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Mich selbst als Lerner*in kennenlernen am 28. Oktober 2022
ungefähr 7 Minuten
Themen: CTL , Digitale Prüfungen , Lernen , Lernstrategien , Motivation , Prokrastination , Selbstmanagement und Zeitmanagement

Mich selbst als Lerner*in kennenlernen

Du bist unzufrieden mit deiner Organisation beim Lernen, zweifelst an deinen Lernstrategien und schiebst die Prüfungsvorbereitung regelmäßig auf? Das Center for Teaching and Learning (CTL) unterstützt dich dabei, deinen Lernprozess zu verbessern und dafür vorhandene Ressourcen zu mobilisieren.

 

Mich selbst als Lerner*in kennenlernen

Obwohl dich Lernen schon über weite Teile deines Lebens begleitet, kann das Gefühl aufkommen, nicht „richtig“ zu lernen bzw. der Wunsch danach, „besser“ zu lernen. Manchmal können einfache Lerntipps zum gewünschten Ziel führen. Wirkungsvoller ist es jedoch, das eigene Lernen zu beobachten und zu reflektieren und gezielt neue Strategien auszuprobieren. Wir möchten dir einige Möglichkeiten vorstellen, um dich selbst als Lerner*in besser kennenzulernen.

Du lernst lieber an der Uni statt zu Hause? Kein Problem! In den Student Spaces findest du Platz zum Lernen und Forschen sowie Raum für Kommunikation. Hier findest du alle Student Spaces.

Eigenes Lernen reflektieren

Das Wissen darüber, welche Lernmethoden für dich gut funktionieren und welche Rahmenbedingungen du benötigst, ist hilfreich für dich, um dich selbst gut einschätzen zu können und gegebenenfalls an Schräubchen zu drehen. Selbstbeobachtung wird noch wichtiger, sobald du neue Strategien oder Wege versuchen willst. Halte fest, was du tust und wie gut es deiner Meinung nach funktioniert. Ideal ist, wenn diese Selbstreflexion über mehrere Tage hin stattfindet. Du kannst dir folgende Bereiche genauer anschauen:

  • Lernvorbereitung: Habe ich einen Überblick über den Lernstoff? Priorisiere ich den Lernstoff? Weiß ich über das Prüfungsformat und die Anforderungen Bescheid? Habe ich einen Zeitplan und wie genau sieht dieser aus?
  • Lernort: Wo lerne ich? Was sind die Vorteile dieser Orte und was die Nachteile? Wie schaut ein guter Lernort für mich aus? Welche äußeren Faktoren sind besonders störend und wie kann ich diesen entkommen oder sie vermeiden?
  • Lernzeiten: Wann lerne ich? Wie lange am Stück lerne ich? Wie lange schaffe ich es dabei tatsächlich konzentriert zu bleiben? Habe ich fixe Lernzeiten geplant und halte ich mich daran? Was tue ich, wenn ich meine Lernzeiten nicht einhalte bzw. prokrastiniere? Verändern sich die Lernzeiten, je näher die Prüfung rückt?
  • Pausen: Mach bzw. plane ich Pausen ein? Was genau mach ich in den Pausen? Bin ich nach meinen Pausen erholt und kann konzentriert weiter lernen?
  • Lernstrategien: Wie lerne ich? Lese ich die Mitschrift bzw. die Prüfungsliteratur, unterstreiche ich Textpassagen? Schreibe ich Zusammenfassungen? Arbeite ich mit mind maps oder anderen strukturierenden Techniken? Formuliere ich Fragen zum Stoff und versuche, diese zu beantworten?
  • Wiederholung: Plane ich Zeit für die Wiederholung des Lernstoffes ein? Wie viel? Wie viele Wiederholungsdurchgänge schaffe ich in dieser Zeit? Halte ich fest, welche Teile ich bereits gut kann und konzentriere mich bei der Wiederholung auf die Teile, die noch nicht gut sitzen?
  • Motivation: Was motiviert mich zum Lernen für die Prüfung? Was tue ich bei Motivationstiefs? Belohne ich mich nach geleisteter Lernarbeit?

Im Zuge dieser Reflexion tauchen möglicherweise da und dort Überlegungen auf, etwas an deinem Lernverhalten zu verändern. Eine Änderung geht jedoch selten von heute auf morgen und benötigt oft viele kleine Schritte:

  • Überlege, was du gerne wie verändern würdest und was du dir davon versprichst.
  • Entscheide dich dann, ein oder zwei Ansatzpunkte wie z. B. anderer Lernort oder einen Lernplan auszuprobieren.
  • Beobachte deine neue Vorgehensweise und reflektiere schließlich nach einer angemessenen Zeit, was der Effekt war und ob du diese Praxis beibehalten möchtest. Hilfreich kann dabei ein Lerntagebuch sein.

