Stimme Sprache Präsenz – Seminar für Uni Wien MitarbeiterInnen

Stimme Sprache Präsenz

An der Universität reden lernen wie eine Königin oder ein König:  Einerlei ob man einen Vortrag hält, Universitäts-Gäste begrüßt, Studierende berät, überall braucht man eine starke Stimme. Nun liegt es nicht jedem, laut und deutlich vor Publikum zu reden. Nervosität, Beklemmung, Lampenfieber beschleunigen die Zunge und schnüren die Kehle zu. Man beginnt zu zittern.

Nun gehört das Reden vor Publikum nicht zu meinen liebsten Beschäftigungen. Wenn ich doch dazu gezwungen bin, z.B. bei Lesungen (mein zweiter Beruf ist Schriftstellerin), verfalle ich allzu oft in Selbstgespräche. Das kommt nicht gut an. Um meine Redefähigkeit zu verbessern, besuchte ich im April und Mai 2015 den zweitägigen Kurs der Trainerin Karin Steger zum Thema „Stimme, Sprache, Präsenz“.

Karin Steger ist Moderatorin, Radio-Sprecherin, Sängerin und Buchautorin. Sie hat den Kurs einfühlsam und kompetent gestaltet: Atemübungen, wie sie auch SängerInnen und SchauspielerInnen praktizieren, in Kombination mit Lese- und Redeübungen (ein Skript für das Üben zuhause wurde uns übergeben) führten auch bei TeilnehmerInnen, welche nicht zur „Rampensau“ geboren wurden, zu deutlichen Verbesserungen. So erfuhren wir, dass für das Sprechen und für die Stimme zwei Dinge besonders wichtig sind: Der Atem und das Selbstvertrauen.

Für die Stärkung des Selbstvertrauens fand ich die grafische Darstellung einer Königs-Figur mit allen Attributen (siehe Abb.) sehr hilfreich. Die stets präsente Vorstellung, als Königin oder König vor sein Publikum zu treten, fand ich wunderbar.

Stimme Sprache Präsenz

Atem und Selbstvertauen – Eine Übungssache

Sobald eine/r der TeilnehmerInnen beim Reden in Unscheinbarkeit (sich klein machen) zu verfallen drohte, erinnerte uns die Trainerin an das Bild des Königs/der Königin, welche/r dem Volk etwas Wichtiges mitzuteilen habe. Wir übten auch, die Stimme anzupassen, so z.B. die Lautstärke bei großem Publikum zu erhöhen. Ein langer Atem ist wichtig für die Stimme. Dieser lässt sich durch ein verzögertes Ausatmen trainieren:

  • Hierzu legt man sich rücklings auf den Boden,
  • atmet ein und versucht so lange wie möglich mit einem stimmhaften S in unterschiedlichen Intervallen auszuatmen,
  • den allerletzten Rest des Atems stößt man wie bei einem Ventil ruckartig aus.

Diese Technik kräftigt die Bauchatmung. Schließlich praktizierten wir das freie Sprechen anhand weniger graphischer Karten, welche genügten, unsere Phantasie zu beflügeln. Besonders wichtig dabei: die aufrechte Körperhaltung und der Blickkontakt zum Publikum. Am letzten Kurstag wurde zudem jeder/m TeilnehmerIn ein einstündiges Einzel-Coaching geboten, wobei ich das kraftvolle und nuancierte Vorlesen übte. Die Trainerin ging auf individuelle Wünsche ein.

Ich danke Karin Steger und ich danke der Universität Wien, die ihren MitarbeiterInnen durch zahlreiche Schulungen in allen Bereichen die Möglichkeit zur Weiterentwicklung bietet. Auf freiwilliger Basis. Denn nur aus innerer Überzeugung entsteht Gutes.

Christine Neumeyer

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