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Leichter lernen für digitale schriftliche Prüfungen mit erlaubten Lernunterlagen am 29. April 2020
ungefähr 8 Minuten
Themen: digitale Online-Prüfung , home-learning

Leichter lernen für digitale schriftliche Prüfungen mit erlaubten Lernunterlagen

Bei der Umstellung auf digitale schriftliche Prüfungen ändert sich teilweise auch das Prüfungsformat und es kann vorkommen, dass die Verwendung von Lernunterlagen erlaubt ist. Das Center for Teaching and Learning (CTL) der Universität Wien hat Tipps zusammengestellt, die euch bei der Vorbereitung auf solche Prüfungssituationen unterstützen.

Wo bisher vielleicht Multiple-Choice-Prüfungen angekündigt waren, werden jetzt Prüfungsformate eingeführt, die eine Bearbeitungsdauer der Aufgabenstellungen von ein paar Stunden bis hin zu mehreren Tagen vorsehen. Dabei ist die Verwendung von Lernunterlagen während der Prüfung teilweise nicht mehr verboten, sondern explizit erlaubt – das hat natürlich Auswirkungen auf die Prüfungsfragen und auf das Lernverhalten. Auswendiglernen tritt weiter in den Hintergrund, es geht vermehrt um Verständnis, Anwendung und Analyse von Lerninhalten. Und nicht zuletzt ist der Prüfungsort neu: Alle digitalen schriftlichen Prüfungen finden in Moodle statt.

Wir haben einige Strategien zusammengestellt, wie ihr euch bestmöglich auf digitale schriftliche Prüfungen mit erlaubten Lernunterlagen vorbereiten könnt:

Informiert euch frühzeitig über die geänderten Modalitäten der Prüfung

In u:find findet ihr (spätestens 14 Tage vor dem Prüfungstermin) verbindliche Informationen zur Prüfung. Achtet insbesondere auf die folgenden drei Punkte:

  • Dauer: Der Bearbeitungszeitraum für Online-Prüfungen kann mehrere Stunden aber auch mehrere Tage betragen.
  • Art der Leistungskontrolle: Müsst ihr etwa einen längeren Essay zu einem vorgegebenen Thema verfassen oder mehrere Fragen direkt in Moodle beantworten?
  • Erlaubte Hilfsmittel: Bei manchen digitalen schriftlichen Prüfungen dürft ihr Lernunterlagen verwenden.

Sechs Tipps zur Vorbereitung auf Prüfungen mit erlaubten Lernunterlagen

Sechs Tipps zur Vorbereitung auf Prüfungen mit erlaubten Lernunterlagen

Sechs Tipps zur Vorbereitung auf Prüfungen mit erlaubten Lernunterlagen

Bei jeder Prüfungsvorbereitung ist es natürlich sinnvoll, sich gezielt auf das Prüfungsformat vorzubereiten. Prüfungen ohne Hilfsmittel erfordern deshalb andere Lernstrategien als Prüfungen, bei denen ihr Lernunterlagen verwenden dürft. Dabei können die folgenden Empfehlungen vielleicht hilfreich sein:

1. Achtet zuerst nur auf Überschriften, Einleitung und Schluss

Wenn ihr euch einen Überblick über ein großes Stoffgebiet verschaffen wollt, solltet ihr in einem ersten Arbeitsschritt nur die Überschriften bzw. das Inhaltsverzeichnis sichten, bevor ihr euch in Detailthemen stürzt. Überschriften werden nämlich häufig ignoriert bzw. gänzlich überlesen. Sie können aber sehr wichtig sein, weil sie in einem Halbsatz den wesentlichen Aspekt bzw. das Thema eines ganzen Abschnitts vermitteln. Lest anschließend Einleitung und Schluss und dann erst den ganzen Text.

