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Erfahrungen mit dem Erweiterungscurriculum Naturwissenschaftliches Denken am 14. Juli 2017
ungefähr 7 Minuten
Themen: Erweiterungscurriculum , Naturwissenschaften , Studium

Erfahrungen mit dem Erweiterungscurriculum Naturwissenschaftliches Denken

Erweiterungscurricula (EC) und ihre Lehrveranstaltungen sind Angebote für alle Studierenden, die sie im Studienplan nutzen können.  Eines davon ist das EC Naturwissenschaftliches Denken. Es soll den Studierenden aus anderen Disziplinen Einblicke und Verständnis für grundlegende Gebiete und Methoden der Naturwissenschaften bieten. 2015 wurde es erstmals innerhalb eines Semesters durchgeführt. Inzwischen hat sich das Format bewährt, wie auch aktuelle studentische Erfahrungen zeigen.

Vorweg: auch ohne einschlägige Vorkenntnisse sind Methoden, Forschungsbetrieb und ausgewählte Themen der Naturwissenschaften gut zugänglich, Wahlmöglichkeiten und kleinere praktische Teile sind enthalten. Das EC wird mit 15 ECTS-Punkten vollständig im Wintersemester, Montag und Dienstag nach 16 Uhr angeboten. Damit sich alles gut ausgeht, findet die Vorbesprechung sehr früh im Semester statt: am Montag, 7.10.2019 15.30 bis 16.45 Uhr an der Fakultät für Physik (Seminarraum der Arbeitsgruppe Isotopenforschung, Währinger Straße 17, Eingang über den Hof), anschließend findet die erste Lehrveranstaltung über Methoden statt.

Erfahrungsberichte von TeilnehmerInnen

Caroline Lehner, Studentin der Romanistik

Caroline Lehner, Romanistikstudentin (© Caroline Lehner)

„Für mich als Philologiestudentin war das EC Naturwissenschaftliches Denken recht spannend. Die Vorbesprechung mit der Vorstellung der Lehrenden hat mir geholfen, mich für eine Praxis in Biologie und für einen Übungsschwerpunkt Quanten zu entscheiden und mir auch über die verschiedenen Veranstaltungsorte bewusst zu werden. Das Versprechen, dass die Vortragenden sich besonders um Verständnis auch bei  geringen Vorkenntnissen bemühen, hat mir die Scheu vor simplen Fragestellungen genommen. Dadurch habe ich vermehrt aktiv am Unterricht teilgenommen und konnte viel mitnehmen.

Besondere Highlights waren die Übungen zur Bestimmung der Blutgruppen-Antigene und die Übung zum Mikroskopieren sowie die Vorträge und Übungen zum Thema Quanten. Die Vorlesungen zu Denkrevolutionen gestalten sich sehr praxisnah. Es wurden Experimente gezeigt zu Themen wie Lichtbrechung, Gaußsche Verteilungskurve, Messinstrumente oder zum Prinzip der Lochkamera. Sehr ansprechend war auch die Vorlesung zu Thermodynamik. Auch wenn ich mir von Wissenschaftsgeschichte und Philosophie nur wenig erwartet habe, habe ich durch die Auseinandersetzung damit gegen Ende des Semesters erkannt, wie wertvoll sie schließlich für mich selbst und für das Gesamtverständnis des ECs waren. Insgesamt war das EC eine große Bereicherung und hat mir viel Freude bereitet. Für alle mit Interesse an Naturwissesnschaft eine absolut überlegenswerte Option!“

Drin Ferizaj, Psychologiestudent

Drin Ferizaj, Psychologiestudent (© Drin Ferizaj)
Drin Ferizaj, Psychologiestudent (© Drin Ferizaj)

„Das EC Naturwissenschaftliches Denken war für mich eine enorme Bereicherung. Die verschiedenen Teile bieten den Studierenden unter anderem grundlegende Einblicke in Chemie, Evolution, Kosmologie und Wissenschaftsgeschichte. Es ist eine großartige Möglichkeit in kleinen Gruppen die Paradigmen des naturwissenschaftlichen Denkens kennenzulernen und kritisch zu überdenken.

Für mich als Psychologie-Studenten waren die Vorlesungsinhalte durch und durch verständlich, was vor allem an den motivierten Professoren lag, denen es vielfach gelang, die komplexesten Inhalte wie z.B. die Quantenmechanik für Fachfremde verständlich darzustellen. Die Inhalte werden vor allem durch die praktischen Teile multimodal erfahren und verarbeitet.  Diese Kombination aus Praxis und Theorie ist besonders attraktiv.  So trugen z.B. eigenständige Chemieversuche oder Präsentationen im Naturhistorischen Museum zur anschaulichen Vertiefung der Inhalte bei. Dabei entsteht auch unter den Studierenden eine sehr freundschaftliche und harmonische Dynamik, die einen auch ermutigt, seine Meinung in den Seminarteilen offen zu teilen und kritisch zu reflektieren.

