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Digitale schriftliche Prüfungen mit erlaubten Lernunterlagen am 1. April 2021
ungefähr 6 Minuten
Themen: Digitale Prüfungen , Digitales Studieren , Lerngruppen , Lernstrategien

Digitale schriftliche Prüfungen mit erlaubten Lernunterlagen

Bei bestimmten digitalen Prüfungsformaten ist die Verwendung von Lernunterlagen ausdrücklich erlaubt. Das Center for Teaching and Learning (CTL) hat Tipps zusammengestellt, die dich bei der Vorbereitung auf dieses Prüfungsformat unterstützen.

Prüfungsformate, wo die Verwendung von Lernunterlagen während der Prüfung nicht mehr verboten, sondern explizit erlaubt ist, zielen weniger auf das Auswendiglernen. Es geht vielmehr um das

Verständnis, die Anwendung und Analyse von Lerninhalten. Hier findest du einige Tipps, wie du dich bestmöglich auf digitale schriftliche Prüfungen mit erlaubten Lernunterlagen vorbereiten kannst.

Informiere dich frühzeitig über die Prüfungsmodalitäten

Informiere dich frühzeitig über die Prüfungsmodalitäten

Aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse können sich die Prüfungsmodalitäten auch während des Semesters ändern. Spätestens 14 Tage vor dem Prüfungstermin müssen die Modalitäten feststehen, verbindliche Informationen findest du in u:find. Achte dabei insbesondere auf die folgenden drei Punkte:

  • Art der Leistungskontrolle: Was wird verlangt, ein längerer Essay zu einem vorgegebenen Thema oder die Beantwortung mehrerer Fragen direkt in Moodle?
  • Erlaubte Hilfsmittel: Sind Hilfsmittel erlaubt, und wenn ja, welche?

  • Dauer: Der Bearbeitungszeitraum für Online-Prüfungen kann von mehreren Stunden bis hin zu Tagen reichen. Beachte, dass die Prüfungszeit auch dann knapp werden kann, wenn du Lernunterlagen nutzen kannst. Es ist deshalb wichtig, dass du deine Lernunterlagen gut kennst bzw. gut aufbereitest (siehe dazu unten). Bei einem mehrtägigen Prüfungszeitraum ist der unmittelbare Zeitdruck geringer. Trotzdem solltest du dich auf eine konzentrierte Themenbearbeitung einstellen und die dir zur Verfügung stehende Arbeitszeit in Arbeitsphasen und Pausen Plane unbedingt Zeitpuffer ein, damit du auch bei unvorhergesehenen Ereignissen die Abgabefrist einhalten kannst.

Informiere dich vorab, wie du Plagiate vermeiden kannst

Informiere dich vorab, wie du Plagiate vermeiden kannst

Prüfungsantworten werden mitunter mittels einer Plagiatssoftware überprüft. Plagiate können zu einer negativen Beurteilung deiner Prüfungsleistung führen. Informiere dich deshalb vor der Prüfung, wie mit Literatur umzugehen ist, ob z. B. direkte Zitate erwünscht sind und wie zitiert werden soll.

Sechs Tipps zur Vorbereitung auf Prüfungen mit erlaubten Lernunterlagen

Sechs Tipps zur Vorbereitung auf Prüfungen mit erlaubten Lernunterlagen

Auf den ersten Blick klingt eine Prüfung, bei der du auf Lernunterlagen zurückgreifen kannst, vielleicht recht einfach. Beachte aber, dass die Prüfungsfragen hierbei weniger Wissen abfragen, sondern vielmehr auf Können und Anwendung zielen. Die folgenden Tipps können beim Lernen und Aufbereiten der Lernunterlagen hilfreich sein:

1. Achte zuerst auf Überschriften, Einleitung und Schluss der Lernunterlagen

Wenn du dir einen Überblick über ein großes Stoffgebiet verschaffen willst, sichte zu Beginn die Überschriften bzw. das Inhaltsverzeichnis und lies dann Einleitung und Schluss. Auf diese Weise erhältst du einen Überblick über das Thema, bevor du wirklich in den Text einsteigst.

