„Know what you really want to say“: Deine Forschung in einer Infografik von Hanna Möller
am 8. Februar 2018
ungefähr 3 Minuten
Themen: Forschungskommunikation , Infografiken , MitarbeiterInnen , Workshop , WTZ Ost

„Know what you really want to say“: Deine Forschung in einer Infografik

Forschungsergebnisse in einer Grafik darstellen? Diesem Thema widmete sich am 24. Jänner ein Workshop zum Thema Infografiken an der Universität Wien. Welche Daten zu welcher Grafik passen, wie Visualisierungen funktionieren und wo die „Fallstricke“ beim Zeichnen lauern, erfahrt ihr hier.

"KWYRWTS – Know what you really want to say. Wenn ich Tattoos mögen würde, dann hätte ich diesen Slogan am Oberarm", sagt Walter Longauer, Experte in Sachen Infografiken. (© Hanna Möller)
„KWYRWTS – Know what you really want to say. Wenn ich Tattoos mögen würde, dann hätte ich diesen Slogan am Oberarm“, sagt Walter Longauer, Experte in Sachen Infografiken. (© Hanna Möller)

Zentrale Aussagen ins Bild rücken – damit lockt ein Workshop zum Thema Infografiken in die Räumlichkeiten der DLE Forschungsservice und Nachwuchsförderung. Organisiert wird das Ganze vom WTZ Ost, ein etwas sperriger Name für eine gute Sache: Die Wiener Universitäten haben sich zusammengeschlossen, um Forschung unter dem Stichwort „Wissens- und Technologietransfer“ zugänglich zu machen – aus den Unis hinaus in die Gesellschaft hinein.

Studierende, DissertantInnen, (Jung-)WissenschafterInnen, Alumni oder zukünftige GründerInnen lernen in einem Schwerpunkt zur Wissenschaftskommunikation, wie sie dazu beitragen können: in kostenlosen Workshops zu Storytelling, Podcasts, Science Slam oder – wie eben heute – Infografiken. Das gesamte Kursangebot gibt es hier.

„The Joy of Stats“

Durch den Workshop „Daten sichtbar machen“ führt Walter Longauer, Leiter der APA-Grafikredaktion. Wenn man ihn googelt, findet man vor allem eines: Infografiken. Und einen ziemlich informativen Twitter-Account (@walterlongauer) mit – ganz richtig – Infografiken. Mit gespitzten Ohren und Buntstiften sitze ich da, als er sich und den Plan für die nächsten vier Stunden vorstellt: theoretische Einführung, Gruppenarbeiten, Best-Practice-Beispiele und Zeit für offene Fragen. Wir starten mit einem Video, in dem „Infografik-Guru“ Hans Rosling anhand einer in den Raum projizierten, animierten Grafik das globale Bevölkerungswachstum der letzten 200 Jahre erklärt – in knapp fünf Minuten.

Eine der Infografiken die während der Gruppenarbeit im Workshop entstanden ist. (© Walter Longauer)
Eine der Infografiken die während der Gruppenarbeit im Workshop entstanden ist. (© Walter Longauer)

Die „Goldene Formel“ für Infografiken

Auch Rosling kennt sie wohl, die „Goldene Formel“ für Infografiken: Data + Design + Function = Good Data Visualization. Es braucht also drei Dinge – aufschlussreiche Daten, ein gutes Design und die Grafik muss funktionieren, sprich: BetrachterInnen müssen sie verstehen. Dafür nehmen sie sich übrigens nur zwei Sekunden Zeit: In dieser Zeitspanne entscheiden sie, ob sie sich weiter mit der Infografik auseinandersetzen oder weiterscrollen. Das hört sich nach Druck an, denke ich mir.

Welche Daten lassen sich in welcher Grafik darstellen?

Wie gut, dass wir gleich eine Anleitung mit auf den Weg bekommen, damit beim Visualisieren so viel nicht schief gehen kann. Summenbalken und Tortendiagramme für Anteile, Balken oder Bildstatistiken à la Otto Neurath für Größenvergleiche, Kurvendiagramme für Trends. Welche Daten mit welchen grafischen Hilfsmitteln funktionieren, erarbeiten wir in einer Gruppenübung.

Die meisten dieser Darstellungsformen lassen sich übrigens in Excel finden. Für alles, was darüber hinausgeht, empfiehlt uns Walter Longauer kostenfreie bzw. günstige Programme: z.B. Affinity, Tumult oder Infogram.

Typische „Fallstricke“

Was ich aus dem Workshop sonst noch mitnehme, sind die typischen „Fallstricke“, vor denen man sich beim Erstellen einer Infografik in Acht nehmen sollte:

– Ein Tortendiagramm sollte maximal fünf „Scheiben“ haben
– Leserichtung beachten: Wir beginnen links oben zu lesen, dort sollten also die wichtigsten Daten anordnen
– Zu viele Elemente in einer Grafik werden unlesbar, besser: auf mehrere Grafiken aufteilen oder Details in einem vergrößerten Ausschnitt zeigen
– Wenn es irgendwie geht, auf Legenden verzichten
– Farben kohärent und schlüssig verwenden
– „Know what you really want to say“: Genaue Aussage überlegen, sonst wird es kompliziert

Die vier Stunden voller Pfeile, Piktogramme und Kurven sind erstaunlich schnell vergangen. Was bleibt, ist die Lust, den Stift selbst in die Hand zu nehmen und drauf los zu zeichnen. Jede Menge Inspiration für eigene Grafiken gibt es übrigens hier, in einer Rückschau zum 40. Jubiläum der APA Infografikredaktion.

Literaturempfehlungen

  • Dan Roam: Auf der Serviette erklärt
  • Donna Wong: Die perfekte Infografik

Hanna Möller

Hanna hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft & Deutsch als Fremdsprache an der Uni Wien studiert und arbeitet nun als Redakteurin für uni:view, Online-Magazin der Universität Wien. Für Infografiken schaut sie am liebsten ins National Geographic.
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