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Prüfungsmisserfolg – Aus Erfahrungen lernen am 11. November 2021
ungefähr 4 Minuten
Themen: CTL , Digitale Prüfungen , Motivation , Prokrastination , Selbstmanagement und Zeitmanagement

Prüfungsmisserfolg – Aus Erfahrungen lernen

Das Nicht-Bestehen einer Prüfung ist eine unangenehme Sache. Plötzlich ist eine Situation eingetreten, in der du dir folgende Fragen stellst: Wieso habe ich die Prüfung nicht bestanden? Habe ich falsch gelernt? Wie kann ich mich wieder motivieren? Was kann ich tun, damit die Prüfung beim nächsten Mal besser gelingt? Mit diesem Beitrag möchte dich das Center for Teaching and Learning (CTL) beim Umgang mit misslungenen Prüfungen unterstützen.

Was tun, wenn ich eine Prüfung nicht bestehe?

Eine misslungene Prüfung wird an der Universität wie auch im gesamten Bildungssystem meist als Problem betrachtet. Auch für die betroffenen Studierenden sind nicht bestandene Prüfungen oft mit Sorgen verbunden, die von Zweifeln an der eigenen Lernfähigkeit über Überlegungen, ob das passende Studium gewählt wurde bis hin zu finanziellen Nöten reichen können.

Ohne die Situationen beschönigen zu wollen, kann Misserfolg bei einer Prüfung auch als ein hilfreicher Zwischenschritt betrachtet werden – was allerdings meist erst möglich ist, nachdem die Nachricht verarbeitet wurde. Durch diese Erfahrung wird etwa deutlicher, wie und was du für die Prüfung lernen sollst oder wie du dir neue Kompetenzen aneignest. Bisweilen mag es auch sinnvoll sein, die Schwerpunktsetzung oder sogar die Studienentscheidung zu überdenken.

Folgende Schritte unterstützen dich beim strukturierten Umgang mit und der Reflexion der misslungenen Prüfung:

1) Gefühle wahrnehmen und annehmen

Ein Misserfolg tut weh. Mit der Information, dass du eine Prüfung nicht bestanden hast, können verschiedene Emotionen wie Ärger, Unverständnis oder Verzweiflung aufkommen. Nimm sie wahr und gib ihnen Platz. Eventuell ist es hilfreich, mit einer Person darüber zu sprechen oder einfach nur Zeit für die Enttäuschung zu haben. Stürze dich nicht sofort ins Tun, sondern mach eine Pause und tu dir was Gutes.

2) Situationsanalyse

Analysiere, welche Ursachen zum Misserfolg geführt haben. Was war dein Anteil daran: Hast du den zeitlichen Aufwand für das Lernen unterschätzt (hier findet du Tipps zum Zeitmanagement, zur Prüfungsvorbereitung und Tipps bei Prokrastination)? Hattest du inhaltliche Lücken? Hast du Flüchtigkeitsfehler gemacht? Und welche Faktoren konntest du selber nicht beeinflussen: War etwa das Prüfungsformat neu für dich? Evaluiere die Ursachen und lerne daraus für weitere Schritte.

3) Prüfungseinsicht bzw. Prüfungsrückmeldung

Für eine Analyse der Ursachen des Prüfungsmisserfolgs ist die Prüfungseinsicht bzw. eine Rückmeldung zur Prüfung sehr wertvoll. Nütze diese Chance, wenn es dir möglich ist: Es ist wichtig zu verstehen, was du gut geschafft hast und was nicht. So kannst du dich verbessern. Relevant ist auch zu wissen, ob du die Prüfung knapp oder deutlich nicht geschafft hast.

4) Nächste Schritte

Verfalle nicht ins Grübeln, sondern schaue nach vorne und plane deine nächsten Schritte (hier findest du Tipps zur Motivationssteigerung). Konzentriere dich auf das, was du selbst steuern und verändern kannst. Lass die misslungene Prüfung als Erfahrung hinter dir und nimm mit, was du in diesem gesamten Prozess gelernt hast.

Tipp: Nutze universitäre und andere Unterstützungsstrukturen

Eine nicht bestandene Prüfung ist für dich persönlich unangenehm und wahrscheinlich bist du damit in guter Gesellschaft. Der Austausch darüber kann unterstützend sein, vor allem in Hinblick auf einen neuerlichen Prüfungsantritt:

Misserfolg ist eine individuelle Erfahrung, die abhängig von deiner persönlichen Situation Unterschiedliches bedeuten kann. Nicht selten sind damit Selbstzweifel und Gefühle wie Einsamkeit verbunden. Diese individuelle Erfahrung kann gemeinsam bearbeitet werden – möglicherweise wird sie dadurch auch weniger belastend:

  • Die Psychologische Studierendenberatung hat ein inhaltlich breites Angebot und bietet neben Erstinformationen auf der Webseite auch unentgeltliche Chat- und persönliche Beratungen an. Teilweise ist mit einer langen Warteliste zu rechnen, lass dich davon jedoch nicht abschrecken.

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