Science 2.0 in der Lehre: Von Blogs, Twitterinterviews und Piratenpads

tagcrowd

Schon seit einiger Zeit eignen sich Wissenschafterinnen und Wissenschafter die Werkzeuge des Web 2.0 wie Facebook, Twitter und Blogs für ihren Forschungsalltag an: Neue Praktiken der vernetzten Kommunikation entstehen, die zu einer Erweiterung der bisherigen wissenschaftlichen Kommunikations-, Publikations- und Vernetzungskultur führen. In den Naturwissenschaften werden soziale Medien bisher stärker eingesetzt, aber auch die Geisteswissenschaften sind auf dem Vormarsch.

Im Rahmen meiner Gastprofessur „Digital Humanities“ am Institut für Geschichte beschäftigen wir uns in den Seminaren auf Masterstufe mit den neuen Methoden der digitalen Geschichtswissenschaft. Dazu gehören etwa Digitalisierung, Wissenschaftskommunikation und -publikation im Web 2.0, Visualisierungen und Textmining sowie die Auswirkungen des digital turns auf die Art und Weise, wie wir Geschichte machen und schreiben. Dabei lag es nahe, dass wir nicht nur über Science 2.0 und digitale Geschichte diskutieren und prominente Projekte analysieren, sondern dass wir Methoden und Werkzeuge auch selbst ausprobieren. Denn vieles erschließt sich erst bei der Anwendung. Dabei lassen sich zum einen kollaborative Arbeitsweisen, Wissenschaftsmonitoring und der Aufbau einer digitalen Identität einüben, sowie zum anderen Vernetzung, Austausch und dialogische Wissenschaft online erfahren.

Gemeinsames Protokollieren im Piratenpad

So verfassen die Studierenden in den Kursen gemeinsam in einem Online-Dokument, wie etwa Piratenpad, Etherpad oder Framapad, das Protokoll für die jeweilige Sitzung. In diesen kostenlosen Tools schreibt jede und jeder mit einer eigenen Farbe. Korrekturen und Ergänzungen können sofort vorgenommen werden. Die gemeinsame Arbeit visualisiert sich in einem für Pads typischen bunten Flickenteppich, der entsteht, da alle mit einer unterschiedlichen Schriftfarbe schreiben.

Als Lehrende lese und schreibe ich bei den Notizen mit und kann, wenn nötig, korrigierend eingreifen. Anhand der Formulierungen sehe ich auch, ob etwas verstanden wurde oder ein Punkt noch weiter vertieft werden sollte.

Screenshot Framapad Digital Humanities

 

Kollaborativ betreuter Twitteraccount

Die Gastprofessur Digital Humanities hat einen eigenen Twitteraccount: @DH_UniWien

Betreut wird er von vier Studentinnen, die jeweils unter ihrem Namenskürzel Neuigkeiten rund um das Thema digitale Geschichte twittern. Zur Identifizierung der Tweets, die von anderen Accounts kommen, haben wir den hashtag #dguw15 (Abkürzung für: digitale Geschichte Uni Wien 2015) vereinbart. Die Tweets unseres Accounts sowie die Tweets unter diesem hashtag werden in einem Twitterarchiv gesammelt und gespeichert.  Darüber kann man einfache Visualisierungen erstellen. Die so gesammelten Daten wollen wir im Methodenworkshop am Ende des Semesters auswerten.

 

Neue Formate ausprobieren: Twitterinterview

Twitterinterview

Im Rahmen des Methodenkurses zur „Public History“ hat die Studentin Maddalena Vrhovec ein Twitterinterview durchgeführt: Befragt wurden die Verantwortlichen des Projekts @digitalpast zu ihrem Twitterprojekt „Heute vor 70 Jahren“, in dessen Rahmen derzeit das Kriegsende in Deutschland auf Twitter gruppiert um „Ereignisinseln“ nacherzählt wird. Das Interview wurde anschließend mit Storify gespeichert und lässt sich jetzt bei uns auf dem Blog nachlesen.

 

Wissenschaftsbloggen

Das bringt mich zum letzten Punkt, denn ein Blog haben wir natürlich auch. Für mich ist das natürlich, denn an meiner Einrichtung, dem Deutschen Historischen Institut Paris, wird über fast alle Forschungsprojekte gebloggt. Gemeinsam mit der Max Weber Stiftung haben wir 2012 das deutschsprachige Blogportal für die Geisteswissenschaften, de.hypotheses.org, aufgebaut.

