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am 3. September 2020
ungefähr 2 Minuten
Kategorien: Humans of University of Vienna

Ein anderer Blickwinkel

„Zugegeben: Es war ein nicht ganz so geradliniger Weg, der mich zu meinem Masterprogramm Science-Technology-Society geführt hat. Dabei hat es mir als Kind aus einem „nicht-Akademiker*innenhaushalt“ vor allem geholfen, dass ich ohne die Hürden eines Aufnahmeverfahrens verschiedene Studienmöglichkeiten ausprobieren konnte.

Bereits ein Jahr vor meiner Matura hatte ich den Ausbildungsvertrag für ein Duales Bachelorstudium der Wirtschaftsinformatik an einer Fachhochschule unterschrieben und es schien daher klar zu sein, wie es für mich weitergehen wird. Zu dieser Zeit war die Option, während des Studiums Geld zu verdienen, die einzige Möglichkeit für mich, überhaupt ans Studieren denken zu können. Mir wurde aber bald klar, dass die klassischen Themen der Wirtschaftsinformatik nicht jene sind, mit denen ich mich mein restliches Leben beschäftigen möchte. Da mir zu dieser Zeit auch gesellschaftliche Fragestellungen unter den Nägeln brannten, habe ich mich – auch gegen den Rat von Freunden und Familie – für ein weiteres Bachelorstudium entschieden: Soziologie an der Uni Wien.

Mein heutiger Master Science-Technology-Society vereint diese beiden Bachelorstudien perfekt und bietet zudem Schnittstellen zur Praxis: Ich beschäftige mich unter anderem mit den Grundlagen menschlicher Wahrnehmung und dem Einfluss von gesellschaftlichen Wertvorstellungen auf die Entwicklung von Technologien. Die Inhalte des Studiums sind dabei keinesfalls nur „trockene“ Theorie, sondern ich kann sie in meinem Alltag praktisch einsetzen, um Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und sie kritisch zu hinterfragen. Dadurch hat sich beispielsweise die Art und Weise wie ich das Internet nutze, stark verändert, weg von vermeintlich bequemen Diensten wie Google, hin zu offenen und transparenten wie Startpage. Zudem ist es infolge der kleinen Kursgrößen am Institut möglich, regelmäßig mit Studienkolleg*innen und Lehrenden über aktuelle globale und lokale Ereignisse zu diskutieren. (Im Blog Reflections schreiben unter anderem Masterstudierende regelmäßig über Studieninhalte und aktuelle Themen.)

Im vergangenen Jahr konnte ich das Gelernte in verschiedenen sozialwissenschaftlichen Fallstudien anwenden und umsetzen. Darauf aufbauend möchte ich mein Wissen nach dem Masterabschluss vertiefen und mich im Rahmen eines Doktorats weiterhin kritisch mit dem Verhältnis von Informationstechnologien und Gesellschaften beschäftigen.“ – Timo Bühler

Timo studiert Science-Technology-Society an der Universität Wien.



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