Human of #univie Lukas: Inklusion entsteht im Tun

„Meine Vorstellung von Inklusion? „Alle dürfen mitmachen. Egal, wie sie sind.“ Klingt simpel, ist aber keinesfalls Realität. Wie kommen wir also dorthin? Ein Semester individuelle Studienunterstützung (ISU) mit Seminar und Praxisstunden hat mir gezeigt: Inklusion entsteht im Tun, erfordert Reflexion über bestehende Barrieren und ein Einfühlen in das Erleben anderer. Es war eher zufällig, dass ich von den ISU-Lehrveranstaltungen erfahren habe. Genauer gesagt durch eine Mail des StudienServiceCenter. Die Aussicht, gleich zu Beginn meines Psychologie-Masters inklusiveres Studieren an der Universität Wien zu fördern, Praxis mit Theorie zu verbinden, und Anregungen für meine berufliche Tätigkeit im Freiwilligenmanagement mitzunehmen, hat mich jedoch sofort gereizt.

Bei Behinderung denken wir oft intuitiv an die betroffenen Personen selbst, zum Beispiel an einen Menschen im Rollstuhl. Schnell vergessen wir, dass Beeinträchtigungen in vielen Fällen erst behindern, wenn möglichen Barrieren, beispielsweise Treppen, keine barrierefreien Alternativen entgegengesetzt werden. Die Anzahl der Betroffenen wird meist unterschätzt. Die Seminareinheiten sensibilisierten uns für all das, boten Raum für Fragen sowie Austausch und lieferten Wissenswertes zu Themen wie Barrierefreiheit, Teilhabe und Neurodivergenz.

In den 50 Praxisstunden begleitete ich vier Studierende in ihrem Studienalltag. Dabei waren Zuhören, Offenheit und Spontaneität gefragt, denn ihre Beeinträchtigungen wie etwa eine eingeschränkte Muskelfunktion oder AD(H)S waren in ihrer Unmittelbarkeit zum Teil neu für mich. In der für mich sehr lehrreichen gemeinsamen Zeit begegneten mir bisher unbekannte Seiten des Uni-Lebens: sei es beim Mitschreiben von Vorlesungen des Afrikanistik-Bachelors oder beim gemeinsamen Durchgehen der Präsentation einer PhD-Studentin. Mit der Zeit entwickelte ich ein Gefühl dafür, wo ich helfen kann und erlebte, dass bereits auf den ersten Blick eher banale Dinge hilfreich sein können. Manchmal reicht es aus, anwesend zu sein und beim Ordnen der Gedanken zuzuhören.

Vieles, was mir die Studierenden anvertrauten, hätte ich in einem Lehrbuch in dieser vieldimensionalen und lebensnahen Form wohl nicht erfahren. Besonders berührte mich die große Unsicherheit einzelner Studierender in ihrem So-Sein, zeigten diese Momente doch das so grundlegende Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Wir möchten in unserer Lebendigkeit nicht als „Alien“, sondern als kompetenter Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden. Ich muss dabei immer an den Satz „Jede*r ist ein Jemand!“ denken. Gerade Bildung, deren Rechtsanspruch in wichtigen Vertragswerken verankert ist, ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben, Teilhabe an der Welt und stillt die menschliche Neugierde. Umso wichtiger, dass die Universität Wien und wir alle uns dafür einsetzen. Meine ISU-Erfahrungen haben mir jedenfalls viel zu Inklusion gelehrt und bestärken mich: Ich möchte weiterhin mit Neugierde versuchen, die einzigartige Lebensgeschichte jedes Menschen ein Stück weit verstehen zu lernen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen kritisch auf Barrieren zu überprüfen.“ Lukas studiert Psychologie an der Universität Wien und ist Unterstützer der ISU.

 

Hat das ISU-Programm dein Interesse geweckt oder kennst du wen, für den ISU interessant sein könnte?

Nähere Informationen zur individuellen Studienunterstützung (ISU) und den ISU-Unterstützungsangeboten findest du über den nachfolgenden Link: studieren.univie.ac.at/isu .

Nähere Informationen zu den ISU-Lehrveranstaltungen findest du über die folgenden u:find-Links:

Bitte beachte, dass die Informationen zu den LVs aktuell noch nicht vollständig sind und in den nächsten Wochen ergänzt werden! Bei Fragen, Unklarheiten oder Schwierigkeiten beim Ausfüllen des Formulars können sich Interessierte gerne an die ISU-Koordination unter isu@univie.ac.at wenden.



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