Eine Reise zu mutigen Entdeckungen am 31. März 2014
ungefähr 3 Minuten
Themen: Forschende , Forschung , Universität der Zukunft

Eine Reise zu mutigen Entdeckungen

Die Universität der Zukunft ist ein Ort des Mutes. Sie ist eine Spielwiese der Neugier, ein Labor der Experimente, der Ausgangspunkt für eine Entdeckungsreise.

„Lernen ist Vorfreude auf sich selbst.“ (Peter Sloterdijk)

Neugier und Wissbegierde sind dem Menschen angeboren. Lernen ist ein Prozess des Entdeckens, der laufend überall stattfindet und kein herausgehobener, extrahierter Vorgang ist. Lernen ist daher nicht mit Universität gleichzusetzen, es findet nur unter anderem auch dort – unter bestmöglichen Bedingungen – statt.

In der Universität der Zukunft werden Fehler als integraler Bestandteil des Lernprozesses verstanden. Es gilt demnach nicht diese zu vermeiden, denn erst das Probieren verschiedener Lösungen, und damit einhergehend auch das Scheitern, ermöglichen es Wissen und Können im Gehirn zu verankern. Daher werden Fehler beim Lernen und das Scheitern an Aufgaben nicht bestraft, sondern explizit gewünscht. Sie erlauben das Wachstum über sich selbst hinaus. Wer den Mut zum Scheitern hat, wem die Angst vor dem Versagen genommen wird, hat die Freiheit wahrlich Neues, noch nie Dagewesenes – die Zukunft – zu erschaffen.

Es gibt kein Auswendig-Lernen, kein Bulimie-Wissen, keine Prüfungen, bei denen eingepauktes Wissen abgefragt wird, um dann wieder schnellstmöglich vergessen zu werden. Man studiert, um Zusammenhänge zu verstehen, um Neues zu entdecken und zu erschaffen. „Learn-to-remember“ wird durch „learn-to-understand“ abgelöst.

Das Erforschen eines Themas ist nicht geradlinig auf von Lehrenden vorgegebene Ziele zugeschnitten. Die Reise wird am Anfang gemeinsam geplant. Sie kann und soll jedoch weit über den Horizont, das Wissen der Lehrenden, hinausgehen und darf auch in eine gänzlich unvorhergesehene Richtung führen. Irrtümer sind erlaubt, denn „errare“, das Herumirren auf der Wanderung, führt oft zu den besten Entdeckungen der Reise.

Es gibt keine Noten, daher entfällt die Selbstdefinition der Studierenden über eine Zahl zwischen 1 und 5. Die Motivation liegt in der natürlichen Neugier, in der Suche nach Lösungen und im Wettbewerb. Dabei geht es nicht um die Kraft von Einzelkämpfern, sondern um Teamarbeit. Die Teams nützen die individuellen Stärken ihrer Mitglieder, ihre verschiedenen Ansätze, ihre unterschiedlichen Hintergründe und Ansätze. Die Studierenden müssen sich ihre Arbeitsteams selbst zusammenstellen. Quer durch alle Fachrichtungen holen Sie sich die besten Köpfe, die gemeinsam an fächerübergreifenden Projekten arbeiten. Darum werden alle bemüht sein, in möglichst heterogenen Teams zu arbeiten. Je mehr Vielfalt, desto besser für die Erforschung eines Themas. Je unterschiedlichere Ansätze, desto eher wird Neues entdeckt.

Die Lehrenden sind nur Begleiter in diesem Lernprozess. Das höchste Ziel aller Lehrenden der Universität ist, dass ihre Studierenden besser als sie werden. Es geht bei den Lehrenden also bei Weitem nicht mehr rein um die fachliche Kompetenz, sondern um die entscheidende Frage, ob sie hell genug brennen, um das Feuer in anderen zu entfachen.

Die Aufgabe der Lehrenden ist dabei so schlicht, wie herausfordernd:
Der zukünftigen Generation den Mut für große Ideen zu geben, damit sie zu einer inspirierenden Entdeckungsreise aufbrechen können.


Univ.-Lektor Mag. phil. Gergely Teglasy, Fakultät für Sozialwissenschaften, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

Gedanken zur „Universität der Zukunft“ anlässlich 650 Jahre Universität Wien



Lust der Täuschung – Glaskunstwerke auf Reisen

 „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ – frei nach dem von Matthias Claudius geprägten Motto will Maximilian Petrasko von der #univie hier die Planung und Durchführung einer Reise von fünf Glaskunstwerken, gefertigt von Leopold (1822-1895) und Rudolf Blaschka (1857-1939), aus der Zoologischen Sammlung der Universität Wien in Richtung Kunsthalle München nachzeichnen, … Continued


Geschlechterstereotype im universitären Kontext

Stellt euch eine Person vor, die in der Wissenschaft tätig ist. Seht ihr vor euch einen Mann oder eine Frau? Marlene Kollmayer ist Post Doc am Institut für Angewandte Psychologie der #univie und beschäftigt sich mit der Forschung an Geschlechterstereotype. In ihrem Blogbeitrag erklärt sie gesellschaftliche Phänomene und stellt spannende Studien vor. In einer aktuellen … Continued


Wie Veranstaltungen in der darstellenden Kunst barrierefrei(er) werden

Wie viel bekommst du von einer Theateraufführung mit, wenn du dir die Ohren zuhältst oder die Augen zumachst? Kannst du der Vorstellung folgen oder überall mitlachen? Diesen Herausforderungen begegnet das europäische Projekt ACT (Accessible Culture and Training) durch verschiedene Maßnahmen im Rahmen der Barrierefreiheit. Am Uni Wien Blog erzählt Universitätsassistentin Barbara Heinisch von ihren Erfahrungen mit … Continued

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top