Studierende lernen gemeinsam

Lerntagebuch – Lernprozesse dokumentieren und analysieren

Ein Lerntagebuch ist eine gute Möglichkeit, dein Lernen zu beobachten und zu analysieren: Es gibt Einblick in die eingesetzten Strategien und ihren Nutzen für deinen Lernprozess. Es kann auch dabei helfen, die oft wenig beachteten (hinderlichen oder förderlichen) Emotionen beim Lernen nachzuverfolgen. Hier ein paar Vorschläge zum Einsatz:

  • Schreibe kurze Einträge, aber über einen längeren Zeitraum: Nimm dir 10-15 Minuten Zeit für die Einträge. Wichtig ist, dass du über mehrere Wochen dein Lernen dokumentiert. Ein gewisses Durchhaltevermögen ist dafür nötig.
  • Schreibe deine Einträge vor und nach deiner täglichen Lernzeit: Im Eintrag vor dem Lernen beschäftigst du dich mit Zielen, Planung und Stimmung. Nach dem Lernen reflektierst du das Vorgehen, bewertest das Ergebnis und leitest daraus Konsequenzen für den folgenden Lernprozess ab.
  • Schreibe deine Einträge entlang von Leitfragen: Dadurch schaffst du dir eine Struktur, innerhalb welcher du die Einträge verfasst.
    • Vorschläge für Leitfragen vor dem Lernen: Welches Lernziel setze ich mir heute? Welche Lernstrategie will ich dafür anwenden? Welcher Stimmung bin ich heute?
    • Vorschläge nach dem Lernen: Was habe ich erreicht? Welches Vorgehen/Lernstrategie hat heute gut funktioniert? Was möchte ich beim nächsten Mal verändern? Was habe ich gut verstanden, was nicht? Wie habe ich geschafft, mit der Aufgabe zu beginnen? Konnte ich Ablenkungen widerstehen? Was hat mich un/zufrieden gemacht?
  • Umgang mit Rückschlägen: Rückschläge, Fehler und Misserfolge haben einen wichtigen Platz im Lerntagebuch. Für eine Bewältigung der Situation ist eine Situationsanalyse hilfreich. Siehe auch Prüfungsmisserfolg – Aus Erfahrungen lernen

Das Verschriftlichen hilft dabei, dir deiner eigenen Vorgehensweisen bewusst zu werden. Diese Erkenntnis ist ein erster Schritt, um etwaige Veränderungen wie z. B. Selbstbelohnungen nach dem Lernen vorzunehmen. Das Lerntagebuch macht in der Rückschau auch deine eigenen Lernfortschritte sichtbar. Und schließlich ist es eine gute Basis, um mit anderen oder in der Lerngruppe über das eigene Lernen zu sprechen. Der Austausch über das eigene Lernen bringt neue Impulse und motiviert.

Reflexion ist wichtig – aber auch anstrengend! Pausen nach einem längeren Tagebuch-Zeitraum sind wichtig!

 

Eigene Ressourcen erkennen und mobilisieren

Ressourcen sind für das Lernen und die Prüfungsvorbereitung wichtig. Meist haben wir die Ressourcen nur zum Teil im Blick bzw. bauen unser Vorgehen nicht bewusst um diese herum auf.

Für eine Bestandsaufnahme der zur Verfügung stehenden Ressourcen hilft dir die Ressourcenkarte. Sie besteht aus vier Feldern, die von dir befüllt werden sollen:

  • Persönliche Ressourcen und Kompetenzen: Was kann ich gut? Wo liegen meine Interessen?
  • Soziale Ressourcen: Welche sozialen Beziehungen in der Familie, unter Freund*innen, Bekannten, im Job und auf der Uni habe ich, die mich unterstützen?
  • Materielle Ressourcen: Gibt es Materialien, die mir helfen können, wie Übungsbücher, Skripte, Zusammenfassungen? Gibt es für die jeweilige Lehrveranstaltung eine Lernunterstützung in Moodle oder Austauschforen für Studierende?
  • Infrastrukturelle/institutionelle Ressourcen: Gibt es Angebote von der Uni Wien oder von anderen Institutionen, die unterstützend sein können, wie das CTL, die Psychologische Studierendenberatung, die Studienvertretung oder die ÖH?

Überlege, was dir bisher in herausfordernden Situationen geholfen hat, diese zu meistern. Denke aber auch an jene Ressourcen, die potentiell da sind, aber bislang nicht oder kaum von dir genutzt wurden. Halte Ausschau bzw. informiere dich über institutionelle Unterstützungsangebote: Diese sind da, um genutzt zu werden und zudem lernst du dort Personen kennen, denen es ähnlich geht wie dir. Trau dich auch, auf Personen mit der Bitte um Unterstützung zuzugehen – das Schlimmste, was passieren kann, ist ein Nein zu erhalten.

 

Fazit: Mehr über das eigene Lernen zu erfahren ist ein spannender und hilfreicher Prozess!




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