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Mein Business – Nachhaltige Geldanlage wird mit diesem YouTube-Kanal einfach gemacht. am 25. Mai 2022
ungefähr 5 Minuten
Themen: Geldanlage , Mein Business

Mein Business – Nachhaltige Geldanlage wird mit diesem YouTube-Kanal einfach gemacht.

Mit den eigenen Investitionen aus nachhaltiger Geldanlage Unternehmen unterstützen und gleichzeitig für eigene Träume vorsorgen. Auf dem YouTube-Kanal money:care informiert die Masterstudentin Katharina Herzog zu nachhaltiger Geldanlage, Sparen, Investieren uvm.


Ihr Unternehmen in zwei Sätzen…

Auf dem YouTube-Kanal money:care informiere ich zu nachhaltiger Geldanlage und möchte meine Zuschauer:innen dazu motivieren, ihre Finanzen in die eigenen Hände zu nehmen. Dabei soll ebenfalls aufgezeigt werden, welche Wirkung Geld auf unsere Welt hat und wie es für eine nachhaltige Zukunft eingesetzt werden kann.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Kurz vor Beginn der COVID-19 Pandemie habe ich begonnen, mich mit meinen eigenen Finanzen auseinanderzusetzen. Hier habe ich auf Bildungsangebote in sozialen Netzwerken zurückgegriffen. Gerade bei YouTube ist mir aufgefallen, dass es fast ausschließlich Männer sind, die vor der Kamera stehen und über diese Themen sprechen.

Das hat mich dazu veranlasst, die bei meinen Recherchen gewonnenen Erkenntnisse,  auch einem breiteren Publikum zu Verfügung zu stellen. Fortan habe ich YouTube-Videos gedreht, um für mehr weibliche Repräsentation in der Finanz-YouTube-Szene zu sorgen. Mit steigendem Kenntnisstand habe ich mich immer mehr mit Geld und seiner sozialen und ökologischen Wirkung auf unsere Welt beschäftigt. Heute spielt Nachhaltigkeit in Bezug auf Investieren die größte Rolle auf unserem Kanal.

Sie haben Internationale Entwicklung an der Universität Wien studiert. Inwiefern hat Ihr Studium beim Weg in die Selbstständigkeit eine Rolle gespielt?

In meinem Studium geht es zumeist um komplexe globale Probleme unserer Zeit. Von Diskriminierung, über postkolonialen Strukturen, Umweltverschmutzungen und wie diese in unserem kapitalistischen System begründet sind. Gleichzeitig leben wir in einer Zeit zunehmender Finanzialisierung – sprich: Wir müssen uns selbst um unsere Altersvorsorge kümmern und können nicht mehr blind dem sozialen Sicherungssystem vertrauen. Das soziale Rentensystem und der dahinterstehende Generationenvertrag wird für viele Menschen nicht mehr ausreichen, um im Alter ihren Lebensstandard aufrecht halten zu können.

So groß die Probleme sind, so schwierig sind ihre Lösungen. Praktische Lösungsansätze kommen in einem so theorielastigen Studium etwas zu kurz, weshalb ich mich zur Umsetzung des Projekts money:care entschlossen habe. Das ist mein Beitrag zur Lösung von Altersarmut und zum Abbau von Barrieren für nachhaltiges Investieren .

 Haben Sie sich das Gründen so vorgestellt?

Das Projekt befindet sich noch in der Aufbauphase und wurde offiziell noch nicht gegründet, wenngleich schon über 40 Videos produziert werden konnten. Durch verschiedenste Gründungsprogramme habe ich jedoch bereits einen Eindruck gewonnen, worauf es beim Gründen ankommt. Ich habe gelernt nicht bei der Lösung, sondern einem konkreten Problem anzusetzen, sowie flexibel zu bleiben. Möglicherweise ergeben sich während des Prozesses ganz andere Perspektiven und Lösungsansätze.

Worin liegen die großen Herausforderungen beim Gründen?

