Mutter, Bäuerin, Händlerin – nur eine Frau am 19. April 2016
ungefähr 1 Minute
Themen: textwettbewerb , uni international

Mutter, Bäuerin, Händlerin – nur eine Frau

„Geh in ein ugandisches Dorf und ermittle den Ernährungsstatus der Kinder“, dachte ich mir. Tat ich auch: „Was hat dein Kind gestern gegessen? Was baust du gerade auf deinem Feld an? Darf ich dein Kind wiegen, Größe und Oberarm messen? War es letzte Woche krank?“

Unglaublich viele Daten, die ein Bild zur Ernährungsdiversität dieser Kinder ergeben werden. Doch ist mir das Ergebnis dieser Umfragen gar nicht mehr so wichtig.

Ich las auch zwischen den Zeilen. Nein, ich hörte zwischen den Zeilen, da die meisten Mütter nicht schreiben können. Nein, ich ergründete zwischen den Zeilen, da die meisten Mütter nicht erzählen können, dürfen.

„Wie lange ließen dich deine Eltern zur Schule gehen? Wer entscheidet in deiner Ehe über Verhütung? Musst du während deiner Monatsblutung in deiner Hütte bleiben? Lässt du Mahlzeiten aus, damit dein Kind satt wird? Lässt dich dein Ehemann an Entscheidungen über Haushaltsausgaben teilhaben? Bist du erschöpft?“

Keine dieser persönlichen Fragen hätte ich je gewagt den Müttern zu stellen. Die Antworten fand ich dennoch. Sie ernüchtern und machen wütend. Auch ich lebe in einem Land, in dem Frauen immer noch nicht gleichberechtigt sind – Luxusproblem!

Millionen von Frauen in Ostafrika stehen frühmorgens auf, wärmen, falls vorhanden, etwas matooke vom Vorabend für den Ehemann und die Kinder; nicht für sich. Sie gehen weite Wege zu den Feldern um dort bis abends zu ackern; barfuß, immer das jüngste Kind auf dem Rücken. Kondome mag der Ehemann nicht. Der mangelernährte Körper kann nicht genug Muttermilch bilden; das Kind schreit vor Hunger. Einmal im Monat müssen sie sich daheim verstecken. Während man blutet, ist man unrein. Klimaveränderungen machen die Ernten oft zunichte. Kann dennoch mal ein guter Kürbis verkauft werden, investiert der Ehemann das Geld in Rum.

Morgen gibt es wohl gar kein Frühstück. Für niemanden.

Stephanie Beil
Stephanie Beil

 

Zur Übersicht des uni international Textwettbewerbs geht’s hier.





2 Städte – 1 Jahr Erasmus

Nach zwei Erasmus-Semestern ist Politikwissenschaft-Studentin Edwina Al-Khalil nach Wien zurückgekommen und hat dabei auch einige Tipps für euch mitgenommen. Im Beitrag erzählt sie über ihre Erfahrungen und beschreibt do’s and don’ts bei Auslandsaufenthalten. Seit Beginn meines Studiums wollte ich ein Jahr im Ausland studieren. Da es jedoch beim Erasmusprogramm so viele interessante Destinationen gibt und … Continued




Ein Auslandssemester beim Nachbarn

Erasmusstudentin Marina Coric aus Deutschland bloggt über ihr Auslandssemester in Wien. Sie erzählt, dass man gar nicht so weit fahren muss, um neue Erfahrungen zu machen und warum sie die Entscheidung für Wien auf keinen Fall bereut. Motiviert durch Freunde und traumhafte Bilder auf Instagram, hatte ich mir in den Kopf gesetzt, ein Auslandssemester zu … Continued




Ein Semester in Irland

Flora reist im Zuge ihres Bachelorstudiums in Musikwissenschaft ein Semester lang ins Grüne. Mit Erasmus+ studiert sie ein halbes Jahr lang in Irland an der National University of Ireland Maynooth. Im Blogbeitrag erzählt sie euch, wie sie sich zurechtgefunden hat und was sie von ihrem Auslandsaufenthalt mitnehmen konnte. Nachdem alle Formalia erledigt waren – English Certificate … Continued

4 Kommentare

  1. großes persönliches Engagement von Stefanie beeindruckt mich, der kurze Text beeinhaltet das Leben von unzähligen Frauen, mehr Worte braucht es nicht.

Schreibe einen Kommentar zu Milena Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top