Wie geht es nach meinem Studium weiter? Welche beruflichen Perspektiven gibt es, die ich bisher übersehe? Und was ist mir in meiner Karriere wirklich wichtig – unabhängig von Erwartungen anderer?
Diese Fragen beschäftigten Max, als er über die alma Mentoring Plattform Unterstützung für seine Karriere suchte und Mentorin Sandra kontaktierte.
Aus einem ersten Gespräch entwickelt sich zwischen den beiden schnell ein vertrauensvoller Austausch: Sandra begleitet Max dabei, seine Gedanken zu sortieren, neue Blickwinkel einzunehmen und Schritt für Schritt klarer zu sehen, wohin sein beruflicher Weg führen könnte.
Im Interview erzählen die beiden, wie ihr Mentoring entstanden ist, was eine gute Mentoringbeziehung ausmacht und warum es manchmal Mut braucht, um genau hinzuschauen.
Max, wie bist du auf alma Mentoring gestoßen und warum hast du Sandra kontaktiert?
Ich hatte alma Mentoring schon länger im Hinterkopf, weil ich vor etwa eineinhalb Jahren über einen Newsletter darauf aufmerksam geworden bin. Nachdem ich zwei Bachelorstudien, in Physik und Meteorologie, absolvierte und derzeit meinen Master in „Meteorology and Climate Science“ mache, hatte es sich in den letzten Jahren zeitlich nicht ergeben, noch ein Praktikum einzubinden.
Ich habe die Mentor*innensuche auf der Plattform gezielt nach Mentor*innen im Bereich Umwelt und Meteorologie gefiltert und bin auf Sandras Profil gestoßen. Sie wirkte sofort sympathisch, weshalb ich sie anschrieb und fragte, ob sie mir direkt mit ein paar Fragen weiterhelfen könne.
Wir haben ein erstes Telefonat vereinbart und es hat einfach gepasst. Ich bin im Allgemeinen eine Person, die viel nach Wohlbefinden und Gefühl handelt und alma Mentoring und Sandra haben sich richtig angefühlt.
Sandra, was hat dich dazu bewogen, die Anfrage von Max anzunehmen?

Mich haben seine Motivation und sein Profil sofort angesprochen. Sein Hintergrund in Physik und Meteorologie unterscheidet sich zwar von meinem eigenen Werdegang, ich komme ursprünglich aus der Risikoprävention und bin später stärker ins Personal- und Organisationsumfeld gewechselt, aber genau diese Unterschiedlichkeit fand ich spannend.
Und menschlich war da von Anfang an eine Offenheit, die Vertrauen möglich gemacht hat.
Max, mit welchen Fragen und Themen bist du ins Mentoring gestartet?
Am Anfang war ich unsicher, da die Idee des Mentorings darin besteht, über mehrere Monate hinweg zusammenzuarbeiten. Das Mentoring hat sich auf sehr natürliche Art verselbstständigt, da mit jeder Antwort neue Fragen aufkamen. Und mit jeder Frage ist ein bisschen mehr Licht ins Dunkel gekommen.
Ich hatte vor dem Mentoring schon einen guten Zugang zu mir und eine Vorstellung davon, was mir wichtig ist und was mein Job erfüllen sollte, jedoch nur eine sehr schwammige Vorstellung davon, in welches konkrete Berufsfeld ich diese Vorstellungen übersetzen wollte. Die offensichtlichen Berufsfelder waren mir klar, aber mein Interesse galt vor allem den Optionen, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind.
Im Mentoring haben wir viel über meine intrinsische Motivation gesprochen, also darüber, was mich wirklich antreibt, unabhängig von Erwartungen oder Druck von außen. Zeitweise wurde es eher praktisch: Bewerbungsprozesse verstehen, Gespräche vorbereiten, Stellenanzeigen richtig lesen. Heute kenne ich zwar noch nicht die exakte Berufsbezeichnung meines „Traumjobs“, habe aber das Gefühl, die Linse deutlich schärfer gedreht zu haben, was meine Vorstellungen und das Berufsfeld angeht.
Sandra, wie hast du deine Rolle im Mentoring verstanden?
Als Mentorin verstehe ich meine Rolle ähnlich die einer Geburtshelferin: Die Antworten und Lösungen sind oft schon da, sie müssen nur zur Welt gebracht werden.
Meine Aufgabe war es, durch Fragen, Struktur und Perspektivwechsel dabei zu helfen, dass Max seine eigene Klarheit entwickelt. Ich unterstütze ihn dabei, einen Weg zu gehen, den er noch nicht kennt und für dessen Beschreitung Informationen fehlen. Als Anstupserin und Wegbegleiterin ist mein Ziel, gemeinsam Perspektiven zu schaffen, die realistisch sind und die zu ihm passen. Dabei gilt es, Max zu unterstützen und ihm zu vermitteln, dass man sich seinen Zielen schrittweise annähern kann, ohne sich zu verlieren und dass er mit seinen Fragen und Problemen nicht allein ist.
Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, einen Rahmen für all das zu schaffen, Sicherheit zu geben, Vertrauen aufzubauen und inhaltlich so viel weiterzugeben wie möglich.
Wie habt ihr eure Treffen gestaltet?
Sandra: In einem ersten Gespräch haben wir geklärt, was wir uns jeweils erwarten und ob unsere Vorstellungen zusammenpassen. Da wir in verschiedenen Bundesländern leben, fanden unsere Treffen alle 3 Wochen online statt, was sehr gut funktioniert hat.
Wir haben Themen gesammelt, Ziele definiert, To Dos gefunden, die Max dabei verhelfen seinem Ziel näher zu kommen und uns dabei fortlaufend an Max bestehender Wertevorstellung entlanggehangelt und orientiert.
Die Treffen selbst beginne ich gerne mit einer Achtsamkeitsübung, wenn es für den*die Mentee auch stimmig ist. Innen stabil zu sein, gut in der Präsenz im Hier und Jetzt erleichtert auf beiden Seiten fokussiert miteinander zu arbeiten und auch zwischenmenschlich gut zu resonieren.
Max: Das Schöne ist, dass es immer ein Miteinander war. Zwischen den Gesprächen habe ich reflektiert, versucht, das Besprochene umzusetzen, recherchiert, Bewerbungen geschrieben, und Fragen gesammelt. Es war kein Konsumieren von Ratschlägen, sondern aktives Mitarbeiten.
Ich habe schnell verstanden, dass Mentoring keine Lehrveranstaltung ist, bei der über eine bestimmte Zeit
bestimmte Themen abgearbeitet werden, sondern ein offenes Programm, in dem wir uns Schritt für Schritt vorarbeiten.