Das Portal gehört zu einer europäischen Plattform und bietet eine qualitätsgestützte Umgebung für Wissenschaftsbloggende. Neben dem kostenlosen Aufsetzen des werbefreien Blogs und technischem Support, sorgen wir für die Verbreitung der Inhalte über unsere Sozialen Medien-Kanäle. Blogs erhalten von den Nationalbibliotheken mittlerweile sogar eine ISSN und sind damit anderen fortlaufenden Publikationen bibliothekarisch gleichgestellt, was erheblich zu ihrer Akzeptanz beiträgt. Nach drei Jahren sind über 200 Blogs auf der Plattform vereint, die monatlich gemeinsam über 70.000 unterschiedliche Leserinnen und Leser (unique user) haben. Ein Blick in den Katalog spiegelt die große Bandbreite der Themen und die Vielfalt der geisteswissenschaftlichen Blogosphäre.

digitale:geschichte

Unser Blog „digitale:geschichte“ – dessen Name, die an der Uni Wien übliche durch Doppelpunkt getrennte Bezeichnung der digitalen Projekte und tools aufgreift – begleitet alle vier Lehrveranstaltungen. Es ist erst seit April 2015 am Start, so dass es für eine Bilanz noch zu früh ist. Der erste Monat fiel jedoch sehr erfolgreich aus, wir konnten über 1.600 unique user auf unserem Blog verzeichnen.

Mit diesem Blog sind wir an der Uni Wien im Bereich Geschichte keineswegs die einzigen oder gar die ersten. Neben verschiedenen bloggenden Historikerinnen und Historikern gibt es schon lange das Blog „En route to a shared identity“ , das ein Netzwerk zwischen Archiven aus Zentraleuropa aufbauen möchte. Auch das Österreichische Institut für Geschichtsforschung bloggt und twittert unter @twioeg, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Den Elfenbeinturm Wissenschaft öffnen…

 

Der Einsatz der sozialen Medien in der Lehre hatte für mich auch arbeitstechnische Gründe. Ich nutze soziale Medien seit einigen Jahren sehr intensiv in der Forschung. Es erschien mir daher unpraktisch, für die Lehre über Moodle eine Parallelwelt aufzubauen, die nicht öffentlich einsehbar ist. Wenn ich beispielsweise einen interessanten Aufsatz finde, dann teile ich ihn meiner Wissenschaftscommunity über Twitter mit. Sollen meine Studierende diesen auch lesen, so müsste ich zusätzlich über Moodle eine Nachricht im Diskussionsforum schicken.

Auch umgekehrt ist der Transfer von Nutzen: Die Seminare zur digitalen Geschichte interessieren nicht nur die Studierenden vor Ort. Die in den Seminaren gelesene Literatur, Gedanken dazu sowie unsere Diskussionen kann ich im Blog einem größeren Leserkreis zugänglich machen. Dass das funktioniert, zeigen nicht nur die Zugriffszahlen, die ja weit über den kleinen Kreis des Seminars hinausgehen, sondern auch die 14 Kommentare im Beitrag „Der Historiker von morgen wird Programmierer sein, oder es wird ihn nicht mehr geben“.

Das Alles macht zugegebenermaßen viel Arbeit. Aber eben auch Spaß, da man von wissenschaftlichen Konventionen befreit anders – interessanter, kurzweiliger, geistreicher – als etwa in Peer-Review-Artikeln schreiben kann. Ob es sich gelohnt hat, darüber werde ich am Ende des Semesters auf dem Blog berichten…

 