2. Erstelle selbst eine Zusammenfassung des gesamten Lernstoffs

Eine Zusammenfassung, die du selbst erstellt hast, ist viel wertvoller als eine, die eine andere Person verfasst hat. Schon beim Erstellen einer schlüssigen Zusammenfassung musst du den Lernstoff strukturieren und auch verstehen:

  • Kopiere bei einer Zusammenfassung keine Merksätze aus dem Text, sondern verwende eigene Formulierungen.
  • Mach in den einzelnen Zusammenfassungen Querverweise zu den anderen Lernunterlagen, falls es inhaltlich möglich ist. Auf diese Weise werden Zusammenhänge deutlicher.

3. Mach Querverbindungen mit Mindmaps sichtbar

Prüfungsfragen beziehen sich oft nicht nur auf ein einzelnes Themengebiet, sondern verknüpfen unterschiedliche Gebiete. Die Fähigkeit, Querverbindungen zwischen verschiedenen Themengebieten herstellen zu können, ist deshalb eine wichtige Komponente des verstehenden Lernens. Eine einfache visuelle Technik dafür ist die Erstellung von Mindmaps:

  • Liste das Thema mitsamt wichtiger Unterpunkte
  • Visualisiere inhaltliche Verknüpfungen und Zusammenhänge z.B. mit Linien.
  • Ergänze wichtige Informationen zu Unterpunkten bzw. Verknüpfungen in Stichworten.
  • Farben und Einrahmungen helfen dabei, die Mindmap visuell zu strukturieren.

4. Notiere dir laufend Fragen zum Lernstoff

Prüfe dabei nicht nur dein Faktenwissen ab, sondern hinterfrage den Textinhalt, notiere schon während der ersten Lektüre des Lernstoffs offene Fragen wie: Welche praktisch relevanten Anwendungsgebiete hat diese Methode? Wie kam es zu dieser Entwicklung? Welche Alternativen könnte es dazu geben? oder: Warum ist dieses historische Themengebiet auch heute noch von aktueller Relevanz für mein Fach?

  • Prüfe anschließend, ob du deine eigenen Fragen an den Text beantworten kannst. Gerade bei dieser Technik profitierst du, wenn du deine Fragen nicht nur alleine, sondern in Lerngruppen mit anderen Studierenden besprechen kannst.
  • Lass dich nicht entmutigen, wenn du nicht gleich alle Fragen beantworten kannst, sondern versuche, gezielt die fehlenden Antworten zu recherchieren.

5. Erkläre einer anderen Person ein großes Themengebiet mit eigenen Worten

Wenn es dir gelingt, einer fachfremden bzw. nicht in das Thema eingearbeiteten Person ein umfangreiches Themengebiet in wenigen Worten so zu vermitteln, dass diese es nachvollziehen kann, hast du dir selbst bewiesen, dass du das Thema in seiner Gesamtheit erfasst hast.

6. Führe gemeinsam mit anderen Studierenden eine Probeprüfung durch

Gemeinsam mit anderen Studierenden kannst du selbst eine möglichst realitätsnahe „Generalprobe“ der Prüfung simulieren:

  • Erstelle (alleine oder in einem Team) auf Basis der Angaben zur jeweiligen Prüfung in u:find möglichst authentische Prüfungsfragen sowie die dazugehörigen Musterlösungen. Dieser Arbeitsschritt stellt eine ausgezeichnete Prüfungsvorbereitung dar, da du dich dabei intensiv mit den Lerninhalten und dem Prüfungsformat befasst.
  • Parallel, aber unabhängig von dir, erstellt ein Team (oder eine Einzelperson) ebenfalls Prüfungsfragen und dazugehörige Musterlösungen.
  • Zu einem vereinbarten Zeitpunkt tauscht ihr die Prüfungsfragen aus und bearbeitet die jeweilige andere Prüfungssimulation unter Einhaltung der vorgegebenen Zeit.
  • Bewerte die vor Ablauf der Bearbeitungszeit retournierten Antworten des anderen Teams und gebt euch anschließend gegenseitig Feedback auf die erbrachte Leistung. Besprich in einem zweiten Schritt auch die erstellten Prüfungsfragen sowie die Musterlösungen.
  • Richtig umgesetzt kann dir das sogenannte Peer-Feedback gleich zweimal helfen: Einerseits wirst von deinen Kolleg*innen vielleicht auf Fehler in der eigenen Arbeit aufmerksam gemacht, andererseits musst du dich bei der kritischen Reflexion der Leistung deiner Kolleg*innen erneut tiefgehend mit den Lerninhalten auseinandersetzen.
  • Achte beim Feedback darauf, konstruktiv und konkret zu sein und dabei höflich und respektvoll zu bleiben.

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