Max, was hat Sandra für dich zu einer guten Mentorin gemacht?
Sandra ist eine unglaublich empathische Person, die genau weiß, wie sie auf Menschen eingehen kann und muss. Sie hat mir das Gefühl gegeben, gesehen und gehört zu werden. Ich habe einen Raum bekommen, in dem es um Fragen ging, die mich allein überwältig haben.
Ganz grundsätzlich ist es außerdem toll, jemanden zu haben, die*der Dinge einfach weiß und Erfahrung hat. Sandra hat auf jede Frage eine Antwort und hat wirklich Licht ins Dunkel gebracht.
Sandra, was hat Max zu einem guten Mentee gemacht?
Was Max für mich zu einem guten Mentee macht, ist, dass er sehr interessiert, wissbegierig und neugierig ist und für sich etwas Gutes schaffen möchte. Das ist die beste Voraussetzung, die man im Mentoring haben kann. Da tut man sich auch als Mentorin leicht. Bei Max brauchte es kein Ziehen oder Motivieren. Er zeigt enorm viel Eigeninitiative und hat immer tausend Fragen.
Im besten Sinne ist Max wie ein Eichhörnchen, das immer sucht und sammelt bis e
s alles Notwendige beisammenhat.
Gab es schwierige Momente?
Max: Zwischen uns nicht. Aber im Prozess schon. Man stößt auf Themen, die herausfordernd sind. Wir sind an Fragen und Ängste herangegangen, die an Orten in meinem Kopf lagen, die ich eher ungerne aufsuche, und es sind auch Gefühle aufgekommen, die ich eher als unangenehm beschreiben würde. Man sammelt Erfahrungen über sich selbst und das ist nicht immer nur schön.
Schön ist aber, dass man das eben nicht allein durchstehen muss, sondern in diesem Entwicklungsprozess an die Hand genommen wird. Das hat sehr gut funktioniert.
Sandra: Nein, wie Max schon sagt. Ich kann dem nur zufügen, dass es für mich wirklich beachtlich war, Max dabei zuzusehen, wie er diese Erfahrungen macht. Auch, dass er das Thema jetzt aufgreift und den Mut beweist zu sagen, „Da wird etwas ausgelöst, das sich nicht gut anfühlt und worauf ich gerade keine Antwort habe, aber ich schaue trotzdem hin“ beeindruckt mich.
Max, wobei hat dir das Mentoring am meisten geholfen?
Es hat Licht ins Dunkel gebracht. Ich studiere seit fast 8 Jahren und hatte keine Idee was danach kommt, wie es ausschaut oder wie ich dorthin komme, wo ich gerne wäre. Das Mentoring hat mir Klarheit verschafft. Ich habe jetzt einen Werkzeugkasten, auf den ich immer zurückgreifen kann und das mit Sicherheit auch werde.
Das Mentoring hat mir viel von dem Stress und der Unsicherheit genommen, die ich vorher verspürte.

Sandra, was nimmst du für dich mit?
Ich nehme für mich mit, dass Mentoring immer ein gegenseitiger Lernprozess ist.
Gemeinsam an Zielen zu arbeiten, jungen Menschen wie Max zu verhelfen ihren eigenen Weg zu finden und stimmig zu gehen – Das begleiten zu dürfen ist für mich etwas unglaublich Schönes.
Es ist absolut keine Selbstverständlichkeit, dieses Vertrauen geschenkt zu bekommen. Die Kombination aus dem gemeinsamen Voranschreiten, immer wieder in Resonanz zu gehen und Inhalte zu schaffen, die Max ermöglichen allein weiterzugehen. Das ist es, was Mentoring für mich so wertvoll macht und dieses Gefühl bleibt und bewegt.
Bist du neugierig geworden? Wie du selbst Mentee werden kannst, findest du auf der alma Mentoring Website.
Mehr Einblicke zum Mentoring-Programm der #univie hat auch Human Doris gegeben.
Einleitung von Anne Lina Juschka.
Super spannender Beitrag! Ich finde es großartig, wie du wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Praxis bringst – besonders die Verbindung von gesunder, nachhaltiger und gleichzeitig leistbarer Ernährung in der Mensa ist ein wichtiges Thema. Die Tipps für den Studienalltag sind echt alltagstauglich – danke fürs Teilen!
Finde es super, dass man bei uniorientiert schon so viel über die verschiedenen Studienrichtungen erfährt! Ich studiere selbst an der Uni Wien (Juridicum) und hab mich damals auch erst nach der Messe für Recht und das juristische Studium entschieden sowie den Plan Rechtsanwalt zu werden – das juristische Umfeld hier ist echt spannend und vielseitig.