2. Macht Querverbindungen mit Mindmaps sichtbar

Prüfungsfragen beziehen sich oft nicht nur auf ein einzelnes Themengebiet, sondern erfordern die Verknüpfung unterschiedlicher Gebiete. Die Fähigkeit, Querverbindungen zwischen verschiedenen Themengebieten herstellen zu können, ist deshalb eine wichtige Komponente des verstehenden Lernens. Eine einfache visuelle Technik dafür ist die Erstellung von Mindmaps:

  • Unterteilt das Thema in wichtige Unterpunkte, die ihr auf ein Blatt Papier schreibt oder digital erstellt.
  • Visualisiert inhaltliche Verknüpfungen und Zusammenhänge, z.B. mit Linien.
  • Ergänzt wichtige Informationen zu Unterpunkten bzw. Verknüpfungen in Stichworten.
  • Farben und Einrahmungen helfen dabei, die Mindmap visuell zu strukturieren.

3. Erstellt selbst eine Zusammenfassung des gesamten Lernstoffs

Eine Zusammenfassung, die ihr selbst erstellt habt, ist viel wertvoller als eine, die eine andere Person euch zugeschickt hat, denn schon beim Erstellen einer schlüssigen Zusammenfassung müsst ihr den Lernstoff selbst mental strukturieren und auch verstehen:

  • Kopiert bei eurer Zusammenfassung keine Merksätze aus dem Text, sondern verwendet eigene Formulierungen.
  • Buch- bzw. Seitenverweise machen die Zusammenfassung zu einem guten Inhaltsverzeichnis für umfangreiche Lernunterlagen, selbst wenn diese auf verschiedene Bücher bzw. Medien verteilt sind.

 4. Notiert euch laufend Fragen zum Lernstoff

Prüft dabei nicht nur euer Faktenwissen ab, sondern hinterfragt den Textinhalt und notiert schon während der ersten Lektüre des Lernstoffs offene Fragen, beispielsweise:

  • Welche praktisch relevanten Anwendungsgebiete hat diese Methode?
  • Wie kam es zu dieser Entwicklung?
  • Welche Alternativen könnte es dazu geben?
  • Warum ist dieses historische Themengebiet auch heute noch von aktueller Relevanz für mein Fach?
  • Prüft anschließend, ob ihr eure eigenen Fragen an den Text beantworten könnt. Gerade bei dieser Technik profitiert ihr stark davon, wenn ihr eure Fragen nicht nur alleine, sondern in (Online-)Lerngruppen mit anderen Studierenden besprecht.
  • Lasst euch nicht entmutigen, wenn ihr nicht gleich alle Fragen beantworten könnt, sondern versucht, gezielt die fehlenden Antworten zu recherchieren.

5. Erklärt einer anderen Person ein großes Themengebiet mit eigenen Worten

Wenn es euch gelingt, einer fachfremden bzw. nicht in das Thema eingearbeiteten Person ein umfangreiches Themengebiet in wenigen Worten so zu vermitteln, dass diese es nachvollziehen kann, habt ihr euch selbst bewiesen, dass ihr das Thema in seiner Gesamtheit erfasst habt.

 6. Führt gemeinsam mit anderen Studierenden eine Probeprüfung durch

Gemeinsam mit anderen Studierenden könnt ihr selbst eine möglichst realitätsnahe „Generalprobe“ der Prüfung simulieren. Dies kann insbesondere beim bislang noch ungewohnten digitalen Format hilfreich sein.

