am 14. April 2015
ungefähr 4 Minuten
Themen: Eltern , Kind , Studieren mit Kind , Studierende , Studium

Studieren mit Kind

Es ist März. Erste Woche des neuen Semesters. Oder auch die Zeit mit den meisten Studenten an der Universität – mal abgesehen von der Prüfungswoche. Die erste Woche ist deswegen so wichtig, weil sie neben den ganzen Informationen zu den Prüfungsmodalitäten, einem auch den Platz im Kurs sichert. Die erste Woche habe ich verpasst. Mein dreijähriger Sohn hatte eine Mittelohrentzündung. Die kurzen Zeiten, in denen er zum Schlaf kam, nutze ich, um an die jeweiligen Lehrenden eine E-Mail zu schreiben und sie zu bitten, mich dennoch an der Lehrveranstaltung teilnehmen zu lassen.

Studieren mit Kind ist nicht schwierig, sondern einfach anders

Ich bin Studentin und gleichzeitig Mama. Eigentlich müsste ich das noch genauer beschreiben: ich bin eine junge Studentin, nämlich 24 Jahre alt. Als ich zu studieren begann, war ich schon schwanger. In diesem Sinne war mein Sohn immer ein Teil meines Studiums und ich gleichzeitig eine junge, neugierige Studierende, die manchmal gerne am Abend weg geht.
In einem Artikel für das Magazin UNIMAG habe ich mich dem vorher angeschnittenen Thema der Anwesenheitspflicht gewidmet.

Darin sage ich auch, dass Studieren mit Kind nicht unbedingt schwierig sein muss. Es ist ganz einfach anders.
Eine der größten Herausforderungen ist das Management. Ich kann nicht einfach bis zum Ende des Semester warten, um mit dem Lernen anzufangen. Auch muss ich meine Kurse in die Kindergartenzeit legen. Das ist nicht immer leicht, aber möglich. Hinzu kommt, dass auch ich gerne hin und wieder feiern gehe. Das klingt nun so, als ob mein Alltag komplett durchgeplant wäre. Aber um ehrlich zu sein, bin ich teilweise sogar spontaner als meine KollegInnen ohne Kind.

Sich selbst treu bleiben und trotzdem auch Mama sein

Vielleicht ist das auch eine Sache der Einstellung. Ich liebe die Zeit mit meinem Sohn, weil er mir die Welt aus seiner kindlichen Sichtweise erklärt. Gleichzeitig möchte ich mich selber auch nicht aufgeben. Ich möchte später nicht sagen können, dass ich etwas nicht tun konnte, weil ich ein Kind habe. Es ist eine Balance aus all dem.

So verbringe ich den Vormittag meistens auf der Universität. Entweder in Lehrveranstaltungen oder lernend auf der Bibliothek. Am Nachmittag spiele ich mit meinem Sohn. Dabei kann ich mich richtig austoben und tanke gleichzeitig wieder Energie, um mich am Abend hinzusetzen und weiter zu lernen oder um mit meinen Mitbewohnern über aktuelle Themen zu diskutieren. Wenn StudienkollegInnen in der Endphase des Semesters die ganze Zeit auf der Bibliothek verbringen, wundert es mich nicht, dass ich vom Gemüt her ausgeglichener bin. Schließlich verbringe ich viel Zeit an der frischen Luft und habe die beste Entschuldigung, um singend und springend durch die Straßen zu laufen.

Alles eine Frage der Organisation

Aber auch ich komme öfters zu dem Punkt, an dem ich das Lernen gegen eine Pause Kaffee mit FreundInnen tausche. Und ja, ich genieße es, hin und wieder faul zu sein.

StudieMitKind03

Einmal bin ich deswegen durch eine Prüfung gefallen. Das hat mich geärgert. Aber ich war daran selber Schuld und nicht die Tatsache, dass ich Mama bin. Denn meinen Bachelor habe ich in Regelstudienzeit beenden können (und das u.a. auch Dank dem Vater meines Sohnes). Um genau zu sein, im siebten Semester. Und dieses habe ich eigentlich auch nur gebraucht, um noch mehr als 180 ECTS Punkte zu sammeln, weil ich ein zusätzliches Erweiterungscuricculum absolvieren wollte.

Ohne Hilfe geht’s nicht

Nach der ersten Semesterwoche, musste ich mich dazu aufrappeln, E-Mails an diverse ProfessorInnen zu schreiben, obwohl ich genauso müde war, wie das kranke Kind, um das ich mich kümmerte. Zumeist reagieren ProfessorInnen in solchen Situationen mit Verständnis.

Und auch StudienkollegInnen helfen einem mit Zusammenfassungen oder springen kurz in die Rolle des Babysitters, damit man zumindest ein paar Mal in den Kurs am Nachmittag gehen kann. Denn ein dreijähriges Kind wird schnell unruhig, wenn nur gesprochen wird, egal wie interessant das für uns Erwachsene sein mag.

Studieren mit Kind ist ein kleines Abenteuer, ein Jonglieren von Zeiten, Selbstdisziplin, Teamwork und vieles mehr. Aber all das heißt nicht, dass es schwierig ist. Es ist eben anders.



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  2. Eine erstaunliche Tatsache, die ich am Anfang der Reise gleich kennengelernt habe, sind die Zikaden. Sie sitzen auf den B umen und erzeugen eine derartige Lautst rke, dass sie selbst den Stra enl rm berdecken, einem Kopfschmerzen bereiten und man ber den Krach beinahe schreien muss, um sich einigerma en unterhalten zu k nnen.

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