In den Prüfungen kann man sich fern von Multiple-Choice Tests über gelernte Inhalte mit einem Professor austauschen. Die Prüfungsfragen wie auch der Lernaufwand sind äußerst fair gehalten.“

 

 

Schrödingers Katze: besucht das EC jedes Jahr

Abbildung "Schröderings Katze" (© Reinhold Bertlmann)
Abbildung „Schröderings Katze“ (© Reinhold Bertlmann)

„Gestatten, Schrödingers Katze. Solange meine Box mit dem Gift geschlossen ist, das mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit durch einen Teilchenzerfall freigesetzt wird und solange niemand hineinsieht, bin ich weder tot noch lebendig, also eine Überlagerung beider Zustände. Tot oder lebendig werde ich erst Moment des Öffnens der Box, eine Folge der Quantenphysik, total absurd! Spaßig für mich, dass ich darüber zum Nachdenken anrege, wann eine Übertragung von Eigenschaften von Teilchen mit kleinen Energien (Teilchenzerfall) auf Systeme aus vielen Teilchen (Katze) gelingt. Neugierig geworden? Mehr über mich im EC.“

Linn Kogler, Kultur- und Sozialanthropologiestudentin

Linn Kogler, Kultur- und Sozialanthropologiestudentin (© Linn Kogler)
Linn Kogler, Kultur- und Sozialanthropologiestudentin (© Linn Kogler)

„Durch Zufall habe ich letzten Sommer beim Durchstöbern des Uni Wien Blogs das Angebot zum EC „Naturwissenschaftliches Denken“ entdeckt. Als Kultur- und Sozialanthropologin war mir sofort klar, dass das die perfekte Ergänzung für mich sein würde, um andere Blickwinkel und Perspektiven auf die Sozialwissenschaften weiter zu entwickeln, sozusagen das eigene Fach zu durchleuchten! Da ich schon ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert habe, kam mir die Naturwissenschaft als Ergänzung zur Sozialwissenschaft nun gerade noch gelegen.

Das Angebot in diesem EC ist vielfältig, man kann Interessensschwerpunkte wählen und trifft stets auf Vortragende, die genau wissen, dass ein buntes Publikum mit unterschiedlichen Vorkenntnissen im Saal sitzt. Alle sind äußerst gut darauf eingegangen und haben einen perfekten Mittelweg gefunden: sehr viel Naturwissenschaft vermitteln, aber die Grenzen an möglicher Vermittlung erkennen. Die praktischen Elemente der Übungseinheiten waren extrem spannend. Ich war und bin begeistert, danke!“

 

Spukhafte Fernwirkung: besucht das EC jedes Jahr

Abbildung "Geist und Albert EIistein" (© Reinhold Bertlmann)
Abbildung „Geist und Albert EIistein“ (© Reinhold Bertlmann)

„Gestatten, ich bin die Spukhafte Fernwirkung! Mich gibt es, weil Experimente gezeigt haben, dass das Ergebnis der Messung an einem Teilchen unter bestimmten Bedingungen das Messergebnis für ein davon weit entferntes Teilchen ohne jede Zeitverzögerung festlegt, genau das ist das Spukhafte daran. Albert Einstein hat vor langer Zeit in einem Gedankenexperiment behauptet, dass ich, die spukhafte Fernwirkung, völlig unmöglich und undenkbar bin. Es macht mir Spaß, dass man mich jetzt ernst nehmen muss und unbedingt wissen möchte, was es noch alles mit mir auf sich hat. Warum in der Zeichnung auf der Flasche Bell steht und was es mit den Socken auf sich hat, das wird im EC klar. Und nur allzu gern würde ich dem Albert Einstein die Zunge herausstrecken, weil ich doch nicht unmöglich bin!“

Regina Maria Jonach, History and Philosophy of Science (Master of Arts)

„Das Erweiterungscurriculum gibt Studierenden des Masterstudiengangs History and Philosophy of Science, die keine naturwissenschaftliche höhere Vorbildung haben, im Rahmen das Vertiefungsmoduls die Möglichkeit, einen näheren Einblick in Methoden, in historische und aktuelle Fragestellungen und ihre Vermittlung in den Naturwissenschaften zu erhalten. Für mich waren vor allem auch die vorgeführten oder selbst durchgeführten Experimente, bzw. die Laborbesuche sehr interessant und aufschlussreich.“

 

Erfahrungen des Koordinators

Koordinator Viktor Gröger (© Viktor Gröger)
Koordinator Viktor Gröger (© Viktor Gröger)

„Seit dem Wintersemester 2015 kann das erfolgreiche EC in einem Semester abgeschlossen werden, um studentischen Interessen besser zu genügen. Für diese Neuerung waren viel Arbeit und viele Diskussionen unter den Lehrenden nötig. Es freut mich sehr, dass die erhoffte starke Vermehrung der Abschlüsse eingetreten ist, die den Fortbestand sichert. Trotzdem haben wir noch immer so wenige Studierende und so engagierte Lehrende,  dass uns ein persönlicheres Klima gelingt als in den meisten Bakk-Studien. Jedenfalls könnten wir noch mehr Studierende mit Interesse am Thema brauchen.“

 

Weitere Informationen:

Vorbesprechung am Montag, 7.10.2019, 15.30 bis 16.45 Uhr, Fakultät für Physik, Seminarraum der Arbeitsgruppe Isotopenforschung, Währinger Straße 17, Eingang über den Hof, 1090 Wien.

Registrierung im EC ab Juli auf u:space, Anmeldungen zu den Lehrveranstaltungen erst nach der Vorbesprechung ebenfalls via u:space.

EC Übersicht: Ziele, Inhalte, Bilder

 



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