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Leichter lernen #10: Tipps für die mündliche Prüfung am 21. September 2020
ungefähr 4 Minuten
Themen: mündliche Prüfung , Prüfung

Leichter lernen #10: Tipps für die mündliche Prüfung

Eine mündliche Prüfung steht an, und du kannst dir nicht wirklich vorstellen, was auf dich zukommt? Das Center for Teaching and Learning (CTL) gibt dir hilfreiche Tipps, wie du die Prüfung gut über die Bühne bringst.

In einer mündlichen Prüfung geht es darum, dein Wissen kompetent unter Beweis zu stellen. Dabei sollst du dein Wissen und deine Kompetenzen präsentieren, reflektieren und auch diskutieren können. In vielen Fällen wird von dir erwartet, dass du sowohl einen Überblick geben, und gleichzeitig auch auf Details fokussieren kannst. Neben der inhaltlichen Kompetenz sind bei einer mündlichen Prüfung auch Sprachgewandtheit, Klarheit im Ausdruck, Körpersprache und soziale Kompetenz wichtig. In diesem Blogartikel findest du einige Hinweise, die dir helfen können, das Prüfungsgespräch optimal zu gestalten. Und nicht vergessen: Es führen mehrere Wege zum Ziel!

Prüfungsvorbereitung

  • Bringe Wissenswertes zum Prüfungsablauf in Erfahrung. Ist ein Kurzvortrag erwünscht? Ist die mündliche Prüfung als Gespräch geplant? Wird mehr Detail- oder mehr Überblickswissen verlangt? Gibt es zeitliche Vorgaben zum Prüfungsablauf? Welche Fragen wurden früheren Studierenden gestellt?
  • Bereite dich nicht nur fachlich auf die mündliche Prüfung vor, sondern übe auch die Präsentation deines Wissens. Erarbeite mögliche Fragen und probe deren Beantwortung – gerne auch mit lauter Stimme.
  • Schaffe Übungsgelegenheiten mit anderen Studierenden, die sich auf dieselbe Prüfung vorbereiten. Diskutiere in der Lerngruppe über das Prüfungsthema, beleuchte dessen Facetten und stelle es kontrovers dar. So erhältst du einen breiten inhaltlichen Überblick und trainierst zugleich auch rhetorische Fähigkeiten, die für die mündliche Prüfung wichtig sind.
  • Bereite für mündliche Prüfungen, in denen du ausreichend Gestaltungsraum hast, ein schriftliches Konzept vor, in dem du den Ablauf für die Prüfung festlegst. Überlege dir im Vorfeld eine Einleitung in das Thema, sowie Formulierungen für die wichtigsten Gedankengänge und Argumentationslinien, die du vortragen kannst, wenn es gefordert wird.

Prüfungsgespräch

Nimm als als Prüfungskandidat*in eine aktive Rolle ein und nutze deine Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der Prüfung. Nicht alle mündlichen Prüfungen bestehen aus einem reinen Frage-Antwort-Dialog, sondern lassen sich mehr beeinflussen, als einem oft bewusst ist.

  • Versuche, die Prüfung zu einem Fachgespräch werden zu lassen, indem du zeigst, dass du das Thema durchdacht und auch verstanden hast und dazu in der Lage bist, Zusammenhänge herzustellen und das Wissen auf Beispiele anzuwenden.
  • Es gibt keine allgemeine Formel für Prüfungsantworten, da die Dynamik jeweils unterschiedlich ist. Die Dreischritt-Antwortstruktur kann jedoch eine hilfreiche Orientierung bieten:
  1. Ordne die Frage allgemein ein, indem du etwa das übergeordnete Themengebiet oder einen Schlüsselbegriff nennst.
  2. Beantworte die Frage inhaltlich, indem du auf die wichtigsten Punkte eingehst und dafür Fachbegriffe benutzt.
  3. Belege deine Argumentation mit einem Beispiel.
  • Wenn es möglich ist, steuere die Prüfung durch eine vorbereitete Einführung, in der du auf verschiedene Fragen und Diskussionspunkte hinweist. Beginne mit deinem Lieblingsthema und nutze deine Redezeit. Selbst bei Gruppenprüfungen können Themenandeutungen steuernd wirken.
  • Achte auf die Sprache. Mache präzise und logisch aufbauende Aussagen und verwende hierzu Fachvokabular.
  • Fokussiere auf den Kern der Frage und setze Schwerpunkte. Du kannst durch interpretative Wendungen der Frage eine gewisse Tönung geben, zum Beispiel „Diese Frage hat verschiedene Aspekte, ich möchte zuerst auf den Aspekt X eingehen“; oder: „Sie meinen mit dieser Frage, dass …“
  • Stelle Rückfragen, wenn du die Frage nicht verstanden hast. Bitte um eine Wiederholung der Frage, wenn du die Antwort noch nicht weißt und Zeit zum Nachdenken brauchst. Falls deine Antwort sehr knapp ausfällt, kannst du in der Beantwortung eventuell auf einen Bereich hinweisen, der dir mehr liegt. Versuche auf jeden Fall, im Gespräch zu bleiben.
  • Bei schwierigen oder problemorientierten Fragen kannst du mit lautem Denken mögliche Lösungswege skizzieren. Du gibst den Prüfenden dadurch Gelegenheit, deine Gedankengänge zu verfolgen.
  • Versuche, Gelassenheit zu bewahren. Höre dir die Prüfungsfrage in Ruhe an, überlege, und beginne dann strukturiert mit der Beantwortung. Auch wenn du aufgeregt bist: Lasse den*die Prüfer*in auf jeden Fall ausreden!
  • Nimm Kritik oder verunsichernde Körpersprache nicht persönlich.

Prüfungsnachbereitung

  • Überlege differenziert, was gut und was weniger gut geklappt hat (wie zum Beispiel Wissen, Zeitplan für die Prüfungsvorbereitung, Präsentation, Reaktion auf Fragen und Kommentare). Führe dir dabei unbedingt auch die Erfolge vor Augen, nicht nur die Mängel!
  • Sprich mit anderen Studierenden, die diese Prüfung auch absolviert haben, über ihre Erfahrungen.
  • Ziehe aus diesen Erkenntnissen Schlussfolgerungen für zukünftige Prüfungen.

Viel Erfolg bei der Prüfung! 🍀

Eine ausführliche Checkliste mit Möglichkeiten zur Vorbereitung und Mitgestaltung mündlicher Prüfungen kannst du hier herunterladen.

Das home-learning Informationsportal der Uni Wien finden Sie hier:



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