint, aber verstanden dass es falsch war. Wir werden die Fotos nicht mehr verwenden.
    Dein …
    – – – – –
    Damit wäre Euch zwar von Rassistenseite kein Beifall sicher gewesen, Ihr hättet aber das Richtige getan.
    Aber was erwarte ich mir schon von einer österreichischen Institution…?

  22. Sehr sehr dreist geantwortet,

    diese Entschuldigung ist keine.
    Und man kann nur jedem raten, diese schriftliche Erklärung zukünftig nicht zu unterschreiben, sofern sie eine „Nutzung für alles“ bewilligt. Das Nutzen von Bildern mit Persönlichkeitsrechten im falschen Kontext ist niveaulos.

    MfG MW

  23. How about just publishing a picture of a foreign student when publishing something about foreign students? That would save us all from the damage control attempt above.

  24. Also diese Antwort geht total am Kern der Sache vorbei bzw wird darauf einfach gar nicht eingegangen. Abgesehen davon, geht es eigentlich in einem noch herablassenderen Ton? Peinliche und mE echt schlechte Arbeit für ein ÖA-Team (Was ich übrigens echt beachtlich finde, dass 8 ÖA-ler diese Antwort offensichtlich toll und originell finden…)

  25. Ich glaube nicht, dass ihr nachgedacht habt. Sonst würde eure Antwort nämlich nicht so klingen, als wäret ihr extrem verwundert darüber, dass jemand seine Meinung über eine Zustimmung zur Veröffentlichung eines Fotos ändern kann (und auch eine schriftliche Zustimmung kann man übrigens jederzeit widerrufen).
    Und wenn ihr wirklich nachgedacht hättet, dann würde eure Antwort zumindest etwas Verständnis dafür zeigen, dass eure Verwendung des Fotos bei der abgebildeten Person ein ungutes Gefühl ausgelöst hat. Davon finde ich in eurer Replik allerdings nichts, nur einen eigenwillig patzigen Vergleich mit Ikea, bei dem man fast annehmen könntet, ihr wärt ein wenig beleidigt wegen der ganzen Geschichte. Also sehr groß scheint der Lerneffekt nicht gewesen zu sein.

  26. Mir scheint, hier ist ein wesentliches Problem gar nicht klar. Es ist völlig wurscht, ob Tori vor zwei Jahren „ist okay“ GESAGT hat. „ist okay“ gibt keine Berechtigung das Foto derjenigen Person in jedem beliebigen Kontext für Werbezwecke zu verwenden. Zumindest eine oder einer im mehrköpfigen PR-Team sollte das doch eigentlich wissen?! Hier wurde das Persönlichkeitsrecht verletzt, Tori hätte ohne große Umschweife genauso gut klagen können … das wäre eventuell teuer geworden, nachdem das Bild scheinbar zwei Jahre lang immer wieder verwendet wurde. Werden eigentlich alle Bilder in den Broschüren, Websites, Flyern etc. der Uni Wien einfach so ohne Genehmigung abgebildeter Personen kommerziell verwendet? Statt es wie IKEA zu halten – und der Vergleich hinkt bedenklich – hätte ich hier echt den Kniefall vor Tori gemacht.
    Zum Rantasten an das Thema Persönlichkeitsrecht / kommerzielle Nutzung von Personenbildern hier nur ein Link: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/172/Seite.1720440.html

  27. Kann mich den Vor-Polstern nur anschließen: Medienrechtlich ist das klar eine Vertragsverletzung, wenn sein Bild nicht in dem Zusammenhang verwendet wurde wie besprochen und zugestimmt („für das neue Publizistikinstitut“). Also ein krasser Gegensatz zu dem behaupteten „DU hast deine Meinung geändert“. Ziemlich frecher Text eigentlich dafür, dass man sie genauso gut klagen könnte. Humoriger Ansatz, aber inhaltlich wird ihm ja hier voll die Schuld zugeschrieben. Zeugt von gutem Charakter, wenn er da weiterhin drüber steht. Die wissen immerhin ganz genau, warum sie das in Zukunft besser schriftlich und gleich unumschränkt für jeglichen Verwendungszweck festhalten sollten…

  28. Glaubt ihr wirklich, dass der Student vor zwei Jahren zugestimmt hätte, dass sein Foto gezielt bei internationalen Themen eingesetzt wird? Oder muss ein schwarzer Student einfach davon ausgehen, dass Fotos von ihm als Quotenausländerbeweis herhalten werden? Seine berechtigte Kritik als „Meinungsänderung“ aufzufassen ist tatsächlich herablassend. Und die Reaktion „Gut, du magst nicht stereotypgeleitet abgebildet werden, dann löschen wir dein Foto komplett!“ wirkt auf mich kindisch, nachtragend – und wie eine willentliche Umdeutung seiner Aussage.

    Dass Fotos mit Symbolen/Stereotypen arbeiten ist ja klar. Es erwartet auch keiner, dass ihr ausführliche Lebensdossiers aller Fotografierten führt. Aber bitte gebt zumindest zu, dass manche Stereotype lieber aufgebrochen als reproduziert gehören, und dass eure Nutzung des Fotos das definitiv versäumt hat. Schiebt das Problem nicht auf eine willkürliche Unentschlossenheit des Betroffenen!

  29. Liebes Uni-Wien Team, meiner Ansicht nach am Thema vorbei – denn nicht das Ok ist der Stein des Anstoßes (den ihr gleich mit einem weiteren Haufen österreichischer Bürokratie überdecken wollt) sondern die beiden Schwedinnen (aus der Steiermark? oder so) die nicht länger als Universitäre Sextourismus Stereotypen dargestellt werden möchten.

    Vielleicht gelingt es Euch mit den vielen kreativen Köpfen an der UNI eine Bildsprache zu entwickeln die ohne Hautfarbe – Augenschlitzen – Langnasen etc. auf international zu machen.

  30. Lieber Gebi Mair,

    wieso nimmst du eigentlich so selbstverständlich an, dass der Tori und nicht die beiden blonden Frauen am Foto symbolisch für Internationalität stehen? Bist du etwa nicht vorurteilsfrei?

  31. Wieso werden in diesem Antwortscheiben nicht die offenkundigen Ressentiments der Mitarbeiterinnen der Uni Wien thematisiert, vor deren Hintergrund sie anscheinend die Bildwahl getroffen haben? Warum wird nicht auf Rassismus und das Problem stereotyper Zuschreibung eingangen sondern ein Problem des Rechts am eigenen Bild konstruiert, das damit ein Problem gesellschaftlicher Tragweite individualisiert und völlig verkennt. Und warum wird in den Kommentaren auf „Hautfarbe“ rekurriert, wo doch auch dieser Begriff offentsichtlich ein soziales Konstrukt ist, der mit diskriminierender Absicht verwendet wird?

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