  • Erstellt (alleine oder in Teams) auf Basis der Angaben in u:find ein Dokument mit möglichst authentischen Prüfungsfragen als Prüfungssimulation. Erstellt dazu auch die jeweiligen Musterlösungen -> bereits dieser Arbeitsschritt stellt eine ausgezeichnete Prüfungsvorbereitung dar, da ihr euch dabei intensiv mit den Lerninhalten und dem Prüfungsformat befasst.
  • Parallel, aber unabhängig von euch, erstellt ein Team (oder eine Einzelperson) ebenfalls ein Dokument mit einer Prüfungssimulation und den dazugehörigen Musterlösungen.
  • Zu einem vereinbarten Zeitpunkt könnt ihr die Prüfungsfragen austauschen und (unter Einhaltung der vorgegebenen Zeit) die Prüfungssimulation bearbeiten ->  dieser Arbeitsschritt ist sehr wertvoll, um sich mit dem Prüfungsformat in der Praxis vertraut zu machen.
  • Schickt eure fertig bearbeitete Prüfungssimulation vor Ablauf der Bearbeitungszeit an das andere Team zurück.
  • Bewertet die Antworten des anderen Teams und gebt euch anschließend gegenseitig Feedback auf die erbrachte Leistung. Besprecht in einem zweiten Schritt auch die formulierten Prüfungsfragen sowie die erarbeiteten Musterlösungen.
  • Richtig umgesetzt kann euch das sogenannte Peer-Feedback gleich zweimal helfen: Einerseits werdet ihr von euren Kolleg*innen vielleicht auf Fehler in der eigenen Arbeit aufmerksam gemacht, andererseits müsst ihr euch bei der kritischen Reflexion der Leistung eurer Kolleg*innen erneut tiefgehend mit den Lerninhalten auseinandersetzen.
  • Da bei textbasierter Kommunikation nonverbale Signale verlorengehen, achtet bitte besonders darauf, konstruktives und konkretes Feedback zu geben und dabei höflich und respektvoll zu bleiben.

 

Worauf ist noch zu achten?

Worauf ist noch zu achten?

1. Achtet darauf, wieviel Zeit euch für die Prüfung eingeräumt wird: Stunden oder Tage?

  • Zeitraum: Eine oder mehrere Stunden

Bei diesem Prüfungsformat werden Aufgabenstellungen vorgegeben, die innerhalb weniger Stunden zu erledigen sind. Auf den ersten Blick klingt es vielleicht einfacher, eine Prüfung zu schreiben, wenn ihr auf sämtliche Lernunterlagen zurückgreifen könnt. Beachtet aber, dass die Zeit mitunter knapp werden kann. Es ist deshalb wichtig, dass ihr eure Lernunterlagen gut kennt bzw. gut aufbereitet habt, um nicht wertvolle Zeit mit der Suche nach den relevanten Textpassagen zu verlieren.

Im Zeitstress einer Prüfung kann die selbsterstellte Zusammenfassung (siehe oben) sehr hilfreich sein. Ihr findet Inhalte, die ihr selbst verfasst habt, schneller als Inhalte in einer Zusammenfassung, die von einer anderen Person erstellt wurde.

  • Zeitraum: Ein oder mehrere Tage

Bei einem mehrtägigen Prüfungszeitraum ist der unmittelbare Zeitdruck geringer. Trotzdem müsst ihr euch auf eine konzentrierte Themenbearbeitung einstellen und die euch zur Verfügung stehende Arbeitszeit in Arbeitsphasen und Pausen unterteilen. Plant unbedingt einen Zeitpuffer ein, damit ihr auch bei unvorhergesehenen Ereignissen die Abgabefrist einhalten könnt.

2. Informiert euch vorab, wie ihr Plagiate vermeidet

Eure Prüfungsantworten werden mitunter mittels einer Plagiatssoftware überprüft. Plagiate können zu einer negativen Beurteilung eurer Prüfungsleistung führen. Informiert euch deshalb vor der Prüfung, wie mit Literatur umzugehen ist, ob z. B. direkte Zitate erwünscht sind und wie diese zu zitieren sind.

Gutes Gelingen! 🤞

 

Studieren im home-learning

Bis voraussichtlich 30. Juni 2020 findet der Lehrbetrieb an der Universität Wien aufgrund von SARS CoV-2 in Form von „home-learning“ statt.

Was das bedeutet, wie wir die home-learning Zeit bestmöglich nutzen und gemeinsam meistern können, erfahrt ihr im home-learning Hub für Studierende.

 


UniClub: Maturavorbereitung in Zeiten von COVID-19

Kadriye steht kurz vor der Matura, Judith ist Lehramtsstudentin an der Uni Wien. Einmal wöchentlich treffen sie im UniClub der Uni Wien aufeinander und lernen gemeinsam für die anstehende Reifeprüfung – in Zeiten von COVID-19 natürlich digital. Wie das funktioniert und warum alle Beteiligten wertvolle Erfahrungen sammeln, erfahrt ihr im Blogbeitrag.

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