Gastprofessorin Dr. Mareike König MA MA

Gastprofessorin Dr. Mareike König MA MA

Institut für Geschichte

Universität Wien

Twitter: @mareike2405

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Kommentare

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  1. | Jan Keupp

    Ich lerne in letzter Zeit viel über neue Formen digitaler Wissenschaftskommunikation und das meiste davon lerne ich auch schätzen. Allerdings gibt es Dinge, deren Vorteile mir nicht einleuchten – offenbar besteht hier Erläuterungsbedarf. Dies gilt beispielsweise für das hier praktizierte Format des Twitter-Interviews.
    Wo genau ist der Vorteil gegenüber anderen Formen der Fernkommunikation? Ein Telefonat oder gar ein Skype-Interview produziert allein durch Ton und Bild weitaus differenziertere Antworten, als sie auf 140 Zeichen unterzubringen sind. Sie lassen sich gleichfalls speichern und etwa über youtube mit einer größeren Gemeinschaft teilen. Die 140 Zeichen hingegen zwingen zu einer Kürze, die dem wissenschaftlichen Dialog nicht unbedingt zuträglich sein mögen. Tippen bringt zudem noch einen Zeitnachteil gegenüber dem gesprochenen Wort. Zumindest schiene es mir sinnvoll, über die digitale Engführung oder besser: digitale Selektionseffekte (wie viel Zeichen werden am Bildschirm faktisch gelesen?) kritisch zu diskutieren. „Neue Formate“ sind nicht per se bessere Formate, oder?

    Antworten
  2. | Jan Keupp

    Ich hatte an dieser Stelle vor zwei Tagen einen Kommentar hinterlassen – wohin ist er verschwunden? Ich versuche, den Gedankengang nochmals zur zu rekonstruieren:

    In den letzten Monaten habe ich zahlreiche digitale Tools und Kommunikationsmittel kennen gelernt – die meisten davon auch schätzen. Aber in einigen Fällen erschließt sich mir der Mehrwert der vermeintlich innovativen Instrumente nicht. Das gilt etwa für das hier vorgestellte „neue Format“ des Twitterinterview. Im Vergleich zur schriftlichen (chat) oder fernmündlichen Befragung oder einem Video-Interview (skye o.ä.) scheint die Ausdrucksmöglichkeit im Rahmen von 140 Zeichen doch reichlich begrenzt. Gerade die Kommunikation über wissenschaftliche Inhalte bedarf aber der Differenziertheit und Sprache und Ausdruck. Auch in der Möglichkeit der Verbreitung kann ich keinen Vorteil erkennen, ein Text- oder Videointerview ließe sich über Blogs/youtube ebenso gut einer breiten Rezipientengruppe zur Verfügung stellen.

    Ein Format ausprobieren hieße auch, die Vor- und Nachteile im Vorfeld kritisch abzuwägen und im Nachhinein zu evaluieren. Neu heißt doch nicht immer besser, oder? Ein oftmals positiver Fortschrittsfrenetismus sollte sich durch Methodenreflektion kontrollieren lassen.

    Antworten
    1. | Universität Wien

      Lieber Jan,

      danke für deine Stellungnahme. Kommentare werden manuell freigeschalten und es kann manchmal zu Verzögerungen kommen. Beite Kommentare von dir sind online und wir freuen uns über den offenen Dialog.

      Antworten
    2. | Maddalena Vrhovec

      Lieber Herr Professor Keupp,

      vielen Dank für Ihren anregenden Kommentar!
      In Anlehnung an Ihren Beitrag haben wir im gestrigen Proseminar erneut das Thema „Twitter in den Geisteswissenschaften“ diskutiert und ich möchte Ihnen kurz die in dem konkreten Fall für uns ausschlaggebenden Argumente für Twitter als Medium erläutern.
      Da es sich bei dem erwähnten Twitterprojekt @digitalpast um eine Reinszenierung historischer Ereignisse mittels Twitter handelt, wollten wir beim Interview vor allem im selben Medium bleiben. Hinzu kommt, dass ein Twitterinterview für beide Seiten ohne großen technischen Aufwand möglich ist, da man keine Kamera o.ä. benötigt. Ein weiterer Vorteil ist die direkte, immediate und interaktive Form von Twitterinterviews, wodurch alle Mitlesende das Geschriebene live mitbekommen und jederzeit durch Wortmeldungen eingreifen können. Folgend entwickeln sich oft neue Perspektiven, Ansätze oder Diskussionen, die bereits in den weiteren Verlauf des Interviews eingebunden werden können. Im Vergleich zu den von Ihnen erwähnten Interviews per Skype ist ein solches Eingreifen etwa nicht möglich.
      Ich erlebe Twitter, und im speziellen gilt das fürs Twitterinterview, auch als eine wissenschaftliche Übung, sich bei Fragestellung zu reduzieren und als Möglichkeit den kurzen und prägnanten Stil zu trainieren – was mir als Geisteswissenschaftlerin zugegebener Maßen oft schwer fällt. Denn selbst im Alltag sind wir immer wieder Situationen ausgesetzt, in denen es darauf ankommt sich kurz zu fassen; man denke nur an Liftgespräche oder Vorstellungsrunden, wo in 20 Sekunden das Wichtigste gesagt sein sollte. So gesehen empfinde ich die Begrenzung auf 140 Zeichen viel mehr als eine willkommene Chance und weniger als eine eventuelle Hürde.
      Twitterinterviews stellen ein weiteres Medium für interdisziplinäre Wissenschaftskommunikation dar und bieten prägnante Informationen, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu geben. Denn all jene, die durch das Interview auf den Geschmack gekommen sind, können sich mittels weiterführender Links zusätzliches, tiefergehendes Wissen einholen.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Maddalena Vrhovec

