von Lisa Quasnicka
am 5. Juni 2018
ungefähr 5 Minuten
Themen: Instagram , instawalk , Mein Campus , Social Media , Studierende , Uni Wien Campus

Hashtag #univiecampus – Ein guided Instawalk durch mehr als 20 Jahre Campusgeschichte

Lisa hat uns beim Instawalk am #univiecampus begleitet. Die Uni Wien Studentin und Instagrammerin erzählt von ihren Eindrücken, über die Geschichte des Campus und zeigt vor allem coole Fotos unserer Stationen.

Perspektiven des Campus, die die meisten Studierenden der Uni Wien sehr gut kennen dürften.

 

Letzte Woche lud das Social Media-Team der Uni Wien ein weiteres Mal zum #Instawalk und ich, Lisa Quasnicka aka @wondersonawall, durfte erstmals der Tour beiwohnen. Anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums präsentierten uns Mag. Dr. Herbert Posch vom Institut für Zeitgeschichte und Mag. Dr. Jalil Saber Zaimian Hintergründe und Historisches zum Gebäudekomplex, der in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts von einem ehemaligen Krankenhaus zum heutigen Studienort umgewandelt wurde.

Die Campus Allee

Ich selbst studiere seit dem Wintersemester 2012 Deutsch und Geschichte auf Lehramt und war im Rahmen meines Studiums mal mehr, mal weniger am Campus „im alten AKH“ zugegen. Denn heute befinden sich diverse geistes- und kulturwissenschaftliche Institute, darunter jenes der Zeitgeschichte selbst, vor Ort.

 

 

Die erste Station am Dachboden des Campus Gebäudes

Die erste Station führte uns direkt auf den Dachboden des Hof 1. Ursprünglich als Armen- und Invalidenhaus nach der Zweiten Türkenbelagerung 1693 erbaut und genutzt, als Allgemeines Krankenhaus weiterverwendet und erweitert, sollten hier während des Umbaus zum Universitätscampus schicke Studentenwohnungen entstehen. Die Pläne waren jedoch schwer mit dem bestehenden Denkmalschutz des Gebäudes vereinbar.

Von seiner grünen Seite zeigt sich der belebte Hof 1 im Frühling und Sommer und lädt zu einer erholsamen Pause vom Studieren ein.

Zu sehen gab es am Dachboden aber nicht nur Staub und Schmutz, insbesondere der Ausblick zu beiden Seiten, in den Hof und zur Alser Straße, lohnte den Aufstieg über die engen Treppengänge.

 

 

Alser Kirche (c) Lukas Pellmann

Begleitet wurde die Gruppe auch von Autor Lukas Pellmann, welcher gemeinsam mit UserInnen auf derstandard.at eine Krimi-Kurzgeschichte über unseren Instawalk gestaltet. Lukas ist Alumnus der Uni Wien – mehr über ihn und seine Geschichten erfahrt ihr in seinem Blogbeitrag.

Weiter geht’s durch den Hof 1, vorbei an der Gastronomie und dem UNI WIEN Shop on the Road (der zurzeit hier Station macht).

univie Shop on the road

Wir erfahren, dass die heute unscheinbare und grün bewachsene Küche der Stiegl Ambulanz während des Zweiten Weltkrieges als OP-Bunker erbaut wurde, um auch während Fliegerbombardements wichtige Operationen unterbrechungsfrei durchführen zu können.

 

 

Stiegl Ambulanz

Doch auch die Universität selbst weiß, ihre räumlichen Ressourcen zu nutzen, wie ein Besuch in der ehemaligen Kapelle der Einrichtung zeigt – wenngleich der (weil fest im Boden verankerte) denkmalgeschützte Altar doch für paradoxe Situationen im Rahmen der wissenschaftlichen Nutzung als Seminarraum sorgt.

Kapelle am Campus

 

Wir gelangen durch den Durchgang in Hof 2, wo sich das Hörsaalzentrum befindet und der deshalb als der „Studierendenhof“ bezeichnet wird. Neben den Hörsälen C sollte ein kleines Amphitheater für Veranstaltungen Platz finden, jedoch konnte das aus Haftungsgründen nicht realisiert werden. Stattdessen findet sich dort nun eine kybernetische Skulptur. Diese war ein Geschenk von dem in Wien geborenen Carl Djerassi, Erfinder der Antibabypille, an die Albertina, fand nun aber dort einen besseren Platz.

 

Der japanische Garten

Unweit davon findet sich ein weiteres Kunstwerk und unsere nächste Station: der japanische Garten vor dem Institut für Ostasienwissenschaften. So schön er anzusehen ist, hat er doch einen bitteren Beigeschmack, da er zum Jubiläum der Einrichtung des ersten Japanologie-Institutes an der Universität Wien errichtet wurde. Diese kam durch die politischen Beziehungen der faschistischen Staaten, darunter Japan, Deutschland und Österreich, in den 1930er-Jahren zustande.

Einen ideologischen Gegenpol dazu stellt unsere letzte Station, das „DENK-MAL“ Marpe Lanefesh in Hof 8 dar. 1903 als

Außenansicht des Denkmals, im Hintergrund die Notendruckerei der Österreichischen Nationalbank.

Betpavillion für jüdische PatientInnen des Krankenhauses errichtet, wurde das Gebäude von den Nationalsozialisten geschändet und später als Trafo-Raum genutzt. Beim Umbau des alten AKH wurde es zum zentralen Gedenkort der Universität Wien. Die Grundstruktur wurde durch Glasflächen rekonstruiert und die Fresken symbolisieren die zerstörten Thora-Rollen.

 

Für mich als Geschichte-Studentin war der Rundgang damit doppelt interessant, nein, sogar dreifach, wenn man die liebevolle Verköstigung beim Abschluss noch hinzuzählen möchte. Aber auch ohne diesen gastronomischen Ansporn freue ich mich bereits auf den nächsten Instawalk, an dem ich teilnehmen darf.

Weitere Informationen zum Universitätscampus und der „Achse der Erinnerung“ findet ihr hier:  http://www.univie.ac.at/Achse/
Veranstaltungstipp: Am 5. Juni 2018  beginnt die Architekturausstellung über den Umbau der AKH zum Uni Wien Campus. Wir zeigen euch ein Monat lang Zeichnungen, Pläne, Filme und Fotos zur Entstehungsgeschichte unserer grünen Oase (wie Katja Langmaier den Campus in ihrem Blogbeitrag beschreibt) mitten in der Stadt. :) Nähere Infos dazu holt ihr euch hier.

 

Literatur: Vom AKH zum Uni-Campus. Achse der Erinnerung. Hrsg. v. Herbert Posch, Markus Stumpf, Linda Erker und Oliver Rathkolb. Wien 2015


Lisa Quasnicka

1994 in Wien geboren, Hobbyfotografin und Lehramtsstudentin an der Universität Wien seit 2012.
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