Die große Herausforderung liegt nicht darin, direkt die perfekt Lösung zu haben, sondern ein Problem zu erkennen. Mit money:care habe ich zunächst das Problem erkannt, dass es zu wenige weibliche Finanz-YouTuberinnen gibt und so Frauen als Zielgruppe nicht richtig erreicht werden. Mit dieser Realisierung ist der Prozess ins Rollen gekommen. Im Laufe der Zeit ergeben sich weitere Problemstellungen, wie etwa fehlender Zugang zu Informationen rund um nachhaltige Geldanlagen.

Gründen und insbesondere die Umsetzung der Gründungsidee sind iterative Prozesse. So ist es ratsam, zunächst eine Minimalversion umzusetzen, um Feedback von der Zielgruppe zu erhalten und das Produkt graduell anzupassen. Schaue ich beispielsweise heute auf die ersten Videos zurück, erkenne ich die qualitative Steigerung von Video zu Video. Wenn man Mut beweist und den Anfang wagt, ist auch eine Verbesserung möglich.

Ihr schönster Augenblick?

Die schönsten Momente sind, wenn es für das Engagement im digitalen Bereich auch Feedback in der realen Welt gibt. So sind schon viele Menschen meines Freundes- und Bekanntenkreises auf mich zugekommen und haben berichtet, dass sich durch meine Videos ein größeres Interesse und besseres Verständnis für nachhaltige Geldanlage eingestellt hat. Besonders schön für mich ist auch, wenn meine Videos zu einer konkreten Verhaltensänderung anregen. Ein Abonnent hat mir beispielsweise davon berichtet, dass er alle „nicht nachhaltigen“ Aktien verkauft und die entsprechenden Gewinne gespendet habe. Dass ich hier einen realen Impact habe, der über das Internet hinausgeht, macht mich besonders stolz.

Wo sehen Sie ihren Impact für die Gesellschaft?

Finanzielle Bildung ist in unserer Gesellschaft nicht sehr verbreitet. Wir befassen uns weder in der Schule noch im universitären Kontext mit der eigenen Altersvorsorge und möglichen Instrumenten für Investitionen. Das trifft noch mehr zu, wenn es um nachhaltige Geldanlage geht. Durch etwaiges Greenwashing machen es Unternehmen Anleger:innen auch nicht leicht, echte Nachhaltigkeit zu erkennen.

Daher sehe ich als Mehrwert unseres Projekts, stärker zu finanziellen Themen zu informieren, den Kenntnisstand meiner Zuschauer:innen zu steigern und mehr Geld in nachhaltige Projekte und Anlageprodukte zu lenken.

 

 

Steckbrief

Portrait von Katharina Herzog
Katharina Herzog ist die Gründerin von money:care, © Julia Oberhauser

● Name: Katharina Herzog
● Alter: 26
● Studium: Internationale Entwicklung (Master)
● Gründungsjahr: tbd
● Motto: Habe ich keines. Aber ich versuche, mir das Motto „Done is better than perfect.“ zu Herzen zu nehmen.
● Unser Business: money:care – Investieren mit Wirkung.
● Unser Tipp für Gründer*innen: Fang einfach an, probiere dich im Studium ohne Risiko aus und schau‘ wohin es führt.
Youtube-Kanal von money:care

 

 

Weiterführende Informationen

In der Reihe „Mein Business“ stellen Alumni der Uni Wien ihr Start-up vor und verraten Tipps und Tricks für (zukünftige) Gründer*innen. Die Blogreihe läuft in Kooperation mit der DLE Forschungsservice und Nachwuchsförderung der Universität Wien und dem Alumniverband der Universität Wien. Sie bieten auch das u:start – Ausbildungsprogramm zu Selbstständigkeit und Gründung für Absolvent*innen und Studierende an.

 

 




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1 Kommentar

  1. Sehr gut geschriebener Beitrag und ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Youtube-Kanal. Geld ist Chefsache daher selber in die Hand nehmen. Sei es langfristig in ETF’s investieren oder sich weiter informieren und sich eine Dividendenstrategie zurechtlegen.

    LG

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