      Antworten
      1. | Jan Keupp

        Liebe Frau Vrhovec,
        den Gedanken, beim Medium Twitter zu bleiben, kann ich gut nachvollziehen. Hinzu tritt als Argument sicherlich, dass das Projekt „heute vor 70 Jahren“ eine fünfstellige Zahl an Followern erreicht hat und damit vermutlich mehr Menschen erreicht hat, als die meisten gedruckten Sachbücher (jedenfalls die meinen ;-). Ein wirklich gelungenes Beispiel von public history! Insofern kann man es für sinnvoll erachten, diesen Distributionskanal auch für das Interview zu nutzen.

        Wenn ich es richtig sehe, gab es allerdings keine Wortmeldungen von außen, das Interview blieb ein reines Zwiegezwitscher. Insofern scheint mir dieses Argument nicht empirisch belegt. Auch der Zwang zu Kürze scheint mir bei 140 Zeichen übermäßig strikt zu sein, die meisten Antworten bedurften daher ja zwei Tweets. Prägnanz ist auch in jeder anderen Interviewform gefragt und den Trainingseffekt für die Wissenschaft kann ich gut mittragen. Die extreme Reduktion der Inhalte ist aber eher ein journalistisches denn ein wissenschaftliches Gütekriterium.

        Insofern würde ich Twitter nicht als Medium der „Wissenschaftskommunikation“ einordnen, sondern als Schnittstelle zu einem bestimmten Segment der Öffentlichkeit einordnen. Das liegt auch im Medium selbst begründet, das ja fröhlich-frei und unverbindlich „zwitschert“, nicht konzise komplexe Sachverhalte aufschlüsselt. Als solches rangiert es irgendwo zwischen der Hintergrundsmusik im Supermarkt und der beim Autofahren gehörten Kultursendung. Beides hat seine absolute Berechtigung, ist aber nicht mit Wissenschaft zu verwechseln.

        Antworten
        1. | Mareike König

          Lieber Herr Keupp,
          Twitter-Interaktionen bestehen auch darin, dass Tweets gefavt oder retweetet werden. Das fand während des Interviews durchaus statt. In anderen Twitterinterviews habe ich es erlebt, dass intensiv mit mehreren diskutiert wurde. Dass es in diesem Interview nicht der Fall war, ist kein Argument gegen das Medium an sich, den potentiell gibt es diese Seite an Twitterinterviews. Und sie ist eine große Stärke im Vergleich zu anderen Medien. Davon ist unberührt, dass es genauso große Schwächen gibt und im Einzelfall abzuwägen ist, wofür man sich entscheidet. Dazu noch einen internen Grund: Wir speichern unsere Tweets während des Semesters, um am Ende eine Auswertung im Methodenkurs vorzunehmen, d.h. wir generieren hier auch ganz bewusst Daten, die wir später brauchen.
          Nicht einverstanden bin ich mit Ihrer Gesamteinschätzung von Twitter als Mittel der Kommunikation/Publikation in der Wissenschaft. Natürlich: ein vertiefter Austausch ist dort nicht möglich, der findet auf den Blogs statt. Aber Twitter eignet sich hervorragend für ein wissenschaftliches Monitoring zu einem oder mehrerer Themen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Außerdem dient es der Vernetzung, was ebenso hervorragend funktioniert aus meiner Sicht. Für Teams ist es die virtuelle Kaffeeküche, in der man sich ab und zu treffen kann, und dass noch nicht mal zur selben Zeit, wie bei Chats. Aus Erfahrungssicht ist gerade Twitter der Beweis dafür, dass der wissenschaftliche Austausch in ephemeren und begrenzten Räumen seine Berechtigung hat.

