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Leichter lernen #2: Wie kann ich mir das Lernen zu Hause erleichtern? am 9. April 2020
ungefähr 4 Minuten
Themen: Digitales Studieren , Leichter lernen , Studieren

Leichter lernen #2: Wie kann ich mir das Lernen zu Hause erleichtern?

Zu Hause richtig zu lernen ist in der aktuellen Situation gar nicht so einfach. Im zweiten Teil der Serie „Leichter lernen“ stellt das Center for Teaching and Learning (CTL) der Universität Wien Methoden und Techniken für leichteres Lernen zu Hause vor.

Hier findet ihr weitere Lerntechniken, die euch beim eigenständigen Lernen unterstützen können, sowie einige Schnelllese-Techniken. Experimentiert mit den unterschiedlichen Methoden, verwendet jene Teile, die euch ansprechen, und vergesset nicht: Meist führen mehrere Wege zum Ziel!

Lernplakat

Diese einfache, aber effiziente Technik ist sinnvoll bei Stoffgebieten, die viel Auswendiglernen beinhalten (Formeln, komplexe Strukturen, Vokabeln, …):

  • Nehmt ein Plakat in adäquater Größe.
  • Notiert den Lernstoff auf dem Papier möglichst einfach, übersichtlich und strukturiert. Hilfreich können dabei auch Mind Maps, Diagramme oder Zeichnungen sein.
  • Hängt das Plakat an einem Ort in der Wohnung auf, den ihr häufig frequentiert (Kühlschrank, Spiegel, Toilette). Haltet im Vorübergehen kurz inne, lest und wiederholt innerlich oder laut, was ihr eben gelesen haben.

Szenariotechnik

In dieser Methode wird die Anwendung eines theoretischen Prinzips (Formel, Modell, Konzept) anhand der Praxis reflektiert. Sie wird im Studienalltag oft angewendet, jedoch selten bewusst als Lerntechnik eingesetzt:

  • Erkundet, bei welchen Anwendungsbereichen das theoretische Prinzip zur Anwendung kommt. Recherchiert dazu, eröffnet eine Moodle-Diskussionsgruppe oder fragt Kolleg*innen und Lehrende.
  • Versucht, euch diese Anwendung praktisch und konkret vor eurem inneren Auge vorzustellen.
  • Fertigt unterstützend Zeichnungen, Skizzen und Schemen von Abläufen an.
  • Versucht, das Szenario anderen Personen zu erklären und leitet abschließend das dazugehörige Prinzip ab. Dieser letzte Schritt dient auch als Erfolgskontrolle – hier wird deutlich, ob das Szenario für euch selbst noch unschlüssig ist oder ob ihr das theoretische Prinzip in die Praxis übertragen konntet.

Merkhilfen

Unter diesem Sammelbegriff finden sich verschiedene Techniken wie z. B. Eselsbrücken, Merkreime, Loci-Methode oder Merkhilfen mittels Akronym oder Akrostichon. Allen Strategien ist gemeinsam, dass sie viele Bedeutungsinhalte durch einfache Tricks auf wenige reduzieren, die besser zu merken sind.

  • Macht anfangs eine Liste mit den Informationen, die ihr euch merken müsst: Schreibt die Formel auf, formuliert das Modell, listet die Zahlenreihen auf.
  • Überlegt, wie ihr die zu merkenden Informationen am besten „verpacken“ könnt und welche Strategie euch am meisten liegen. Hier findet ihr einige Links, die die Methoden ausführlich und anschaulich erklären:
  1.  Die Loci-Methode sowie einige andere Techniken findet ihr hier
  2. Verschiedene Merkhilfen werden hier vorgestellt

 

Studieren digital

Bis voraussichtlich 30. Juni 2020 findet der Lehrbetrieb an der Universität Wien aufgrund von SARS CoV-2 digital statt.

Was das bedeutet, wie wir die Zeit daheim bestmöglich nutzen und gemeinsam meistern können, erfahrt ihr im  Info-Hub für Studierende.

 

Schnelllese-Techniken

Bei einer durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit lesen wir etwa 200 Wörter pro Minute. Beim Schnelllesen ist diese Anzahl deutlich höher. Schnelllesen verhindert gedankliches Abschweifen, da die Konzentration gehalten werden muss. Durch das erhöhte Tempo nimmt das Kurzzeitgedächtnis in weniger Zeit mehr Information auf. Aber: Text ist nicht gleich Text (Fachsprache, komplexe Satzstrukturen, Fremdwörter, andere Sprachen): Jeder Text erfordert daher ein spezifisch angepasstes Tempo.

  • Trefft eine begründete Textauswahl und verschafft euch einen inhaltlichen Überblick. Lest das Inhaltsverzeichnis, die Überschriften, versucht, die Textstruktur zu erfassen.
  • Versucht, Relevantes wie Hervorhebungen und visuelle Informationen rasch zu erkennen und von weniger Relevantem zu unterscheiden.
  • Erweitert die Blickspanne: Bei einem Abstand von 30 cm zur Leseunterlage können Ungeübte rund 3-4 Buchstaben erfassen (ca. 1 cm Blickspanne). Leset nicht die einzelnen Wörter, sondern versucht, den Blick mittig auf die jeweilige Zeile zu richten und zu erfassen. Mit Übung lässt sich die Blickspanne auf bis zu 12 cm erweitern.
  • Photo Reading: Richtet Fragen an den Text und lest zügig von rechts oben nach links unten (2-3 Sekunden/Seite). Diese Technik ist nur bei Strukturerfassungen oder sehr genauen Fragestellungen an den Text geeignet.

Hilfreich ist, wenn ihr bei diesen Techniken Folgendes berücksichtigt:

  • Vermeidet abzuschweifen: Haltet präsent, was ihr macht und was der nächste Schritt sein wird. Wenn ihr über etwas nachdenken wollt, notieret dies, aber verschiebt das Nachdenken auf später.
  • Lesetechnikfehler vermeiden: Kein Finger am Text, bewegt den Kopf nicht mit.
📌 Besucht auch unsere Website und lernt das Center for Teaching and Learning (CTL) der Universität Wien kennen. Falls ihr generelle Fragen zur aktuellen Situation habt – hier gelangt ihr zu den FAQs rund um die Umstellung auf digital.

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