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          1. | Jan Keupp

            Wie gut Blogs sich zur Wissenschaftskommunikation – gerade auch der kontroversen – eignen, das dokumentieren wir hier auf plastische Weise.
            Das „Kommunikation“ bei Twitter würde ich dick unterstreichen, das „Wissenschaft“ allenfalls klein schreiben. Das Medium bietet die Möglichkeit, auf wissenschaftliche Inhalte hinzuweisen und erweist sich dabei als potentiell nützlich. Es kann diese Inhalte aber nicht selbst transportieren.
            Diese strikte Trennung zwischen Form und Inhalt muss man natürlich nicht mittragen (weder theologisch noch naturphilosophisch).
            Dass Twitter auch und gerade für WissenschaftlerInnen ein Gewinn sein kann, scheint mir via facti bewiesen. Der Dissenz lässt sich so vielleicht auf eine definitorische Ebene zurückwerfen.

  3. | Torsten Hiltmann

    In meinem verschiedenen Lehrveranstaltungen bin ich gerade auch am Ausprobieren neuer digitaler Lehrformen und Tools. Einerseits teile ich dabei die Skepsis von Jan Keupp, was Twitter angeht. Darüber hinaus würde mich auch unbedingt für den „geschützten Raum“ wie im Moodle stark machen. Die Öffnung der Wissenschaft gegenüber (und deren Zusammenarbeit mit) einer interessierten Öffentlichkeit halte ich auch für sehr wichtig und mach da auch was ich kann. Hier können die digitalen Medien viel beitragen (z.B. mit Blogs). Wichtig aber wäre auch, dass das nicht wahllos geschieht. Einerseits ist die Gefahr dann groß, noch mehr von dem Rauschen zu erzeugen, in dem es nur noch schwieriger wird, gute und inhaltsvolle Angebote zu identifizieren. Andererseits ist man als Studierender ja auch noch beim Lernen. Und da mag man auch nicht immer beobachtet werden. Von daher halte ich Moodle schon für sehr praktisch. Und mal ehrlich, Moodle mal richtig zu nutzen ist doch ein gehöriger Fortschritt. Die meisten Studiernden kennen es doch bisher nur als Kopieeinstelldienst. Nix mit Abstimmungen, Diskussionen, Aufgaben erstellen usw. Von daher ein klares Plädoyer für Moodle und geschützten Raum.
    Aber ich will nicht nur widersprechen. Dieses Semester erstmals ausprobiert und mir direkt ans Herz gewachsen ist das Piratepad (Etherpad, etc.), das im Beitrag ja auch gleich als erstes besprochen wird. Für die Lehre ist das geradezu genial. Dabe kann man damit nicht nur gemeinsam Protokolle erstellen (man, woher Mareike es kennt! :0). Gerade auch zur Ergebnissicherung bei Gruppenarbeiten lässt es sich bestens einsetzen. Jede Gruppe kann da für sich einen Text entwickeln. Gleichzeitig sehen alle, was die anderen Gruppen gerade machen und können sich ggf. Über den Chat auch absprechen. Indem man das Pad gleichzeitig an die Wand beamt, sehen alle, dass und was gerade passiert. Über den Beamer werden dann auch die Ergebnisse der einzelnen Gruppen präsentiert, die sich ja zudem farblich voneinander abgrenzen. Alles wird festgehalten, nichts geht verloren. Und in der nächsten Stunde kann man wenn notwendig genau da weitermachen, wo man war (nachdem man die Texte der Gruppen zwischendurch vielleicht auch noch – nachvollziehbar – korrigiert und ergänzt hat). Die Motivation bei den Studierenden ist mit dem Pad auf alle Fälle noch einmal deutlich höher als bei den herkömmlichen Mitteln, wo man nie weiß, ob das , was man macht, überhaupt jemand mal anschaut. Das einzige Problem mit Etherpad und Co.: das funktioniert nicht mit dem IPad (man kann nicht scrollen). Wenn da jemand eine Lösung hat?

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